Von Manfred Köncke Egenhausen. Festliche Musik und besinnliche Gesänge – in der wunderschön dekorierten Silberdistelhalle erlebten 340 Besucher beides. Und sie gingen mit dem Gefühl nach Hause, mit ihrer Spende notleidenden Menschen in Osteuropa geholfen zu haben.Jedes Jahr im Dezember veranstalten der Musikverein und der Kirchenchor Egenhausen ein gemeinsames Benefizkonzert mit traditionellen, modernen und weihnachtlichen Klängen. Das 34-köpfige Blasorchester nahm die Zuhörer diesmal unter anderem mit auf eine Schlittenfahrt durch Russland und machte sie bekannt mit dem "Little Drummer Boy" ("kleiner Trommlerjunge"). 38 Sänger gingen mit Maria übers Gebirg und verkündigten die frohe Botschaft, dass der Heiden Heiland kommen werde.

Die verdunkelte Silberdistelhalle hatte sich an diesem Abend in einen märchenhaften Winterwald verwandelt. Brennende Kerzen an großen und kleinen Tannenbäumen schufen ein romantisches Flair, über der Bühne schwebte ein golden leuchtender Stern, auf einer Großbildleinwand wechselten Aufnahmen schneebedeckter Berge mit kleinen Rinnsalen zugefrorener Bäche. Und das abseits der Bühne stehende, maßstabsgetreue Modell der Egenhauser Johanneskirche weckte die Vorfreude auf gehaltvolle Gottesdienste, die durch einen geistlichen Impuls von Pfarrer Imanuel Raiser noch gestärkt wurde. .

Bevor das Blasorchester mit der "Generations-Fanfare" das abwechslungsreiche Unterhaltungsprogramm eröffnete, fragten Matthias Bühler (Vorsitzender des örtlichen Musikvereins) und Jutta Müller (Vorsitzende des Kirchenchors) nach der Bedeutung des Christfestes in heutiger Zeit, das sich häufig in "leer gewordenen Ritualen" erschöpfen würde. Mit "Power of Love" , der hymnischen "Highlands Cathedral" in großer Besetzung und den Weihnachtsmelodien "Herbei, o ihr Gläubigen" und "Tochter Zion" in kleiner Besetzung (sechsköpfiges Bläserensemble) wurde vom Orchester ein farbiger, melodienreicher Klangteppich ausgelegt.

Der Kirchenchor unter Leitung von Simone Lehmann wärmte die Herzen mit zwei alpenländischen Melodien – "Schau, wie still ist die Zeit" und "Hinterm Acker schneit’s den Schnee" – und huldigte dem "Sohn Davids" mit einem mehrstimmigen Willkommensgruß ("Hosianna"). Begleitet wurde der Chor bei zwei Liedern von Georg Fezer am Klavier.

Mit dem stimmungsvollen, auf deutsch gesungenen "The Rose" und einer Zugabe ("Der Andachtsjodler") verabschiedeten sich der Kirchenchor und das Blasorchester unter Leitung von Branko Herbstreit vom beifallsfreudigen Publikum, das zuletzt bei "O du fröhliche" begeistert mit einstimmte.

Weil es sich um ein Benefizkonzert handelte, gingen die Spenden – insgesamt 1500 Euro – an die Deutsche Humanitäre Hilfe Nagold. Günther Arras (zweiter Vorsitzender) und Sonja Rath als Sprecherin der ehrenamtlich tätigen sechs Packfrauen aus Egenhausen, die im Zentrallager in Spielberg eingegangene Sachspenden sortieren und versandfertig machen, berichteten über die Tätigkeit der im Jahr 2000 gegründeten Hilfsorganisation, die mit dem eigenen Lastwagen mehr 2000 Tonnen Güter zu hilfsbedürftigen Menschen in Osteuropa gebracht haben.