
Von Joachim Frommherz
Empfingen. Im Eiltempo hat der Empfinger Gemeinderat den Haushalt 2012 (wir berichteten) unter Dach und Fach gebracht. Nicht einmal vier Stunden brauchte er in seiner Sitzung am Freitagabend, um das 370-seitige Werk durchzuwinken.
Kämmerer Reinhard Dettling hatte bei der Aufstellung des Zahlenwerks ganze Arbeit geleistet. Überraschendes enthielt es nicht. Allenfalls die Höhe des Verwaltungshaushalts mit knapp 8,9 Millionen Euro sorgte für etwas Erstaunen im Gremium, lag diese doch im vergangenen Jahr um fast eine Million Euro niedriger. Wie Dettling ausführte, liegt dies an den höheren Einnahmen der Gemeinde (Umlagen, Steuern). Der Vermögenshaushalt wies mit einem Volumen von 2,08 Millionen Euro ebenfalls "keine Besonderheiten" (Bürgermeister Albert Schindler) auf. Hinzu kamen die knapp 750 000 Euro Haushaltsreste aus dem Jahr 2011.
Da der Haushaltsentwurf keine größeren Ecken und Kanten aufwies, beschränkten sich die Nachfragen im Gremium auf Kleinigkeiten. Ein Höhepunkt – in diesem Jahr die Seite 338 – war wie immer der Überblick über den Schuldenstand der Gemeinde. Es ist die einfachste der Tabellenseiten, sind dort doch nur Nullen abgebildet. Stolz konnte folglich Albert Schindler bemerken: "In dem Fall sind die Nullen sogar etwas wert."
Aufschlussreich war der Ausblick des Bürgermeisters auf die Investitionen in den Jahren 2013 bis 2015. Knapp 6,4 Millionen Euro möchte die Gemeinde während dieser drei Jahre in die Hand nehmen. Alleine 4,05 Millionen Euro sind fürs Jahr 2013 vorgesehen.
Der größte Brocken ist mit über 1,3 Millionen Euro die Erschließung der Stauffenbergstraße im Gewerbegebiet "Alte Kaserne". Die Ablösung des Flächenbestandes der Alten Kaserne – sprich den Erwerb – an das Land, will man sich 922 000 Euro kosten lassen, was dann zur Folge hätte, dass jeder Euro, der mit einem Flächenverkauf erzielt wird, in die Empfinger Kasse fließt und man nicht mehr mit dem Land teilen muss.
Für die Sanierung von Sportanlagen (das Hauptspielfeld der SGE, die 100-Meter-Bahn und die Weitsprunganlage) plant man 407 000 Euro ein, und das Landessanierungsprogramm Ortskern (hier geht es beispielsweise um einen neuen Standort des Gemeindearchivs) ist mit 485 000 Euro veranschlagt. Des Weiteren steht noch der Ausbau der Fischinger Straße (100 000 Euro) an.
2014 und 2015 werden die Großinvestitionen weniger. Für die Feuerwehr sollen zwei Fahrzeuge beschafft werden (140 000 Euro). Weitere Investitionen sind der Historische Teil der Fischinger Straße (128 000 Euro) und die Resterschließungen in Gewerbegebieten (260 000 Euro).
Die mit Abstand größte Position dieser beiden Jahre ist aber mit 853 000 Euro die Erneurung der Wasser-Druckleitung zum Hochbehälter. Wie der Schultes hierzu erläuterte, liegt dies an der großen Produktion des Schotterwerks Gfrörer. Der Abbau nähere sich der Leitung. Wohin die Leitung verlegt wird, ist noch nicht klar. Dazu sagte Kämmerer Reinhard Dettling augenzwinkernd: Eine Funklösung (wohl in Bezug auf die Diskussion um die Versogung Wiesenstettens mit DSL) wird es aber nicht geben.
Als stellvertretender Bürgermeister ließ es sich Xaver Kleindienst nicht nehnmen, im Namen des Gemeinderates ein paar Worte zum Haushalt 2012 bestätigt. Er konstatierte zwei unerfreuliche Jahre infolge der Bankenkrise 2008, sah sich aber in seiner Aussage bei den Haushaltsberatungen 2010 bestätigt, dass es meistens besser laufe, als man anfänglich befürchtet. Die Gemeinde stehe auch in den nächsten Jahren gut da, und man brauche keine Angst vor der Zukunft zu haben. Man könne locker in das letzte Jahrzehnt vor dem 1250. Geburstag der Gemeinde Empfingen gehen.
Dass die Gemeinde finanziell gut dastehe kenne er nicht anders – auch wenn es schon einmal andere Zeiten gegeben habe. Xaver Kleindienst dankte insbesondere Kämmerer Reinhard Dettling für die Erstellung des Zahlenwerks und hofft, dass man den Haushaltsplan vielleicht vor dem Jahresende beschließen kann.
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