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Empfingen Private Nutzung des Munitionsdepots ist weiterhin möglich

Schwarzwälder-Bote, vom 27.01.2012 21:00 Uhr
Albert Schindler möchte eine rasche Entscheidung vom Gemeinderat, ob Empfingen das Munitionsdepot-Gelände kaufen soll. Archiv- 
Foto: Frommherz Foto: Schwarzwälder-Bote
Albert Schindler möchte eine rasche Entscheidung vom Gemeinderat, ob Empfingen das Munitionsdepot-Gelände kaufen soll. Archiv- Foto: Frommherz Foto: Schwarzwälder-Bote

Von Joachim Frommherz

Empfingen. Bei der Nutzung des Geländes des ehemaligen Munitionsdepots Heinzelberg kommt die Gemeinde Empfingen unter Zeitdruck. Möglichst rasch muss sie sich nun erklären, ob sie an dem Gelände interessiert ist. Immerhin: Die Überlassung der Fläche an Privatpersonen ist wohl nach wie vor möglich. Und ist nicht, wie von Bürgermeister Albert Schindler im schlimmsten Fall befürchtet, gar kein Thema mehr.

Grund für die Eile ist, dass die Zuständigkeit des Geländes gewechselt hat. Verantwortlich ist nicht mehr länger die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BImA), sondern das Bundesforstamt Heuberg in Meßstetten. Am kommenden Montag, so teilt Schindler auf Nachfrage unserer Zeitung mit, werde es in Stuttgart ein Übergabegespräch der beiden Behörden geben.

Auf Beschluss des Gemeinderates in einer nicht öffentlichen Gemeinderatssitzung im Oktober des vergangenen Jahres, hatte Schindler bisher versucht, von der BImA Auskunft darüber zu bekommen, mit welchen Konditionen und Preisen die Gemeinde rechnen müsste, sollte sie das Gelände des Munitionsdepots erwerben wollen. Bislang kam keine Antwort. Nun wird also deutlich warum.

Eine Vertreterin des Bundesforstamtes in Meßstetten habe ihm erklärt, dass sich die Gemeinde dazu bekennen müsse, ob sie an einem Kauf interessiert sei, so Schindler weiter. Gleichzeitig habe sie deutlich gemacht, dass das Bundesforstamt eine ökologische Nutzung des Geländes – beispielsweise als Ausgleichfläche für große Bauprojekte im Land – stärker ins Blickfeld rücke als bisher bei der BImA. Ein Verkauf an Privatpersonen sei aber nicht ausgeschlossen. Allerdings, so der Empfinger Bürgermeister weiter, habe man ihm beim Bundesforst zu verstehen gegeben, dass falls man die Fläche an private Nutzer abgeben möchte, es eine öffentliche Ausschreibung geben werde, auf die hin Interessenten ihre Angebote abgeben müssten.

Schindler möchte in den nächsten Tagen einige Gespräche führen. Unter anderem mit dem Leiter Verkauf bei der BImA in Stuttgart, Michael Scharf, der noch verantwortlich für das Munitionsdepot ist. Aber natürlich werde er auch ein Gespräch mit dem Apotheker Magnus Geiger führen, der am Gelände interessiert und dort einen Tee- und Kräutergarten auf den freien Flächen betreiben will. Geiger habe auch schon ein Angebot abgegeben – und das noch bevor Daimler an Empfingen als möglichem Standort für ein Prüfzentrum mit Teststrecke gezeigt habe. Das Interesse des Autobauers habe immerhin rund ein Jahr gekostet, erinnert Schindler. Er machte nochmal deutlich, dass man seitens der Gemeinde eine umweltverträgliche Nutzung des Munitionsdepot-Geländes anstrebe. Was Magnus Geiger angehe, arbeite man nicht gegen, sondern mit ihm.

Damit man möglichst rasch reagieren kann, plant Schindler, dass im nichtöffentlichen Teil der Gemeinderatssitzung am 7. Februar entscheiden wird, ob die Gemeinde versuchen soll, das Munitionsdepot-Gelände zu erwerben oder nicht.

Dass die Gemeinde nun so unter Druck kommt, ist etwas überraschend. Denn bisher war das Interesse der BImA an einem Verkauf deutlich. Als es um die Ansiedlung des Bioenergiezentrums ging, schien die Nutzung des Munitionsdepot-Gelände klar. Doch die Gemeinde machte schlussendlich einen Rückzieher aufgrund des massiven Widerstands der Bevölkerung – vor allem in Wiesenstetten. Während der Zeit, als Daimler Interesse zeigte, habe wohl ein Umdenken hinsichtlich der Nutzung des Geländes stattgefunden, meint Schindler.

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