
Von Manfred Köncke Egenhausen. Eine teure Ökotante und ihr trotteliger Ehemann, ein robuster Gemüsebauer und seine vollbusige Frau, ein schlaffer Pizzabäcker, ein raffinierter Dealer und eine Kaufladenbesitzerin, die nicht mehr weiß, wo sie ihre Mohrrüben kaufen soll – Bernd Gombold hat daraus einen schwäbischen Schwank gezimmert, den die Egenhauser Zopfler-Bühne vor mehr als 400 begeisterten Zuschauern in der Silberdistelhalle aufführte.
So viele Hobby-Schauspieler wie diesmal – nämlich zehn – standen bei den "Zopflern" noch nie auf der Bühne. Und die beiden Neulinge – Benjamin Hammer als Rauschgifthändler und Marion Schuler als Italienerin Maria Tomati – fügten sich nahtlos in das bewährte Ensemble ein. Die Lacher auf ihrer Seite hatten diesmal nicht nur Michael Schuler (als Gemüsebauer) und Birgit Bürkle (als Ökolandwirtin), sondern Daniel Neudert als Pantoffelheld, Thomas Brenner als verdeckter Drogenfahnder und Tobias Kalmbach als Pizzabäcker Giovanni. Geglänzt haben auch Magdalena Brauckmann als Frau von Wolkenstein, die auf fernöstliche Heilkunst steht und Jutta Müller als Kohlkopfs durchblickende Gattin.
Die Proben des abendfüllenden Dreiakters "Nur Zoff mit dem Stoff" begannen bereits im September; zum Schluss wurden einzelne Szenen nahezu täglich durchgespielt. Als Bühnenhintergrund hatte man sich diesmal mit einer Fotoleinwand von Egenhausen über die gesamte Breite etwas Besonderes einfallen lassen, und auch die Anordnung der übrigen Kulisse zeugte von großem Geschick.
Der einfache Gemüsebauer Franz und seine Frau Erika müssen für wenig Geld hart arbeiten und ärgern sich über Nachbarin Müslein, die auf Ökologie und Feng Shui schwört. Mit dem Auftauchen des Drogendealers Mario ändern sich die finanziellen Verhältnisse. Zum Schluss wird der Haschisch-Händler gefasst, der Gemüsebauer kassiert als Belohnung eine fünfstellige Summe, die naive Frau von Wolkenstein und ihr Kater sind geheilt, bei Pizzabäcker Giovanni klappt es wieder mit der Liebe und Klaus Müslein wird zum Mini-Revoluzzer. Bei jedem Abtritt wurden die Laiendarsteller mit kräftigem Applaus verabschiedet. Regie führte Ute Stickel, für optimale Licht- und Tonverhältnisse sorgte Dieter Krauß.
In den Pausen wurden Tombolalose verkauft, wegen großer Nachfrage gab es bereits nach dem ersten Akt keine mehr. Insgesamt 500 Gewinne wanderten am Samstagabend über den Tisch. Als Hauptgewinn lockten 150 Euro in bar, zweiter Preis war ein Kaffeeautomat.