Eishockey Saisonrückblick: Die Wild Wings von A bis Z

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Die Schwenninger Wild Wings haben nach der 3:4-Niederlage in Düsseldorf ihre dritte DEL-Runde nach dem "Wiederaufstieg" auf dem 14. und letzten Rang beendet. Wir blicken auf die Saison 2015/16 zurück. Von A bis Z. Foto: Eibner

Die Schwenninger Wild Wings haben nach der 3:4-Niederlage in Düsseldorf ihre dritte DEL-Runde nach dem "Wiederaufstieg" auf dem 14. und letzten Rang beendet. Wir blicken auf die Saison 2015/16 zurück. Von A bis Z.

A wie Acton. Er verlieh den Wild Wings nach einem eher mäßigen Saisonstart Flügel: Will Acton. Der 28-Jährige zeigte gleich bei seiner Premiere am 2. Oktober mit fünf Scorerpunkten beim 6:5-Sieg nach Verlängerung gegen Krefeld, dass seine Verpflichtung ein echter Volltreffer war. Am Ende der Hauptrunde belegte Acton, der frühzeitig seinen Vertag um gleich drei Jahre verlängerte, in der DEL-Scorerwertung mit 55 Punkten (16 Tore/39 Assists) den dritten Rang. Bester Scorer war der Nürnberger Patrick Reimer (64/26/38).

B wie Bilanz. Die Wild Wings hatten nach 52 Saisonspielen 55 Zähler erspielt. Dies waren 18 Punkte zu wenig, um einen Pre-Play-off-Platz zu erreichen. Vor zwei Jahren hatten die Schwenninger 51 Zähler auf dem Konto. 23 Punkte fehlten dem Tabellen-13. damals für den Einzug in die K.o.-Runde. In der Vorsaison sprangen ganze 43 Zähler für das damalige Schlusslicht heraus. 33 Punkte mehr wären für die Pre-Play-offs notwendig gewesen.

C wie Choreografie. Vor dem Testspiel gegen Freiburg (30. August) zeigte der SERC-Nachwuchs zusammen mit den Profis auf dem Eis eine Choreografie. Die Zahl 111 wurde für die 111 Jahre, die der SERC damals bestand, gebildet.

D wie Danner. Der Co-Kapitän spielte eine starke Runde. 14 Treffer erzielte der Stürmer. "Wichtiger ist aber, dass wir die engen Spiele öfters gewinnen", blickt Simon Danner schon auf die kommende Runde.

E wie Erfahrung. Kapitän Sascha Goc bestritt am 21. Februar in Hamburg sein 800 DEL-Spiel. "Vor der Zahl habe ich schon Respekt. Die Zeit vergeht ja wie im Flug", denkt der Verteidiger noch lange nicht an ein Karriereende.

F wie Fleury. Der Franzose zeigte nach leichten Anlaufschwierigkeiten, dass er ein echter Torjäger ist. Auf 25 Treffer kam der 30-Jährige. Damit belegt Fleury in dieser DEL-Statistik den zweiten Rang. Nur Patrick Reimer hatte ein Tor mehr auf dem Konto. Übrigens wird Fleury kurz vor dem DEL-Beginn der Runde 2016/17 einige Tage fehlen. Vom 1. bis 4. September nimmt er mit der französischen Auswahl in Norwegen am Olympia-Qualifikationsturnier teil. Gegner sind dann Norwegen, Italien um den Ex-Schwenninger Coach Stefan Mair und Kasachstan.

G wie Goalies. "Wir setzen in dieser Saison auf zwei starke Torhüter", sah es Coach Helmut de Raaf als wichtigen Schritt an, neben dem etablierten Dimitri Pätzold mit dem NHL-erfahrenen Joey MacDonald eine zweite Nummer 1 zu verpflichten. MacDonald stand gut 1605 Minuten lang (3,18 Gegentreffer im Schnitt pro Spiel) zwischen den Pfosten, Pätzold rund 1519 Minuten (3,44). In der kommenden Runde ersetzt Dustin Strahlmeier (Straubing Tigers) Pätzold.

H wie Headcoach. Helmut de Raaf kann man nach der ersten Saison ein gutes Arbeitszeugnis ausstellen. Der frühere Nationaltorhüter und sein Co-Trainer Petteri Väkiparta überzeugen mit sehr viel Kompetenz, Sachlichkeit und einer klaren Linie. Doch letztendlich weiß auch de Raaf, dass in der kommenden Saison der Abstand zu den Pre-Play-offs deutlich verringert werden muss.

I wie i-Tüpfelchen. Höhepunkte der Saison waren der 4:2-Heimsieg gegen Mannheim (19. Februar), das 5:1 in Nürnberg (18. Oktober), die beiden Siege gegen Hauptrundenchampion München (5:4 nach Penaltyschießen am 20. September, 4:2 am 22. Dezember), die gleich drei Erfolge gegen Köln (3:2 am 25. Oktober, 4:3 nach Penaltyschießen am 30. Dezember, 2:1 am 23. Februar) oder der 4:2-Sieg bei den Eisbären Berlin (2. März). Auswärts kamen die Schwenninger aber erst gegen Ende der Runde etwas in Schwung. Schließlich sprangen noch 23 Punkte für die Wild Wings in der Fremde heraus. Kein Team war in dieser Statistik jedoch schlechter. Doch auch in der Heimbilanz waren alle Kontrahenten besser. In der Helios-Arena holten die Neckarstädter in 26 Heimspielen 32 Zähler.

J wie Jukka Voutilainen. Schade, der finnische Stürmer war mit vielen Vorschusslorbeeren nach Schwenningen gekommen. Für Helmut de Raaf wäre Voutilainen "einer der besten Angreifer in der DEL in dieser Saison" geworden. Eine Verletzung bremste den Finnen zunächst aus, dann zogen ihn private Probleme nach Finnland. Schließlich wurde der Vertrag aufgelöst.

K wie Konstanz. Bei diesem Thema taten sich die Wild Wings schwer. Im September starteten die Neckarstädter mit fünf Niederlagen in sechs Spielen. Dann folgte ein "goldener Oktober" mit sechs Siegen in sieben Spielen. Nach der Länderspielpause gab es den grauen November mit acht Niederlagen und einem Sieg. Anschließend fehlte einfach einmal eine echte Erfolgsserie, um länger vom Einzug in die Pre-Play-offs träumen zu dürfen. Daran änderten auch die guten Leistungen in der Endphase der Saison nichts.

L wie Liga-News. Die Deutsche Eishockey Liga hat ab der Saison 2016/17 eine Regel-Änderung für Spiele beschlossen. Demnach dürfen künftig in der 5-minütigen Overtime jeweils nur noch drei Feldspieler pro Team eingesetzt werden.

M wie Mannheimer Adler. Bereits drei Mal ging es in der ersten Hauptrundenhälfte gegen den Erzrivalen. Furios war das Auftaktspiel am 11. September, als der Außenseiter beim Titelverteidiger (0:1) an einer dicken Überraschung kratzte. Am 1. November gab es in Schwenningen ein ausverkauftes Haus. Bei der 2:4-Niederlage der Gastgeber drückten vor allem die Special-Teams der Adler dem Spiel ihren Stempel auf. Auch das dritte Duell ging am 18. November in der SAP-Arena mit 5:3 an den Favoriten. Schließlich bejubelte Schwenningen am 19. Februar in der Helios-Arena einen 4:2-Heimsieg gegen die Mannheimer. Schon jetzt ist klar, dass sich beide Teams am 7. Januar 2017 beim DEL-Winter-Game in Hoffenheim duellieren werden.

N wie Negativserie. Fünf Niederlagen in Folge kassierten die Neckarstädter in der ersten Novemberhälfte. Diese warf die Schwenninger von Platz neun zwischenzeitlich auf Rang zwölf zurück. Auch Anfang Januar mussten die Wild Wings fünf Partien lang auf einen Sieg warten.

O wie Overtime. Diese Bilanz liest sich positiv aus Schwenninger Sicht. 6:5 gegen Krefeld und 4:3 gegen Iserlohn hieß nach der "Extra-Time". Nur gegen die Eisbären Berlin unterlagen die "Schwäne" mit 7:8 nach Verlängerung. Dazu kamen zwei Siege nach Penaltyschießen (bei einer Niederlage).

P wie Powerplay. Das Überzahlspiel lief im ersten Viertel der Hauptrunde nicht rund, dann steigerten sich die Schwenninger in diesem Bereich. In der Überzahl-Tabelle der DEL belegen die Wild Wings am Ende der Hauptrunde mit einer Erfolgsquote von 18,4 Prozent den guten achten Platz. Interessant – Hauptrundensieger München kommt hier nur auf den elften Rang (17,2).

Q wie Qualität des Kaders. Helmut de Raaf und Manager Jürgen Rumrich stellten die Mannschaft aus einer Mischung aus erfahrenen ausländischen Spielern und einigen talentierten deutschen Cracks zusammen. Dieses Konzept wollen die Wild Wings auch in der kommenden Runde umsetzen.

R wie Rumrich. Der Manager arbeitet, wie erwartet, gut mit dem Cheftrainer zusammen. Dies ist der große Unterschied zum Vorjahr, als damals Trainer Stefan Mair und der frühere Manager Alexander Jäger kaum miteinander sprachen.

S wie Straf-Festival. Heiß her ging beim 4:3-Verlängerungssieg der Wild Wings am 22. Oktober gegen Iserlohn. 153 Strafminuten kassierten beide Teams, davon 110 die Schwenninger. Mit Spieldauerdisziplinarstrafen mussten Goalie Joey MacDonald, Damien Fleury und Daniel Schmölz zum vorzeitigen Duschen, bei den Roosters war für Bradley Ross die Partie vorzeitig beendet.

T wie Tore. Als Tabellenletzter haben die Schwenninger 143 Treffer erzielt. Krefeld (136) und Hamburg (142) waren hier schlechter. 179 Gegentreffer kassierten die Neckarstädter. Nur Augsburg (185) musste mehr Gegentore hinnehmen. Die torreichste Begegnung für die Wild Wings war das 7:8 nach Verlängerung gegen die Eisbären Berlin.

U wie Unterzahl. Auch in dieser Statistik konnten die Schwenninger mithalten. Mit 79,8 Prozent nehmen sie hier den zehnten Rang ein. Nur von den beiden Special-Teams-Wertungen her hätte es also zum Einzug in die Pre-Play-offs gereicht.

V wie Verletzte. Bis Weihnachten hatten die Schwenniger kaum Verletzungssorgen. Dann erwischte es Yan Stastny, Marcel Kurth, Ashton Rome, Joey MacDonald, Rob Brown, Sascha Goc, Andreé Hult oder Jiri Hunkes. Hier zeigte sich doch, dass zahlreiche DEL-Kontrahenten auch von der Quantität besser besetzt waren. Mit drei Angriffsblöcken kann man zwar ein Spiel gewinnen, aber kaum eine Erfolgsserie starten.

W wie Wölfe. Die Kooperation zwischen Schwenningen und Freiburg läuft gut. Förderlizenzspieler Steven Billich deutete in der zweiten Saisonhälfte öfters sein Potenzial an. Der talentierte Niko Linsenmaier wurde Opfer eines Gewaltverbrechens, bevor er bei den Wölfen wieder zu einem Leistungsträger wurde.

X wie X-Tip. Der Wettanbieter ist der Liga-Sponsor der DEL. Der Vertrag läuft zum Saisonende aus. Servus-TV wird in der kommenden Runde die DEL-Spiele nicht mehr im Fernsehen übertragen. Dies übernimmt die Deutsche Telekom, die sich die Medienrechte für die kommenden vier Spielzeiten gesichert hat.

Y wie Youngster. Die Youngster um Marcel Kurth (22), Daniel Schmölz (24), Alex Trivellato (23) oder Tim Bender (20) machten keine schlechte Figur. Kurth kam auf 24 Scorerpunkte, Sturmkollege Schmölz auf zwölf. Auch die Verteidiger Trivellato (neun Scorerpunkte) und Bender (sechs Scorerpunkte) spielten eine solide Runde. Übrigens – alle 52 Hauptrundenspiele bestritten Benedikt Brückner, Toni Ritter, Damien Fleury und Philipp Schlager.

Z wie Zuschauer. Bei diesem Thema haben die Wild Wings weiter Luft nach oben. 103.878 Zuschauer besuchten die Heimspiele der Schwenninger. Dies ergibt einen Schnitt von 3995 Fans pro Spiel. Nur Wolfsburg (2617) hatte weniger. Die Mindest-Zielsetzung der Verantwortlichen vor Saisonbeginn lag bei 3800 Fans im Schnitt.

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