Empfingen Rat an die Senioren: "Hören Sie auf ihr Bauchgefühl"

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Kriminalhauptkommissar Uwe Schmid informierte beim Arbeitskreis Senioren über Betrugsmaschen. Foto: Baiker Foto: Schwarzwälder-Bote

Empfingen (jb). "Sind Sie misstrauisch, hören Sie auf ihr Bauchgefühl", so ein wichtiger Rat von Kriminalhauptkommissar Uwe Schmid vom Polizeipräsidium Tuttlingen. Der Arbeitskreis Senioren hatte ihn zum Thema Betrugsmaschen eingeladen.

Der MGV Empfingen hatte dazu das Sängerheim zur Verfügung gestellt. Jürgen Baiker begrüßte und stieg gleich mit einer persönlichen Erfahrung ein: "Glückwunsch, Sie haben einen BMW gewonnen", so ein Telefonanruf. Des Weiteren thematisierte Baiker noch Anrufe bei Gewinnbenachrichtigungen, Enkel in Not, Umfragen. Damit übergab er Uwe Schmid das Wort.

Schmid stellte sich vor. 36 Jahre im Polizeidienst, davon nunmehr zehn Jahre in der Kriminalprävention und technischen Prävention tätig. Er ging zunächst auf die Situation der Polizei im Kreis Freudenstadt ein. Im Landkreis Freudenstadt ist die Schutzpolizei 170 Mann stark. Der Kriminalpolizei gehören 25 Mitglieder an. 2015 wurden im Landkreis 4358 Straftaten erfasst. 2138 Tatverdächtige gab es.

Nähe zur Autobahn

Die Aufklärungsquote lag im Schnitt bei 65 Prozent. Jedoch liegt die Aufklärungsquote bei Wohnungseinbrüchen allein bei nur 15 Prozent. Im Empfinger Bereich gebe es mehr Wohnungseinbrüche als im Bereich Freudenstadt. Dies hänge auch mit der Nähe der Autobahn zusammen. Schmid stellte fest, dass Baden-Württemberg und Bayern die sichersten Bundesländer seien.

Margit Briegel wollte wissen, wie es speziell in Empfingen aussieht. 2015 habe es 94 Fälle gegeben, 2014 70 Fälle, 2016 würden es wohl weniger sein. Insgesamt gesehen haben aber die Wohnungeinbrüche in Baden-Württemberg zugenommen, so Schmid. Er stellte fest, dass dies aber in den 90er-Jahren viel schlimmer ausgesehen habe.

Dann ging Schmid auf Trickbetrügereien ein. Hier gehe es vor allem darum, Vertrauen zu erschleichen, in die Wohnung zu kommen, und schon habe man als Opfer verloren.

Schmid stellte einige anonyme Fälle vor, vor allem von Senioren, darunter eine ältere Dame, die von einer wildfremden Frau angesprochen wurde. Sie wurde in die Wohnung reingelassen und zum Kaffee eingeladen und schon fehlten Geld und Schmuck.

Bei einem Fall ging es um den Verkauf von Teppichen für mehrere Tausend Euro, wobei der tatsächliche Wert bei nur 500 Euro lag.

"Nie Fremde in die Wohnung lassen", so ein wichtiger Ratschlag von Schmid. Zuerst schauen, wer draußen ist. Auch auf das aktuelle Thema "Benzinbettler" ging Schmid ein. Dabei versuche man mittels eines Appells an die Hilfsbereitschaft, zu erreichen, dass Geldbeutel herausgeholt werden. Auch vor Einkaufsmärkten müsse man aufpassen. "Können Sie mir ein Zwei-Euro-Stück wechseln?" Und schon ist es passiert.

Während dieses Vortrages, bei dem auch die Zuhörer sich immer wieder meldeten, hieß es immer wieder: "Sind Sie misstrauisch, hören sie auf ihr Bauchgefühl. Nichts unterschreiben, nichts kaufen, den Geldbeutel nie herausziehen, sondern stecken lassen."

Baiker bedankte sich für den sehr lebendigen Vortrag und überreichte ein Weinpräsent.

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