
Von Bernd Lamberth
Epfendorf. Epfendorfs Bürgermeister Peter Boch, der im Mai mit überwältigender Mehrheit gewählt wurde, ist seit nunmehr 100 Tagen im Amt. Zeit für einen kleinen Rückblick aber auch für eine Vorausschau.Mit dem Bezug einer Wohnung in Trichtingen und dem Kauf eines dortigen Bauplatzes zeigt der "Neue", der eigentlich aus Stuttgart kommt, dass er sich auf eine längere Zeit mit seiner Frau in Epfendorf einrichten will – und dass er sich mit der Gemeinde von Anfang an identifiziert.
Gründe für Peter Boch sich in der Gesamtgemeinde Epfendorf als Bürgermeister zu bewerben, seien die ländliche und schöne Lage der Gemeinde und der, wie Boch sagt, "liebenswerte Menschenschlag" gewesen. Boch wolle den direkten Kontakt mit den Bürgern, den Menschen, er wolle die Geschicke der Gemeinde in die Hand nehmen und an politischen Prozessen mitwirken.
Der neue Bürgermeister sieht sich als Ansprechpartner für die gesamte Bevölkerung. Richtungsweisende Akzente will Boch vor allem in der Schulpolitik, im Kindergartenkonzept, in der Familienpolitik und in Sachen Gewerbe setzen. Für eine Gemeinde sei es wichtig, sagt Boch, eine intakte Infrastruktur, ein Schulwesen am Ort zu haben, und deshalb halte er am Schulstandort fest. Die Schule habe sehr gute Lehrer und ein tolles pädagogisches Programm mit einer guten Arbeitsweise. Deshalb solle nun umgehend mit den verschiedenen Interessengruppen ein Schulkonzept erarbeitet werden. Was die Kindergärten anbelangt werde die Gemeinde den notwendigen Raum und die entsprechenden Angebote bieten.
Die Familienpolitik, die die Gemeinde voranbringen soll, müsse neuen Lebensraum – etwa durch Wohnbauförderung – schaffen. Auch die Förderung des betreuten Wohnens gehöre dazu. Erste Gespräche in Sachen Gewerbeförderung gab es mit der IHK in Villingen-Schwenningen. Auch ein Konzept für die aktive Vermarktung der Gewerbeflächen werde zurzeit erarbeitet. "Seit dem 1. August 2011 wird aktive Unternehmenspolitik sowie Standortwerbung betrieben", sagt Boch nicht ohne Stolz.
Stolz ist das neue Gemeindeoberhaupt auch auf "die für die Außenwirkung wichtige neue Homepage der Gemeinde", die noch im laufenden Monat an den Start gehen werde.
Natürlich gebe es noch weitere Dinge, die es in Zukunft anzupacken gelte: zum Beispiel die Erarbeitung eines Nahwärmekonzeptes für die Gemeinde, das Abhalten einer Gewerbeschau, und auch der Umbau des Rathauses müsse in Angriff genommen werden.
Eine "Herzensangelgenheit" sei für ihn ein Gemeindeentwicklungskonzept, das den Bürger bei Entscheidungsprozessen mit ins Boot holen soll, um ihm die Möglichkeit zur Mitgestaltung zu geben. Ein externes Unternehmen habe in der letzten Gemeinderatssitzung den Auftrag erhalten, ein solches Gemeindeentwicklungskonzept zu erstellen und umzusetzen. Um Menschen für einen Stand- und Wohnort, zu begeistern, sei es wichtig, genau die Wahrnehmung der Bürger einzufangen, zu erkennen und zu nutzen. Mit Hilfe eines solchen Konzepts sei dies zu schaffen, meint der Neu-Epfendorfer.
Für ihn hat das Schiff namens "Epfendorf" Fahrt aufgenommen. "Die ersten Weichenstellungen für eine zukunftsorientierte Gemeindeentwicklung sind erfolgt", sagt der Bürgermeister.