Von Florian Ganswind

Empfingen. Seit 12. Oktober hat ein Zirkus auf einem Privatgelände in der Robert-Bosch-Straße sein Winterquartier bezogen. Doch Bürgermeister Albert Schindler ist nicht unglücklich, wenn der Zirkustrupp weiterziehen würde.

"Das Thema beschäftigt uns jetzt schon seit einiger Zeit, obwohl wir eigentlich damit als Gemeinde nichts zu tun haben, weil es sich ja um ein Privatgelände handelt", erzählt er. Aber schon der Auftakt sorgte in Empfingen für Turbulenzen, wie das Gemeindeoberhaupt berichtet. Der private Platz, den die Zirkusleute angemietet haben, reiche gar nicht für die gut 15 Auflieger, Anhänger und Wohnwagen aus.

Deswegen kam es am 12. Oktober bei der langwierigen Rangiererei zu einem Rückstau auf den Straßen des Gebietes, und einzelne Auflieger wurden laut Schindler und der Polizei im Haltverbot auf öffentlichem Gelände abgestellt. Noch heute besteht dieses Problem teilweise, sodass es zu Verkehrsbehinderungen komme.

Noch ein Ärgernis für den Bürgermeister: In der Not hätten die Zirkusleute öffentliches Wasser abgezapft. Am Mittwoch habe es dann endlich ein Gespräch gegeben. Und der Zirkus-Vertreter habe versprochen, dass bis kommenden Montag eine Lösung mit Zähler eingerichtet werde. "Ich habe mir eine Kaution zahlen lassen", so Schindler.

Gestern erhielt auch unsere Redaktion mehrere, zum Teil aufgeregte Anrufe von den Zirkusleuten. "Wir hoffen auf Futterspenden für unsere Tiere", erklärte ein Mann. "Und unsere Kinder haben nicht mal was zum Nikolaus bekommen." Im Winter könne der Zirkus keine Auftritte machen, sodass es ohne Spenden nicht gehen würde, erzählte der Mann. Die Tiere seien aber nicht in Gefahr.

Insgesamt sind es laut der Polizei rund 15 Menschen, davon mehrere Kinder. Drei von ihnen gehen nach Angaben des Bürgermeisters in die Schule nach Empfingen, weil sie schulpflichtig sind. Die jüngeren Kinder seien auch im Kindergarten Reichenhalden willkommen, zeigt Schindler Entgegenkommen. Doch dieses Angebot werde nicht genutzt.

Eine gute Nachricht: Die Polizei berichtet, dass das Veterinäramt nach einer Vor-Ort-Besichtigung keine Beanstandungen bei der Tierhaltung hatte.

Das Ziel der Zirkusleute sei, einen neuen, geeigneten Standort zu finden, erzählt der Bürgermeister. Er hoffe nun, dass die Verabredung für die Wasserversorgung eingehalten werde. "Noch toller wäre es aber, wenn sie einen anderen Standort finden würden." Und damit meint Schindler natürlich einen Platz außerhalb der Gemeinde Empfingen.