Von Dorothee Trommer

Ebhausen. Die Tagesordnung des Gemeinderats Ebhausen spiegele eine breite Palette von Themen wider. Von Bildungspolitik, Finanzpolitik in Krankenhäusern bis hin zu erneuerbaren Energien wurde kaum ein Thema bei der Sitzung ausgelassen.

u Am weitesten zurück in die Vergangenheit reicht dabei die Sanierung des Kirchturms in Ebershardt. Eine Baumaßnahme aus dem Jahr 1992 erweist sich nun als mangelhaft und die bürgerliche Gemeinde Ebhausen muss zwei Drittel der Kosten tragen. Dies beruht auf einem Vertrag, welcher im Jahre 1891 geschlossen wurde. So manchem Gemeinderatsmitglied stieß der Betrag von rund 110 000 Euro sauer auf, und es wurde Mitspracherecht gefordert. Bürgermeister Volker Schuler bemerkte, dass die Verpflichtung zu dieser Zahlung wohl nicht diskutierbar sei. Der Architekt Frieder Großmann soll in den Gemeinderat eingeladen werden.

u Weit in die Zukunft dagegen weist die Planung des Baugebietes "Hinter der Kirche". Dort sind nicht nur getrennte Abflüsse für Schmutzwasser und Regenwasser in Planung, sondern außerdem Rohre für DSL-Anschlüsse sowie die eventuelle Möglichkeit einer Nahwärmeversorgung, wie Ingenieur Paul Gauss vorstellte. Es wurde dem Gremium auch der Entwurf eines großen Freizeitbereiches vom Büro "frei raum concept" vorgestellt. Annette Sinz-Beerstecher erläuterte das großzügige Konzept, das zwar durchweg gefiel, aber dessen Kosten von rund 330 000 Euro doch nicht einfach so abgesegnet werden konnten. Der Gemeinderat beauftragte schließlich die Verwaltung, die Planung weiter zu verfolgen und nach Fördermitteln zu suchen.

u Rektor Hans Doll von der Lindenrainschule präsentierte den Kinder-, Jugend- und Familienbericht. Ebhausen muss hier in nichts zurückstehen: Junge Familien finden hier Betreuung für Kleinkinder, einen Hort und das Angebot der Ganztagesschule. Der Fahrplan auf dem Weg zur Gemeinschaftsschule wird erstellt.

u Kritisch wahrgenommen wurde die Einstellung eines Vollzugsbeamten für die Überwachung des ruhenden Verkehrs. Bürgermeister Schuler berichtete, dass man seit einiger Zeit versuche, die Halter der falsch abgestellten Fahrzeuge – sprich auf dem Bürgersteig – mündlich oder schriftlich zu ermahnen, was aber teilweise zu empörten Reaktionen führe. Daher sehe die Verwaltung sich gezwungen, eine Fachkraft für 25 Stunden pro Monat zu beschäftigen, die Bußgeldbescheide veranlassen soll. Eine Zusammenarbeit mit Nagold ist hier angedacht, was nicht bei allen Ratsmitgliedern auf Begeisterung stieß.

u Erstaunlich viel Diskussionsbedarf gab es beim Thema Schuppenneubau in Rotfelden. Schließlich gab der Gemeinderat die Sache an den Ortschaftsrat zurück, mit der Bitte, zuerst dort eine Einigung zu erzielen. Weniger Rückfragen gab es bei einem weiteren Schuppengebiet in Ebershardt, das ebenso wie der Bau einer Verkehrsinsel für die Ortsdurchfahrt Ebershardt abgesegnet wurde. Momentan sei das Landratsamt in Calw beim Thema Verkehrsinseln eher gesprächsbereit als in den vergangenen Monaten, gab Schuler zu verstehen.

u Die Planzahlen für das Sanierungsgebiet "An der Nagold" wurden vorgestellt und vom Gemeinderat akzeptiert. Dieses Gebiet bedarf dringend einer Standortoffensive, um dem Leerstand Abhilfe zu schaffen. Daher schlägt die Verwaltung die Einstellung eines "Kümmerers" vor, der nach ihrer Vorstellung mit einer 30-Prozent-Stelle agieren soll. Dies erzeugte Zweifel bei einigen Gemeinderäten, doch wurde darüber nicht abgestimmt.

u Strategisch bedeutsam war auch die Entscheidung für oder gegen die Gründung eines Eigenbetriebs, der unter dem Arbeitstitel "e.werk" geführt wird. Ebhausen als Gemeinde mit "European Energy Award" will das Engagement im Bereich der erneuerbaren Energien verstärken. Um eine bessere Kostenübersicht zu bekommen, sehen Schuler und sein Finanzchef Christian Scheurle die Trennung der Energiesektoren in Wasser und Strom vor. Der Gemeinderat stimmte der Gründung des Eigenbetriebs zu, warnte aber vor einer zu starken Aufsplittung. Interessant bei der Planung des Energiebetriebes Ebhausen ist die Parallele zu der Gründung der EVS als kommunaler Verband vor mehr als 100 Jahren.

u Georg Breitkreutz von der Abteilung Forstwirtschaft im Landratsamt trug die Planzahlen des Waldhaushalts 2013 vor.