
Von Karl Gaus
Empfingen. Nach den Eröffnungsgottesdiensten am Sonntag in Mühlheim und Renfrizhausen durch den evangelischen Pfarrer Matthias Gössling vom Kirchberg, hatten sich zum ersten Abend in der ökumenischen Bibelwoche am Montag rund 30 Frauen und Männer im evangelischen Gemeindehaus getroffen.
Im Mittelpunkt stand dabei der Psalm 27, der zwischen 800 bis 1000 vor Christus im hebräischen Urtext von David verfasst wurde und so beginnt "Der Herr ist mein Licht und mein Heil, vor wem sollte ich mich fürchten? Der Herr ist die Kraft meines Lebens, vor wem sollte mir bangen?"
Die evangelische Pfarrerin Sylvia Unzeitig freute sich bei der Begrüßung, dass die katholische Gemeindereferentin Antje Perktold sich bereit erklärt hat, durch den Bibelabend zu führen. Sie verstanden es bestens, unter Einbeziehung der Teilnehmer von Beginn an eine Neugier aufzubauen und einen regen Gedankenaustausch herbeizuführen. Zu Beginn hat die Referentin zwei Plakate mit den Aufschriften "Licht und Heil" und "Dunkel und Unheil" vorgestellt. Die Anwesenden konnten dazu ihre Gedanken und Überlegungen einbringen, die in einer Schreibmeditation von Antje Perktold auf die beiden Plakate geschrieben wurden. So beispielsweise zu den Begriffen "Licht und Heil", Liebe, Wärme, Freude, Sonne, Gemeinschaft, Freiheit, Freunde, Gesundheit, Zufriedenheit, Beten, Vertrauen, Natur und vieles mehr. Als Begriffe für "Dunkel und Unheil" wurden zum Beispiel genannt: Krankheit, Leid, Trauer, Tod, Unzufriedenheit, Lüge, Mobbing, Depression, Enttäuschung und Kummer.
Nach einer kurzen Stille wurde der ganze Psalm vorgelesen und an die Teilnehmer ausgeteilt. Diese haben dann den Psalmtext durchgesehen und je nach der eigenen Feststellung Ausführungen zu "Licht und Heil" mit hellen Farben unterstrichen und "Dunkel und Unheil" mit dunkler Farbe kenntlich gemacht.
Nach diesem gelungenen Einstieg in das Thema des Abends wurden die einzelnen Passagen des Psalms näher betrachtet. In der Überwindung lebensbedrohlicher Situationen erfahre man die Nähe Gottes. Schreckensbilder von Krieg und Gewalt lassen die Menschen im Vertrauen auf Gott nicht verzagen.
Abschließende Ausschnitte aus dem Psalmtext wie: "Zeige mir, Herr den Weg, leite mich auf ebener Bahn trotz meiner Feinde. Gib mich nicht meinen gierigen Gegnern preis, denn falsche Zeugen stehen gegen mich auf und wüten. Ich aber bin gewiss, zu schauen, die Güte des Herrn im Land der Lebenden. Hoffe auf den Herrn und sei stark und hab festen Mut," seien auch in unserer Zeit aktuell.
Zum Schluss des Bibelabends versprach die Referentin noch ein besonderes "Bonbole". In einer Gegenüberstellung (Synopse) wurden die Übersetzungen des hebräischen Psalms 27 vorgetragen. Antje Perktold trug die Einheitsübersetzung vor, Pfarrerin Sylvia Unzeitig die von Martin Buber/Franz Rosenzweig und Margarete Schon informierte über die Lutherbibel.
Pfarrerin Unzeitig dankte der Referentin für die interessante Art, den Zuhörern den Bibeltext näher zu bringen. Als besonderes Dankeszeichen übergab sie Perktold Frühlingsblumen. Mit dem verdienten Beifall für die Gemeindereferentin wurde die Zusammenkunft beendet.