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Empfingen Ein Leben lang ehrenamtlich tätig

Von
Franz Fischer Foto: Privat Foto: Schwarzwälder-Bote

Franz Fischer hat sein 90-jähriges Leben in Wiesenstetten verbracht und hat dort jahrelang die Bank geleitet. In seiner Freizeit hat sich der Mann mit dem herzhaften Lachen in Vereinen und der Dorfgemeinschaft engagiert.

Empfingen-Wiesenstetten. Als fünftes von sechs Kindern wurde Franz Fischer am 23. Januar 1927 in Wiesenstetten als Sohn von Anton und Magdalena Fischer geboren. Seine beiden Brüder sind gefallen. Seine Schwester Hermine lebt in Dommelsberg. Franz Fischer besuchte die Volksschule in Wiesenstetten bis 1941 und wechselte zur Landwirtschaftlichen Berufsschule in Mühringen.

1957 feierte er Hochzeit mit Elisabeth Fischer aus Bittelbronn bei Haigerloch. Die beiden übernahmen die Landwirtschaft von den Eltern in Wiesenstetten. Tochter Annerose und Sohn Kurt komplettierten das Glück der jungen Familie.

1965 gab Franz Fischer seine Landwirtschaft auf und wechselte zur selbstständigen Spar- und Darlehenskasse Wiesenstetten. Anfangs war die gute Stube im Haus Fischer der Kassenraum und der Tresor stand im Hausflur. Nach der Verschmelzung mit der Raiffeisenbank Horb (1969) war er von 1971 bis 91 als Bankangestellter vollzeitig tätig. Er fungierte als "Springer" in allen Zweigstellen wie Rexingen, Betra, Dettingen und Bildechingen. Seine Kunden hatten Vertrauen zu ihm, war er doch immer freundlich und nahm sich Zeit für ein Schwätzle. Nicht immer konnte er seine Kunden beim Namen nennen, jedoch kannte er deren Kontonummern auswendig.

Kunden hatten Vertrauen zu ihm und hielten gerne ein Schwätzle

Dennoch blieb er der Landwirtschaft verbunden: 30 Jahre lang, von 1974 bis 2004, fungierte Fischer als landwirtschaftlicher Ortsobmann in Wiesenstetten als Interessenvertretung der Bauern im Kreisbauernverband. Als Kassenprüfer im Kreisbauernverband war er weit über 20 Jahren tätig.

Auch die Kirchengemeinde lag ihm am Herzen: Von 1968 bis 1996 gehörte er dem Kirchengemeinderat der katholischen Kirche St. Stephanus an. Zukunftsweisende Aufgaben waren zu erfüllen mit dem Umbau des Pfarrhauses und der Einrichtung des Pfarrgemeindesaal, der heute eine tragende Rolle als Treffpunkt und Veranstaltungsraum in der Gemeinde spielt. Alljährlich schmückt und gestaltet Franz Fischer mit Hilfe seiner Nachbarinnen einen Fronleichnamsaltar vor seinem Haus und pflegte damit eine Tradition seiner Familie und des Hauses von über 80 Jahren. Fischer gehörte 1981 zu den Gründungsmitgliedern der Fördergemeinschaft Wiesenstetten für die Sozialstation Horb und verwaltete 32 Jahre lang, also bis er fast 87 Jahre alt war, die Kasse.

40 Jahre lang war Franz Fischer Mitglied im Schwarzwaldverein Horb und wanderte bei jeder Gelegenheit mit. Der Posten des Kassierers war ihm auch hier sicher.

Gemeinschaftsleben lag ihm am Herzen: "Das hält jung!"

Zum Ausgleich betrieb Fischer aktiv und regelmäßig seine Hobbies. Wandern, Schwimmen, Kegeln standen wöchentlich oder 14-tägig auf dem Programm. Er liebte die Sauna und besuchte seiner Gesundheit zuliebe durchaus auch mal ein Wellnessbad.

1970 weckte der Gewinn einer Flugreise nach Berlin seine Reiselust. Der Besuch in der damaligen Ostzone beeindruckte ihn ungemein. Gran Canaria, Schottland, Türkei und andere Länder hat er bereist. Dem Wiesenstetter Frühschoppenclub, der sich sonntagmorgens nach dem Gottesdienst in den Wirtschaften im Flecken traf, gehörte er fast 60 Jahre lang an. Die Organisation der jährlichen Ausflüge oblag selbstverständlich dem Franz. Man müsse was zum Gemeinschaftsleben beitragen, sagte er anlässlich seines 80. Geburtstags vor zehn Jahren. "Das hält jung!", sagte er und lachte sein herzhaftes und ansteckendes Lachen.

26 Jahre lang war Franz Witwer und er versorgte sich selbst, obgleich Sohn Kurt nebenan wohnt. Haushalt, "Krautgarten", Baumwiese, Kartoffelacker, Kochen, Backen hielten ihn auf Trab.

In der Sauna knüpfte er einst vor knapp 20 Jahren Kontakte zum Fußballverein aus Isingen im Zollernalbkreis und wurde dessen treuer Fan. Zu Auswärtsspielen backte Fischer oft zwei große "Apfelbeeten", die genüsslich verspeist wurden von den jungen Spielern.

Im Januar feierte er seinen 90. Geburtstag mit Familie und Freunden. Nun trauern seine Kinder und seine Enkelkinder um den Vater und Opa.

 
 

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