
Von Karl Gaus
Empfingen/Mühlheim/Renfrizhausen. Die ökumenische Bibelwoche der Kirchengemeinden Empfingen, Sulz-Mühlheim und Renfrizhausen wurde im Gemeindehaus in Renfrizhausen fortgesetzt. Dazu hatten sich rund 25 Frauen und Männer eingefunden.
Der besondere Gruß des Kirchengemeinderatsvorsitzenden Dietmar Kuscha galt der Religionslehrerin Carmen Wössner für die Bereitschaft, durch den Bibelabend zu führen und dem Chor "St. Johann Singers" der Pfarrei Sulz für die musikalische Umrahmung unter der Leitung von Thomas Rothenhäusler.
Im Mittelpunkt stand der Psalm 118 "Danket dem Herrn, denn er ist freundlich, und seine Güte währet ewiglich", der mehrere Jahrhunderte vor Christus im hebräischen Urtext verfasst sein dürfte und keinem Autor zugeordnet werden kann. Gedeutet wurde der Psalm im späten Judentum auf den Messias hin und im Christentum auf Jesus Christus hin. Es wird vermutet, dass er vor und nach dem letzten Abendmahl von Jesus Christus gebetet wurde. Der Psalm 118 war auch der Lieblingspsalm von Reformator Martin Luther, wie zu hören war. Dieser Psalm hat liturgischen Charakter, deshalb wurde er wohl von Priestern, Chor und Gemeinde gebetet. Tatsache ist, dass der Beter in Bedrängnis war und in großer Not Gottes Hilfe erfahren hat. Dafür wollte er Gott immerzu loben.
Zu Beginn sind die Teilnehmer von außen in das Gemeindehaus eingezogen, so wie die Gläubigen einst zum Tempelvorhof in Jerusalem gezogen sind. Mit dem gemeinsam gesungenen Lied "Ich lobe meinen Gott" wurde der Abend eröffnet. Nach dem gelungenen Einstieg in das Thema wurden die einzelnen Passagen des Bibeltextes gemeinsam gebetet und durch Carmen Wössner näher erläutert und gleichzeitig die Brücke zu Geschehnissen in der heutigen Zeit geschlagen. Mitten im Raum wurde der Anfang des Lebens symbolisch durch eine Taufkerze dargestellt.
Der Psalm ist ein dankbares Bekenntnis eines Beters zur Hilfe Gottes. Gott sei in der Nähe der Menschen und in manchen Menschen komme einem Gott entgegen. Jesus Christus stehe für den liebenden Gott. Das Leid zu ertragen sei für die gläubigen Menschen einfacher, weil sie wissen, dass Gott mit ihnen sei. Das Abendmahl und die Eucharistie seien auf das Leben Jesu ausgerichtet.
Es wurde bei dem Bibelabend viel gemeinsam gesungen, und der Frauenchor aus Sulz erfreute die Zuhörer mit Liedern wie "Wenn die Nacht mich überschattet", "Erbarme dich" und "Dies ist der Tag". Nach dem Segen durch die Empfinger Pfarrerin Sylvia Unzeitig erklang das Schlusslied "Geh auf deinen Weg getrost und ohne Sorgen".
Der Referentin Carmen Wössner ist es gelungen, in einer sehr anschaulichen und lebendigen Art den Zuhörern den Bibeltext näher zu bringen. Dafür gab es für sie und auch für die Sängerinnen aus Sulz für das moderne geistliche Liedgut den verdienten Beifall der Anwesenden.
Abschließend sprach Dietmar Kuscha von einem schönen Erlebnis und dankte der Referentin und den Sängerinnen für ihr Engagement mit einem kleinen Präsent.