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Empfingen Vorfreude aufs Fest ist größer als der Stress

Schwarzwälder-Bote, vom 27.01.2011 21:00 Uhr

Empfingen. Heute ist es soweit, die Empfinger Narrentage beginnen mit der Saiwaldsause. Grund genug, dem Vorsitzenden der Narrenzunft Empfingen, Thomas Joachim, einige Fragen zu stellen. Die Empfinger Narrentage stehen vor der Tür. Steigt bei Ihnen die Vorfreude oder überwiegt noch der Stress der Vorbereitung?

Die Freude über die bevorstehenden Empfinger Narrentage ist größer als der momentane Stress. Wir haben alle anstehenden Aufgaben verteilt und arbeiten sie gemeinsam ab. Zugegeben sind die Schlüsselpositionen momentan sehr ausgelastet.

Wann wurde mit der Organisation begonnen? Wieviele Helfer werden sich um die Tausenden Gäste kümmern?

Wir haben vor über zwei Jahren das Projekt Empfinger Narrentage 2011 gestartet. Damals waren die Narrentage noch sehr weit weg und jetzt sind es nur noch wenige Stunden. Im Vorfeld haben wir uns nur in einem sehr engen Kreis mit den Narrentagen beschäftigt und die wichtigsten Dinge auf den Weg gebracht. Selbstredend hat sich dies von Woche zu Woche gesteigert. Wir wollen uns bereits heute schon bei allen Helfern der Empfinger Narrentage bedanken. Auch versprechen wir, dass wir ein Narrenfest dieser Größenordnung nicht vor 2026 wieder veranstalten werden. Wir werden etwa 300 Arbeitseinsätze bewältigen müssen. Um wieviel Personen es sich handelt, kann ich nicht genau sagen, da viele Helfer doppelt und dreifach arbeiten.

Wie kam man auf die Idee, ein Treffen für Strohfiguren abzuhalten?

Unser Brauchtumer, Fasnets-Professor und Strohbären- Papst Werner Baiker hat uns hier quasi eine Steilvorlage geliefert. Wir sind zu einigen Umzügen der VSAN (Vereinigung Schwäbisch-Alemannischer Narrenzünfte) aufgrund unserer langen und alten Fasnetstradition seit 1784 und speziell unserer Strohbären eingeladen worden. Auch hat Werner Baiker eine Ausstellung im Narrenschopf in Bad Dürrheim konzipiert und auch organisiert. Diese Kontakte haben wir genutzt und bereits früh mit entsprechenden Zünften und Gruppen gesprochen. An dieser Stelle sei nochmals erwähnt, dass es sich bei dem Strohfigurentreffen um das größte seiner Art in ganz Süddeutschland handelt.

Auf welche der Gruppen, die sich angekündigt haben, freuen Sie sich am meisten?

Hier eine Zunft besonders herauszuheben ist schwierig. Wir freuen uns, alte Freunde, die wir nicht jedes Jahr sehen, an diesem Tag zu treffen. Hierzu zählen besonders Seelbach, Gruol, Weildorf, Rangendingen, Weil der Stadt und Hirrlingen. Wir sind besonders stolz, dass uns zehn Zünfte mit Strohbrauchtum und vier Zünfte der VSAN besuchen werden. Jeder der beiden Umzüge ist in seiner Art für Empfingen und auch für die gesamte Raumschaft um uns herum einmalig.

Die Fasnetzeit ist in diesem Jahr besonders lang. Gerade auch mit den Narrentagen gibt es für die Narrenzunft Empfingen und auch Sie als Vorsitzenden einiges an Mehrarbeit. Was ist Ihr Rezept, um die ganzen Aufgaben zu bewältigen?

Wir haben für dieses Jahr bewusst keinen überfüllten Fasnets-Fahrplan. Wir sind der Meinung, dass man nicht jedes Wochenende weg muss. Die Freude an der Fasnet muss erhalten bleiben und man muss auch noch Kraft für die hohen Tage ab dem Ruaßigen Dauschtig haben. Die Aufgaben sind verteilt und wenn jeder mitarbeitet, macht es auch Spaß. Für die nötigen Ruhepausen habe ich im Vorfeld gesorgt. Es ist auch so, dass der 1. Vorstand vorausgehen muss. Dies bedeutet jedoch nicht, dass ich überall sein muss.

Beim Narrendörfle in Bildechingen ist eine Narrengruppe aus Wurmlingen angegriffen worden. Beunruhigt Sie so etwas, gerade auch im Hinblick auf die Narrentage?

Ich pflege einen engen Kontakt mit meinem Zunftmeister- und Ring-Kollegen aus Wurmlingen. Es erschreckt einen schon etwas, wenn man solche Nachrichten lesen muss. Viele haben das Fasnets-Motto: "Jedem zur Freud und niemand zum Leid" nicht verstanden. Auch sind solche Themen nicht nur an der Fasnet, sondern leider bei jeder größeren Veranstaltung präsent. Da wir etwas festerfahren sind, können wir damit umgehen. Auch wurden mit allen sicherheitsrelevanten Organisationen wie Polizei, Feuerwehr, DRK oder Ordnungsamt schon lange im Voraus gesprochen. Nach Wurmlingen möchte ich von dieser Stelle aus nochmals meine herzlichsten Grüße schicken.Was für einen Stellenwert haben die Narrentage in der Geschichte der Narrenzunft Empfingen?

Die Empfinger Narrentage 2011 sind nicht das größe Ereignis der Zunft. Es wurden schon größere Ereignisse gestemmt. Die Empfinger Narrentage stellen jedoch, was die Bedeutung und die Qualität angeht, das wichtigste Ereignis in der Vereinsgeschichte dar. Zu keinem Zeitpunkt war so viel Tradition und Brauchtum verkörpert durch die Zünfte in Empfingen. Wir hoffen, dass wir noch lange von diesem "Narrenfescht" zehren können.Welche Vorzüge hat die hohenzollerische Fasnet im Vergleich zur Fasnet in anderen Regionen (zum Beispiel der schwäbisch-alemannischen)?

Grundsätzlich gehört alles zur schwäbisch-alemannischen Fasnet, was sich in der Raumschaft bewegt. Der alte Landstrich Hohenzollern stellt, nicht nur an der Fasnet, eine Besonderheit dar. Uns ist es wichtig, Besonderheiten zu pflegen. Aus diesem Grund freue ich mich ganz besonders auf den Moment beim Singen des Hohenzollern-Liedes in der Tälesee-Halle. Dort werde ich vermutlich eine Gänsehaut bekommen. Ich hoffe, die Narren sind textsicher.

Fasnet ist ja weitaus mehr als nur Party. Wie schafft es die NZ Empfingen, das Brauchtum hochzuhalten.

Dies schafft nicht nur die Narrenzunft Empfingen, sondern ganz Empfingen. Die Narrenzunft ist nur ein Teil der "E’pfenger Fasnet". Die Fasnet in Empfingen ist geprägt durch viele freie Bräuche und Traditionen, die besonders durch die Gruppen, Cliquen und Kameradschaften gepflegt werden. Einiges wird verändert und einiges wird, wie unser Hexenwasserbrauen beim Hohenzollerntreffen, wieder aufgeführt. Die Richtung muss stimmen und bestimmte Regularien müssen eingehalten werden, dann kann jeder Brauch lange überleben.

Was ist das beste Argument für einen Besuch der Empfinger Narrentage?

Wir wollen allen Besuchern der Empfinger Narrentage ein rauschendes "Narrenfescht" bereiten. Neben den beiden einmaligen Umzügen am Samstag und Sonntag, bei denen nur einmal ein Umzugsbändel gekauft werden muss, ist in der Tälesee-Halle und auch im Flecken der Teufel los. Hier alles aufzuführen wäre zuviel schauen. Weitere Infos gibt es unter www-narrenzunft-empfingen.de.

Die Fragen stellte Joachim Frommherz

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