
Von Alwin Weber Epfendorf. Festlich illuminiert war der Aufgang zu Schloss Lichtenegg, als Petra Wolff, Andres Mehne und Teemu Myöhänen zur Streicher-Kammermusik in den Rittersaal einluden. Da die Zahl der Sitzplätze in diesem edlen Raum begrenzt war, kamen nur rund 50 Zuhörer in den Genuss dieses Konzerts.
Die Ausführenden, ausnahmslos renommierte Solisten, boten auf ihren Instrumenten ein sehr klug zusammengestelltes Programm. Die Besetzung war folgende: Petra Wolff, Violine (Lichtenegg), Andres Mehne, Viola (Berlin) und Teemu Myöhänen, Violoncello (Köln).
Das Divertimento D-Dur Krebs 131 von Karl Ditters von Dittersdorf (1739 bis 1799), einem Komponisten der frühen Wiener Klassik, führte trefflich in die Schönheit dieser Musik und der hier gebotenen Wiedergabe ein.
Weniger bekannt ist hier Reinhold Glière (1875 bis 1956), ein russischer Komponist, der vor allem aus seiner heimatlichen Folklore schöpft und in der Sowjetunion hochangesehener Komponist war. Die sechs kurzen Musikstücke, vorgetragen von Violine und Violoncello, aus "Huit morceaux" op. 39 leben von ihrem gegensätzlichen Charakter.
Das schwermütige "Prélude" wird von einer tänzerischen Gavotte abgelöst. Ein Scherzo, das musikalisch neckt und dessen Melodie Irrlichtern gleich von Instrument zu Instrument huscht, beschließt das Werk.
Violine und Viola fanden im Duo G-Dur KV 423 von Wolfgang Amadeus Mozart (1756 bis 1791) zusammen und boten, sprühend vor Lust am Musizieren, traumhaft schöne Musik.
Nach der Pause stand die Serenade D-Dur op. 8 von Ludwig van Beethoven (1770 bis 1827) auf dem Programm. Hier erklang kein typischer "titanischer" Beethoven. Feinste musikalische Gedanken, in traumhaftem Zusammenspiel waren zu hören. Das "Tema con variazioni" spielte virtuos mit der einfachen Anfangsmelodie. Zwei Zugaben schlossen das festliche Konzert.