Von Antonie Anton

Eschbronn-Locherhof. Zum dritten Mal taten sich mit dem Akkordeon-Orchester Locherhof und dem Musikverein Locherhof zwei starke Partner zu einem brillanten Doppelkonzert in der Mühlbachhalle in Mariazell zusammen.

Unter dem Leitwort "Klangwelten" boten sie ein Programm der Superlative, das keine Wünsche offen ließ und mit weltberühmten Pop-Selections und folkloristischen Highlights die nationalen Grenzen sprengte. Die Vorsitzenden Bernhard Rapp und Jens Dietz konnten unter den zahlreichen Gästen, die die Halle bis auf den letzten Platz füllten, auch zahlreiche Ehrengäste begrüßen, unter ihnen Bürgermeister Ziegler mit Gattin. Den ersten Konzertteil gestalteten die Jugendabteilungen der beiden Locherhofer Orchester. Das Jugendorchester des Musikvereins Locherhof unter Leitung von Raffaela Stern eröffnete mit einem Knalleffekt bei "Flight of the Thunderbird" von Richard Saucedo. Die gewaltigen Schlagzeug- und Blechsignale gingen in ein ruhiges Intermezzo der Holzbläser über, ehe sich wieder gewaltige Klangwolken über dem rhythmischen Hintergrund zusammenballten und explodierten. Mit dem Titel "High- land Legend" von John Moss kündigten die Moderatoren Iris Hurtz und Sebastian Schaumann schottische Klänge voller Gegensätze an, die das Publikum durch rasante Tanzmelodien, verträumte Volksweisen und stramme Marschklänge begeisterten. Mit dem Auftritt der Tastenbande des Akkordeon-Orchesters Locherhof unter Leitung von Uwe Rapp präsentierten sich die Tastenhüpfer und das Jugendorchester gemeinsam als großes Orchester. Die Jugendlichen eröffneten ihr Programm, charmant angesagt von Melanie Delac, mit der Titelmelodie der ZDF-Jahresrückblicksendung Menschen, "Child’s Anthem", in einer Bearbeitung von H.G.Kölz. Kraftvolle Aufbrüche, abrupte Bewegungen und überraschende Ruhemomente kennzeichneten den dynamischen Vortrag.

Mit der modernen Suite "Mixlympics" von Matthias Hennecke stellten die Jugendlichen einen musikalischen Jahresrückblick an. Nach der dynamischen Fanfare ließen sie mit starker Dynamik und langem Melodieatem die Disziplinen Windsurfen und Marathon aufleben. Beim Beach-Volleyball markierte die Holzblocktrommel das Hin und Her der fliegenden Bälle. Der große Applaus der Zuhörer wurde mit der Zugabe "Chariot of Fire" belohnt.

Das Akkordeon-Hauptorchester Locherhof, ebenfalls unter der souveränen Leitung von Uwe Rapp und fachkundig moderiert von Jasmin Alberecht, stellte sich jahreszeitlich passend vor mit dem Stück "Carol of the Bells" von David Foster nach einem ukrainischen Weihnachtslied. Rasante Fingerbewegungen imitierten das Geläut vieler Glocken. Mit der Komposition "Transylvania" von Helmut Quakernack stellte sich das Orchester einer großen Herausforderung, die es dank der souveränen Führung durch Uwe Rapp bravourös meisterte. Die Tanzmelodien aus Serbien, teilweise im 9/8- Takt und sehr gegensätzlich im Ausdruck, erforderten eine virtuose Technik und ein synkopensicheres Rhythmus-Feeling. Saxophon solo, technisch perfekt und hochemotional, mit Akkordeon-Background, dass diese Kombination vom Hocker reißt, das bewiesen Solist Johannes Romer, Dirigent des Konzertpartners MV Locherhof und das Akkordeonorchester beim Titel "Sway" von Michael Bubble, der das Tanzbein der Zuhörer zum Mitwippen brachte. Ein Highlight folgte auf das nächste mit der "Hit Collection" Bee Gees, ebenfalls arrangiert von Wolfgang Russ, bei der Tobias Schuler das temperamentvolle Solo an der E-Gitarre übernahm und mit den besten Titeln der Kultband in deren Blütezeit entführte. In das abschließende Stück "Cubanola" von P. Frosini packten die versierten Tastenkünstler noch einmal die ganze Genialität und Leidenschaft karibischer und südamerikanischer Musik und entfesselten auf der Bühne einen wahren Hexenkessel. Ein neues Highlight setzten die Musiker nach dem starken Applaus mit der Zugabe "Over the Rainbow", bei der ein talentiertes Trio um Sänger Erich Großmann mit dem Orchester zusammenwirkte.

Den zweiten Konzertteil übernahm der Musikverein Locherhof unter Leitung von Johannes Romer. Janina Löffler führte sachkundig in die Titel ein. Schon mit der einleitenden Konzertouvertüre "Accolada" von Ed Huckeby ging das temperamentvolle Blasorchester, animiert durch seinen agilen Leiter, in die Vollen ging.

Hatte Romer beim Akkordeon-Orchester als Blasmusik-Solist mitgewirkt, so stellte sich nun umgekehrt Uwe Rapp beim Titel "Adios Nonino" von Astor Piazzolla dem Blasorchester als Akkordeonsolist zur Verfügung und erntete für sein anspruchsvolles und emotionales Solo im Stil des Tango Nuevo großen Applaus. In einem grandiosen Arrangement von Michael Brown ließ das Blasorchester darauf bei der Selection "ABBA on Broadway" aus dem Musical "Mamma Mia" die besten Hits des schwedischen Popquartetts vom Stapel laufen. Brillanter Schlusspunkt war der Frank-Sinatra-Titel "Come fly with me", der es mit Pep und Swing schaffte, "The Voice" in der Posaunenstimme zu wiedererwecken und das Orchester in eine Big Band zu verwandeln.

Die Vorsitzenden beider Vereine bedankten sich nach langem Applaus der begeisterten Zuhörer mit Blumen und Geschenken bei allen Mitwirkenden vor und hinter der Bühne, wozu auch Karl-Josef Schmacher mit seinem originellen Programmheft zählte