Eishockey Wild-Wings-Kapitän: "Ich schlafe kaum"

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"Ich akzeptiere diese Situation nicht!" Wild-Wings-Kapitän Sascha Goc kann nicht verstehen, warum gerade sportlich in seinem Team so vieles nicht passt. Foto: Eibner

Die Wild Wings hatten vorgestern trainingsfrei. Kapitän Sascha Goc (37) konnte sich nach der 1:3-Niederlage in Krefeld daheim in Calw etwas ablenken. Das sportliche Tief seines Teams nagt aber. "Im Moment schlafe ich kaum und denke sehr viel nach. Ich war vor der Saison zuversichtlich, dass es für uns erfolgreicher als in den Vorjahren läuft. Diese Situation werde ich deshalb so nicht akzeptieren." Wir unterhielten uns mit dem Top-Verteidiger.

Herr Goc, wie kann es sein, dass Ihre Mannschaft den Tabellenzweiten Nürnberg am Freitag daheim mit einer tollen Moral besiegt und dann diesen Rückenwind in Krefeld (1:3) nicht nutzen kann?

Es ist mir unerklärlich, dass wir dort von Beginn an so unsicher und ängstlich aufgetreten sind. Normalerweise lagen die Vorteile nach unserer guten Leistung am Freitag auf unserer Seite, aber wir haben diese wieder nicht genutzt.

Wie ist die Stimmung in Ihrer Mannschaft?

Bis zum Sonntag war sie in Ordnung – nun ist diese absolut im Keller. Die Niederlage hat unser Team dann erst einmal umgehauen. Im Bus war es auf der Rückfahrt totenstill, beim Training am Montag wurde kaum gesprochen. Ich hoffe, dass sich dies im Laufe dieser Woche wieder bessert.

Manager Jürgen Rumrich und auch Ihr Teamkollege Daniel Schmölz haben in Krefeld die Einstellung der Mannschaft hart kritisiert. Waren diese klare Ansagen in Ordnung?

Absolut. In so einer Situation kann man doch nicht mehr ruhig bleiben. Ich akzeptiere unsere Lage jedenfalls nicht.

Worin sehen Sie die Gründe, dass es momentan so schlecht läuft?

So einfach ist dies nicht erklärbar. Wenn sechs Leistungsträger verletzt ausfallen, dann fällt dies bei einer Mannschaft wie uns richtig ins Gewicht. Der Trainer macht einen hervorragenden Job. An ihm liegt es sicherlich nicht. Bei einigen Niederlagen – wie beispielsweise in Berlin – haben wir wenige Gegentore bekommen und konnten die Spiele dennoch nicht auf unsere Seite bringen. In der Offensive müssen wir effektiver werden. Wir haben die jüngste Mannschaft der Liga, die offensichtlich mit diesem Druck momentan nicht klarkommt.

Was können Sie als Kapitän jetzt tun?

Ich muss vorausgehen und muss insbesondere unseren jüngeren Spielern helfen.

Ganz ehrlich – glauben Sie daran, dass Sie noch einmal mit Ihrer Mannschaft an Platz zehn heranrücken können?

Eine schwierige Frage. Uns helfen nur noch Punkte, egal wie. Mit dieser Einstellung müssen wir jetzt von Spiel zu Spiel denken, auch wenn das abgedroschen klingt. Wir müssen uns gegen diese Situation wehren. Ich hatte nach den ersten drei schweren Jahren für uns in der DEL viele Hoffnungen in diese Saison gesetzt. Dass wir hier im Vergleich zu unserer Konkurrenz ein kleiner Standort sind, lasse ich nicht als Argument gelten. Klubs wie Bremerhaven und Iserlohn spielen doch erfolgreich.

Sie spielen persönlich bislang eine gute Saison. Schon über eine Vertragsverlängerung nachgedacht?

Unabhängig von dieser Situation spiele ich noch gerne Eishockey. Aber es gibt hier im Moment wirklich andere Themen.  

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