
Von Joachim Frommherzund Thomas Kost
Empfingen/Haigerloch. Was geschieht mit dem Gelände, auf dem das ehemalige Munitionsdepots steht? Diese Frage war viele Jahre lang ein Top-Thema in Empfingen und Haigerloch. Nun könnte es sein, dass alle Überlegungen zu einer Nutzung des Geländes Makulatur werden.
Dies befürchtet zumindest Empfingens Bürgermeister Albert Schindler, der seit mehr als 15 Jahren eine Lösung für das Areal sucht. Denn in jüngster Zeit, so berichtete Schindler in der Empfinger Gemeinderatssitzung, habe sich die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BImA) als Besitzerin der Flächen überhaupt nicht mehr zu einem Verkauf geäußert.
Schindler vermutet hinter dem Schweigen der BImA, dass sie das Gelände behalten will, um sie als Ausgleichsfläche seitens des Bundes bei Bauprojekten geltend machen zu können. Solche Ausgleichsflächen müssen nämlich nicht in einem unmittelbaren räumlichen Zusammenhang mit einem Bauprojekt stehen.
Schon im vergangenen Jahr hatten potenzielle Interessenten schlechte Karten. Denn da lag das Thema "Munitionsdepot" aufgrund der möglichen Ansiedlung eines Test- und Prüfzentrums des schwäbischen Automobilkonzerns Daimler für andere Anfragen auf Eis.
Sollte die BImA das Gelände tatsächlich nicht verkaufen wollen, würde dies nach Schindlers Einschätzung das Ende aller Bemühungen der Gemeinde für eine Nutzung des Geländes bedeuten. Über Klarheit in der Angelegenheit würde sich der Empfinger Bürgermeister deshalb freuen. Vielleicht bringt sie ein auf morgen angesetztes Gespräch in Karlsruhe.
Was war nicht alles schon im Gespräch für das Gelände: Pilzzucht und Herstellung von levitiertem Wasser, Horror-Freizeitpark und zu guter Letzt eine Anlage zur Klärschlammtrocknung.
Immer gab es auch unterschiedliche Meinungen zwischen der Gemeinde Empfingen und der Stadt Haigerloch zu dem Gelände. Während Empfingen eine gewerbliche Nutzung stets befürwortete, war die Stadt Haigerloch unter ihrem alten Bürgermeister Roland Trojan lange für eine Renaturierung der Fläche. Erst als im Jahr 2009 eine Klärschlammtrocknung im großen Stil ins Gespräch kam, änderte die Stadt ihre Position. Allerdings scheiterte das im großen Stil geplante Projekt letztlich am Widerstand der Bürger; vor allem derer aus Wiesenstetten und Dommelsberg.
Aktuell interessiert sich der Empfinger Magnus Geiger für das Gelände. Er möchte auf den Freiflächen Tee- und Heilflächen anpflanzen. Der Gemeinderat könnte sich eine solche Nutzung durchaus vorstellen. Eher jedenfalls, als eine Auffangstation für Polarhunde, die auch schon mal im Raum gestanden hat.