
Eine weitere triste Ecke in der Innenstadt soll bald deutlich schöner werden als bisher. Die Stadt hat am Dienstag den Siegerentwurf für den zweiten Teil der Umgestaltung der sogenannten Querspange vorgestellt. Im ersten Abschnitt ist bereits der Bereich zwischen Königstraße und Marienstraße saniert worden. Die Arbeiten dort sind seit wenigen Wochen abgeschlossen. Im zweiten, direkt angrenzenden Abschnitt ist die Neugestaltung von Tor- und Teilen der Eberhardstraße bis hinauf zur Tübinger Straße vorgesehen.
Eine Jury hat entschieden, auf Grundlage eines Entwurfs des Stuttgarter Architektenbüros Behnisch weiterzuplanen. Das Büro hatte bereits auch den ersten Abschnitt gestaltet. Mit im Boot ist das Planungsbüro StadtVerkehr ebenfalls aus Stuttgart. Beteiligt am städtebaulichen Gutachterverfahren waren sechs Arbeitsgemeinschaften. "Der große Wert des Siegerentwurfs liegt in seiner Einfachheit", begründet Baubürgermeister Matthias Hahn die Wahl.
Abbiegen nicht mehr möglich
Die Pläne sehen vor, die Straßen deutlich zu verschmälern. Dafür soll es auf den Gehwegen mehr Platz geben. "So könnte auch Raum für Außengastronomie entstehen", hofft Hahn. Auf zu viel Mobiliar, Brunnen und Ähnliches wird verzichtet. "Wir brauchen dort Bewegungsraum und Großzügigkeit", so Hahn. Das gilt ganz besonders für den Bereich vor dem Hegelhaus in der Eberhardstraße 53. Dort ist ein kleiner Platz mit Sitzbänken vorgesehen, um das historische Gebäude in ein besseres Licht zu rücken.
Den nötigen Raum dafür will man mit einem Umbau der Straßenkreuzung schaffen. Im Entwurf ist ein Kreisverkehr an der Kreuzung zwischen Eberhard-, Tor- und Steinstraße vorgesehen, wo heute Ampeln stehen. So könnten Fahrspuren eingespart werden. Zudem soll man dort aus Richtung Tübinger Straße kommend nur noch geradeaus zum Wilhelmsplatz fahren können. Das Abbiegen soll nicht mehr möglich sein. So will man die Eberhardstraße entlasten und attraktiver für Radfahrer machen.
Baubeginn erst im Frühjahr 2014
Ob das mit dem ersten Entwurf klappt, ist aber noch nicht sicher. "Das ist ohne Ampel schwierig und muss vielleicht noch einmal überarbeitet werden", sagt Technikbürgermeister Dirk Thürnau. Zudem muss die Lösung gewährleisten, dass auch Gelenkbusse der SSB fahren können. Auch an anderer Stelle ist wohl Nachbesserung notwendig: Die Pläne sehen eine Vielzahl neuer Bäume vor. An der Torstraße sollen sie sogar dreireihig stehen. Das ist der Stadtverwaltung zu viel. "Man muss schon noch erkennen können, dass man sich auf eine Straße zubewegt und nicht auf einen Dschungel", sagt Hahn.
Zeit für Änderungen der Pläne gibt es genug. Baubeginn auf der 75 Ar großen Fläche soll erst im Frühjahr 2014 sein. Von den Gesamtkosten von 1,725 Millionen Euro sind etwa zwei Drittel bereits aus Sanierungsmitteln von Land und Bund vorhanden, 600.000 Euro müssen die Stadträte aber in den nächsten Haushaltsberatungen Ende 2013 erst noch genehmigen.
Alle eingereichten Arbeiten sind von diesem Mittwoch an unter der Woche von 9 bis 18 Uhr im Stadtplanungsamt, Eberhardstraße 10, zu sehen.
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