
Empfingen - Was geschieht mit dem Gelände des ehemaligen Munitionsdepots? Diese Frage war viele Jahre lang ein Top-Thema in Empfingen. Nun könnte es sein, dass alle bisherigen Überlegungen umsonst waren.
Dies befürchtet zumindest Empfingens Bürgermeister Albert Schindler, der nun bereits seit mehr als 15 Jahren eine Lösung für das Areal sucht.
In der jüngsten Gemeinderatssitzung beklagte er sich darüber, dass es in dieser Frage keine Bewegung gebe. Die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BIMA), Besitzerin der Flächen des Munitionsdepots, äußere sich nicht mehr bezüglich eines Verkaufs beziehungsweise einer Überlassung an die Gemeinde. Schindler: "Meine Vermutung: Die wollen gar nicht mehr mit mir reden." Er könne sich vorstellen , dass die BIMA die Flächen behält, damit diese als Ausgleichsfläche seitens des Bundes bei Bauprojekten geltend gemacht werden kann. Denn diese müssen nicht in einem unmittelbaren räumlichen Zusammenhang mit einem Bauprojekt stehen.
Doch kommt es auch wirklich so, oder mahlen die bürokratischen Mühlen einfach nur langsam? Eine Stellungnahme der BImA war bis gestern Abend nicht mehr zu bekommen.
Schon im vergangenen Jahr hatten potenzielle Interessenten schlechte Karten. Denn da lag das Thema "Munitionsdepot" die meiste Zeit aufgrund der möglichen Ansiedlung eines Daimler-Prüfzentrums mit Teststrecke auf Eis.
Sollte die BIMA nun wirklich nicht verkaufen wollen, würde dies das Ende aller Bemühungen der Gemeinde für eine Nutzung des Geländes bedeuten.
Bürgermeister Albert Schindler würde sich auf jeden Fall zuerst einmal darüber freuen, wenn er Klarheit bekäme. Ein für vergangenen Freitag angesetztes Gespräch mit dem bei der BIMA in Karlsruhe fürs Munitionsdepot zuständige Sachbearbeiter sei auf den morgigen Freitag verschoben worden. Er hofft nun, dass er dann Klarheit bekommt, wie es mit dem Gelände weitergeht.
Schindler betont, wie wichtig es für einen Interessenten sei, planen zu können. Denn zuerst müsse die Gemeinde, ehe sie die Flächen an einen Investor abgibt, für diesen Planungsssicherheit schaffen, indem beispielsweise der Flächennutzungsplan geändert wird. Dieser Weg führe über die Verwaltungsgemeinschaft mit Horb und Eutingen.
Aktuell interessiert sich der Empfinger Magnus Geiger für das Gelände. Er möchte auf den Freiflächen Tee und Heilflächen anpflanzen. Seitens des Gemeinderates kann man sich diese Nutzung durchaus vorstellen. Anderen Nutzungsarten wie einer Auffangstation für Polarhunde wurden abgelehnt. Hier hatte man Bedenken wegen des Lärms. Kurz vor der Realisierung war das "Bioenergiezentrum Heinzelberg", in dem Klärschlamm getrocknet worden wäre. Doch der große Widerstand in der Bevölkerung wegen möglicher Lärm- und Geruchsbelastungen sorgte dafür, dass sich der Gemeinderat schlussendlich gegen den Bau entschied.