
Von Cristina Priotto Epfendorf. Mehr Platz für Kinder – unter diesem Leitspruch investiert die Gemeinde Epfendorf in den Ausbau der bedarfsgerechten Betreuungsangebote. In Harthausen wird die Betreuungszeit ausgeweitet, in Trichtingen dürfen künftig auch Zweijährige den Kindergarten besuchen.Gerade für junge Paare oder junge Menschen mit Kindern ist bei der Wahl des Wohnorts ausschlaggebend, wie gut die Kinderbetreuung ist. Die Gemeinde Epfendorf will hier künftig noch mehr punkten. Eines der Ziele von Bürgermeister Peter Boch ist es, jedem Kind in der Gesamtgemeinde einen adäquaten Betreuungsplatz zur Verfügung stellen zu können.
Mit drei Kindergärten und derzeit 100 Plätzen bei rund 3300 Einwohnern ist der Ort bereits gut aufgestellt: In Epfendorf selbst gibt es den katholischen Pfarrer-Martin-Steim-Kindergarten, dessen Träger die katholische Kirchengemeinde ist. Dieser verfügt bislang als einziger in der Gesamtgemeinde über eine Kinderkrippe: Zehn Kinder im Alter von einem bis drei Jahren können dort aufgenommen werden. Zusätzlich gibt es eine altersgemischte Gruppe, zu der Kinder ab zwei Jahren dazustoßen können.
In Harthausen wird sich mit Beginn des neuen Jahres einiges ändern: Ab Januar werden in der kommunalen Einrichtung zusätzlich Plätze für die Ganztagsbetreuung für Kinder ab drei Jahren angeboten. In dem 650-Einwohner-Dorf gibt es ausreichenden Bedarf.
Lediglich der 170-Seelen-Ort Talhausen hat keinen eigenen Kindergarten.
Großes vor hat die Gemeinde im Ortsteil Trichtingen: Im dortigen kommunalen Kindergarten wird nächstes Jahr eine weitere altersmäßig gemischte Gruppe eröffnet. In dieser können Kinder ab einem Alter von zwei Jahren aufgenommen werden. Damit einher geht zugleich eine Aufstockung des Personals um 130 Prozent, denn Kleinkinder benötigen eine intensivere Betreuung als die "Großen" ab drei Jahren. Die Bewerbungsgespräche hierfür stehen allerdings noch aus. Bislang gibt es in Trichtingen eine Gruppe mit insgesamt 25 Kindern. Wann genau die zweite Gruppe loslegen kann, steht derzeit noch nicht fest. "Wir beginnen nicht gleich ab Januar und haben zunächst nur eine vorübergehende Ausnahmegenehmigung", teilt Erzieherin Stefanie Barthel auf Nachfrage mit. Erst einmal müssen die Räume aber für die Zweijährigen vorbereitet werden. Damit sind einige fleißige Erzieherinnen und ebenso eifrige Eltern in diesen Tagen gut beschäftigt: "Wir müssen einiges umbauen und umräumen, um uns an die Bedürfnisse der zweijährigen Kinder anzupassen", erklärt Barthel.
Dass der Ausbau der drei bestehenden Einrichtungen gerechtfertigt ist, macht ein Blick auf die Statistik der Einwohner deutlich: Immerhin 15 Prozent der Menschen, die in Epfendorf und den drei Teilorten leben, sind jünger als 15 Jahre. Nimmt man die Anteile der 15- bis 25-Jährigen und der 25- bis 45-Jährigen zusammen (zwölf und 23 Prozent), ist ersichtlich, dass in den nächsten Jahren durchaus mit weiterem Nachwuchs zu rechnen ist.
Bei Tipps und Wünschen, wie sich die Ausweitung des Betreuungsangebots für Kinder gestalten sollte und wo der Bedarf am größten ist, ist die Verwaltung übrigens offen für Vorschläge der Bürger: Beim Bürgermeisteramt (Telefon 0 74 04/92 12 24) sowie bei den Leiterinnen der drei Kindergärten werden Vorschläge und Wünsche angenommen – damit jedes Kind eine adäquate Betreuung erhält.