Empfingen 28-Jährige gründet Bestattungsunternehmen

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Noch sind die Räume des neuen Unternehmens "Einklang Bestattungen" in der Empfinger Julius-Bauser-Straße eine Baustelle. Doch Ende März möchte Romy Beiter (28) die Einweihung mit einem Tag der offenen Tür feiern. Foto: Begemann

Empfingen - Neuen Wind möchte Romy Beiter (28) aus Mühringen in die Bestattungsbranche der Region bringen. In Empfingen eröffnet sie Ende März ihr Unternehmen. Sie möchte Trauernden die Möglichkeit geben, den Abschied von Verstorbenen möglichst individuell zu gestalten.

Das Bestattungsunternehmen der gebürtigen Mühringerin Romy Beiter entsteht in der Julius-Bauser-Straße 18 und ist das erste überhaupt in Empfingen. Die 28-Jährige sagt im Gespräch mit unserer Zeitung: "Auch in unserer Branche ist es wichtig, nach vorne zu schauen." Sie möchte ein innovatives Unternehmen aufbauen. Es trägt den Namen "Einklang Bestattungen".

Die Grundlage für ihr Konzept sind die passenden Räume. Diese hat sie in Empfingen gefunden. In einer Gebäudehälfte neben der Ceratizit-Lehrwerkstatt hat sie Platz für verschiedene Zimmer wie einen Abschiedsraum, ein Beratungszimmer und einen Aufenthaltsraum – allesamt im Erdgeschoss.

Eine wichtige Funktion kommt dem Abschiedsraum zu. In diesem Raum sollen Trauernde Abschied von einem Verstorbenen nehmen können. Beiter bietet damit die Möglichkeit einer individuell gestalteten Trauerfeier, bevor der Leichnam beigesetzt wird. Mit dem Abschiedsraum verwirklicht Beiter ihre Vorstellung eines modernen Bestatters. Sie sagt: "Ich habe viele Ideen, die für einen traditionellen Bestatter eher ungewöhnlich erscheinen."

Wenn Beiter von Bestattung spricht, klingt das Thema eher hoffnungsvoll als traurig. "Ich möchte Menschen den Tod wieder näher bringen. Er gehört zum Leben dazu", sagt sie. In einer relativ anonymen und schnelllebigen Gesellschaft möchte sie Menschen die Möglichkeit geben, sich mit dem Tod auseinanderzusetzen, indem sie gezielt auf individuelle Wünsche des Abschiednehmens eingeht. Als Beispiel erzählt sie von einem tragischen Fall, den sie in ihrem Berufsleben erlebt hat. Es ging dabei um eine junge Familie, deren zwölfjährige Tochter einen Gehirntumor hatte. Es sei absehbar gewesen, dass das Mädchen stirbt. "Die Familie hat dann mit ihrer Tochter gemeinsam eine Trauerfeier vorbereitet. Das Mädchen wollte beispielsweise unbedingt, dass es bei ihrer Feier Luftballons gibt und ihre Schulklasse eingeladen wird", erzählt Romy Beiter. Solche Wünsche seien auf einem Friedhof wegen der dort vorgeschriebenen Ordnung nur sehr begrenzt umsetzbar. In dem Abschiedsraum des Bestattungsunternehmens seien derartige individuelle Vorstellungen hingegen problemlos umsetzbar.

Dass der Horber Bestatter Frank Friedrichson einen Werkvertrag mit der Gemeinde Empfingen zur Grabherstellung auf dem Friedhof hat, sei für Beiter kein Hindernis. Sie organisiert für ihre Kunden in Kooperation mit ihm und der Gemeindeverwaltung Bestattungen auf dem Friedhof.

Derzeit sucht die junge Unternehmerin noch nach Mitarbeitern für ihr Team. Die meisten aus ihrer Erfahrung nach von Frauen. Sie hofft aber vor allem auch auf Bewerbungen von Männern. Denn die bringen den Vorteil mit, körperlich kräftiger zu sein.

Doch zunächst sind in der Julius-Bauser-Straße 18 noch die Handwerker beschäftigt. Der Öffentlichkeit möchte Beiter ihr Unternehmen an einem Tag der offenen Tür, voraussichtlich Ende März, vorstellen.

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