
Von Bernd Lamberth Epfendorf. Amoklauf-Prävention – nach den Ereignissen in Winnenden 2009 und den Ergebnissen des daraufhin vom Land ins Leben gerufenen "Expertenkreis Amok" auch ein Thema für den Epfendorfer Gemeinderat und "seine" Hauptschule.Bürgermeister Karl-Heinz Villinger erläuterte, dass die vom Land erarbeiteten Empfehlungen in einer Verwaltungsvorschrift zusammengefasst wurden, deren Ziel es ist, die Folgen von Amokläufen in Schulen so weit wie möglich zu begrenzen. Die Wahrscheinlichkeit eines Amoklaufs an einer Schule sei darin in drei Kategorien gegliedert: Kategorie 1 betreffe Realschulen und Gymnasien, Kategorie 2 Hauptschulen und Kategorie 3 Grundschulen. Während für die erste Kategorie nach Einschätzung der Politik ein erhöhtes Amokrisiko gilt, wird dieses in Kategorie 2 als gering eingestuft – und in den Grundschulen werde davon ausgegangen, "dass ein Amoklauf unwahrscheinlich ist".
Der "Expertenkreis Amok" habe eine Vielzahl von Empfehlungen ausgearbeitet. Im Kreis Rottweil wurden diese laut Villinger von einer Kommission aus Schulleitern, Kommunalverwaltung und Polizei abgestimmt. Villinger erläuterte anschließend die einzelnen Empfehlungen, so das Alarmsignal über die Lautsprecheranlage, der Einbau von Knaufzylindern in allen Klassenzimmertüren sowie an Sekretariat und Lehrerzimmer, die Notrufe per Lehrer-Handy sowie Verkehrs- regelungen. Zu den einzelnen Empfehlungen legte Villinger daraufhin die Stellungnahme der Gemeinde vor. Das Anbringen der Zimmernummer im Innern der jeweiligen Räume sei in Epfendorf bereits umgesetzt.
Der Gemeinderat beschloss nach kurzer Diskussion, dem Beschlussvorschlag der Verwaltung einstimmig zu folgen. Der Beschluss umfasst Türschließsysteme für das Schulgebäude in Epfendorf, die im Ernstfall eine Verbarrikadierung ermöglichen. Weiterhin werde die Lautsprecheranlage in Epfendorf im notwendigen Maß ergänzt, so dass Durchsagen in allen Räumen zu hören sind, in denen sich regelmäßig Schüler und Lehrer aufhalten. Das Grundschulgebäude in Trichtingen wird – entsprechend den Empfehlungen – nicht ausgestattet. Die Verwaltung wurde beauftragt, Angebote einzuholen und die Arbeiten zu vergeben.