Ein Großteil der Bevölkerung  fühlt sich nicht in der Lage bei einem Notfall schnell und kompetent Erste Hilfe zu leisten.

Im Falle eines Herzinfarkts kommt es auf eine schnelle Hilfe möglichst innerhalb der ersten Minuten an, um bleibende Schäden möglichst gering zu halten. Schlimmstenfalls kann es zu einem Herz-Kreislauf- Stillstand mit akuter Lebensgefahr kommen.

Symptome
Anzeichen eines Herzinfarktes sind:

  •     Schmerzen in der Brust, bisweilen ausstrahlend in Arme, Bauch, zwischen die Schulterblätter und in den Unterkiefer
  •     Engegefühl im Brustkorb
  •     Übelkeit, Erbrechen
  •     plötzlicher Kreislaufzusammenbruch (Kollaps mit und ohne Bewusstlosigkeit)
  •     Atemnot
  •     blasse Gesichtsfarbe und kalter Schweiß
  •     Unruhe, Todesangst

Sofortmaßnahmen

    Bereits bei den ersten Anzeichen eines Herzinfarkts den Rettungsdienst über die bundesweite Notrufnummer 112 rufen (dabei den Verdacht auf Herzinfarkt äußern)
    Falls der Betroffene bei Bewusstsein ist, mit erhöhtem Oberkörper bequem lagern, vor Unruhe abschirmen.
    Beengende Kleidung lockern, für frische Luft sorgen
    Bei Bewusstlosigkeit ist die Atmung (Kopf nach hinten neigen und Kinn anheben, Atmungszeichen kontrollieren: Brustkorbbewegungen, Atemgeräusche, Luftstrom) der Puls zu kontrollieren und    anderer Lebenszeichen (Husten, Bewegung, Reagieren auf Ansprechen) zu überprüfen
    Bei Atem- und Herzstillstand: Herz-Lungen-Wiederbelebung (Herzdruckmassage, Atemspende) bis zum Eintreffen des Rettungsdienstes durchführen

Erste Hilfe - Verbrennungen/Verbrühungen

Bei Verbrennungen und Verbrühungen kommt es als Folge der Hitzeeinwirkung zu schweren Schädigungen der Haut sowie eventuell tiefer gelegener Gewebeschichten, die sich negativ auf sämtliche Lebensfunktionen auswirken können. Aufgrund großflächiger Brandwunden verliert der Körper große Mengen an Flüssigkeit und Salzen. Dies kann in Verbind mit den extrem starken Schmerzen zum Schock führen. Zudem besteht ein sehr hohes Infektionsrisiko der verletzten Körperpartien.

Symptome

  •     Der Betroffene klagt über stärkste Schmerzen
  •     Die Haut ist mindestens gerötet oder bildet Blasen; eventuell ist sie völlig verbrannt oder gar verkohlt
  •     Tiefer reichende Gewebsschädigungen können auftreten



Sofortmaßnahmen

  •     Kleiderbrände sofort löschen (durch Übergießen mit Wasser, Ersticken der Flammen mit Decken, Wälzen des Betroffenen auf dem Boden)
  •     Notruf
  •     Kleidung entfernen, nicht aber, falls diese mit den Wunden verkrustet ist
  •     Brandblasen nicht öffnen
  •     Verbrannte/verbrühte Körperpartien mit kaltem Wasser langsam übergießen oder für zehn bis 15 Minuten darin eintauchen
  •     Wunden keimfrei abdecken (mit Verband- oder Metallinetüchern), nicht mit „Hausmitteln“ behandeln
  •     Maßnahmen gegen einen Schock einleiten (Betroffenen hinlegen, zudecken, Beine hoch lagern; bei Bewusstlosigkeit und intakter Atmung stabile Seitenlage, bei Herz-Kreislauf-Stillstand   Herz-Lungen- Wiederbelebung durchführen).

Erste Hilfe - Ohnmacht

Bei Ohnmacht handelt es sich um einen vorübergehenden Bewusstseinsverlust mit harmloser (Kreislaufkollaps) oder aber ernstzunehmender Ursache (Herzstillstand). Neben Störungen des Herz-Kreislauf-Systems und dem damit verbundenen Sauerstoffmangel können auch neurologische Erkrankungen, Unterzuckerung, oder Hyperventilation einen Ohnmachtsanfall auslösen. Dauert die Ohnmacht länger als eine Minute, handelt es sich um Bewusstlosigkeit.

Symptome

    Der Betroffene reagiert weder auf Ansprache noch auf Rütteln an den Schultern.

Sofortmaßnahmen

  •     Bei drohender Ohnmacht gilt als oberstes Gebot:
  •     Den Betroffenen sofort hinlegen und die Beine hoch lagern. Dadurch fließt das Blut aus den Beinen zurück zum Herzen und der Blutdruck kann sich stabilisieren. Außerdem wird die   Verletzungsgefahr durch einen möglichen Sturz ausgeschaltet
  •     Ist der Betroffene bereits ohnmächtig, sind folgende Maßnahmen zu ergreifen:
  •     Notarzt rufen
  •     Atmung kontrollieren
  •     bei intakter Atmung stabile Seitenlage und wiederholte Kontrolle der Atmung
  •     bei Atemstillstand mit Herz-Lungen-Wiederbelebung beginnen

Erste Hilfe - Schnittverletzungen

Bei jeder offenen Wunde besteht Infektionsgefahr mit den Erregern des Wundstarrkrampfes (Tetanus). Deshalb ist es wichtig zu wissen, ob noch ausreichender Impfschutz besteht. Wegen der Infektionsgefahr sollten Schnittverletzungen kurz ausbluten können, bevor die Blutung gestillt wird.

Bei Erwachsenen kann der Verlust von etwa einem Liter Blut lebensgefährlich sein, bei Kindern wegen des insgesamt geringeren Blutvolumens bereits eine deutlich kleinere Menge. Starke Blutungen sind deshalb unbedingt so schnell wie möglich durch Druck zu stillen, bis der Notarzt kommt.

Zum eigenen Schutz vor Infektion sind bei der Wundversorgung bei anderen Personen Einmalhandschuhe zu tragen.

Sofortmaßnahmen

  •     Den Verletzten hinsetzen, bei größeren Wunden hinlegen
  •     Wunden grundsätzlich nicht berühren, auswaschen oder desinfizieren
  •     Fremdkörper nicht entfernen
  •     Wunden keimfrei bedecken und je nach Größe und Lage sowie Ausmaß der Blutung verbinden
  •     Bei stärker blutenden Wunden Druckverband anlegen, d. h. die Wundabdeckung mehrmals mit Verband umwickeln, darauf ein Druckpolster (weiteres Verbandpäckchen) legen und wiederum mehrmals umwickeln
  •     Verbundene Körperpartien möglichst hoch lagern
  •     Bei stärkerem Blutverlust Maßnahmen der Schockbekämpfung durchführen (Betroffenen hinlegen, zudecken, Beine hoch lagern; bei Bewusstlosigkeit und intakter Atmung stabile Seitenlage, bei Herz- Kreislauf-Stillstand Herz-Lungen-Wiederbelebung durchführen), eventuell Notruf absetzen
  •     Bei größeren, stark blutenden Wunden oder Verletzungen an Körperstellen, wo die Anlage eines Druckverbands nicht möglich ist, wird die Blutung wenn nötig durch Abdrücken der Arterie gegen den Knochen oder Hineindrücken von Verbandmaterial oder möglichst keimfreien Tüchern in die Wunde gestillt; Stoppen des Blutverlusts geht in jedem Fall vor Infektionsschutz!

 

 
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