
Von Hans-Dieter Wagner
Epfendorf. Die Jahresrechnung 2010 hat Gemeindekämmerer Reinhold Scheurenbrand dem Epfendorfer Gemeinderat vorgestellt.
Ende 2009 war man noch davon ausgegangen, dass die Steuereinnahmen bei Bund, Land und Gemeinden aufgrund der Finanz- und Wirtschaftskrise und der gesetzlichen Änderungen einbrechen würden. Dass sich die Wirtschaft und damit auch die Steuereinnahmen wesentlich schneller erholen würden, zeigt der Rechnungsabschluss für 2010.
Insgesamt waren im Haushaltsplan Einnahmen und Ausgaben in Höhe von rund sieben Millionen Euro festgesetzt worden, davon entfielen etwa 5,7 Millionen auf den Verwaltungs- und 1,2 Millionen auf den Vermögenshaushalt. Tatsächlich wies die Jahresrechnung ein Volumen von 7 433 000 Euro auf, wovon 5,9 Millionen auf den Verwaltungs- und 1,4 Millionen auf den Vermögenshaushalt entfallen.
Im Verwaltungshaushalt schlugen vor allem Gewerbe- und Einkommensteuer zu Buche. Hier konnte der Kämmerer ein Plus von 200 000 Euro vermelden. Bei den Mehrausgaben fielen den Gemeinderäten vor allem die mit 94 600 Euro weit über den Planansatz liegenden Kosten für den Winterdienst auf. Der Kämmerer und Bauhof-Chef Wolfgang Hirrlinger erklärten, dass der harte Winter und die gestiegenen Streusalzpreise die Mehrkosten verursacht hätten.
Auffällig waren auch die Bewirtschaftungskosten der Schulen, die mit 53 000 Euro insgesamt um fast 51 000 Euro unter dem Planansatz lagen. Dies sei allerdings kein Grund zur Euphorie, erklärte Scheurenbrand. Man habe wegen der hohen Heizölpreise nur das unbedingt notwendige Öl getankt. Diese Kosten würden sich im neuen Haushalt wieder relativieren.
Nennenswerte Investitionen wurden bei der energetischen Sanierung der Schule mit bisher 122 000 Euro und bei der Feuerwehr für Gerät in Höhe von knapp 25 000 Euro getätigt.
Für Dorfsanierungszwecke wurden fast 690 000 Euro aufgewendet. Dafür werden allerdings noch Zuschüsse des Landes erwartet. Wie alle Baden-Württemberger haben auch die Epfendorfer Schulden. Der Schuldenstand der Gemeinde lag zum 31. Dezember 2010 bei 813367 Euro. Dies entspricht einer Pro-Kopf-Verschuldung von 238 Euro. Hinzu kommt allerdings der zu dem Zeitpunkt noch nicht verbuchte Kredit von 435000 Euro, sodass sich der Schuldenstand pro Kopf auf 365 Euro erhöht. Bei einer durchschnittlichen Pro-Kopf-Verschuldung von 434 Euro im Land liegen die Epfendorfer jedoch unterm Durchschnitt. Während es bei der Abstimmung über die Aufnahme des Kredits zwei Enthaltungen gab, wurde die Jahresrechnung 2010 einstimmig abgesegnet.