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Dotternhausen Zementwerk: Schadstoff-Ausstoß zu hoch

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Holcim will den Einsatz von Ersatzbrennstoffen erhöhen. Dagegen protestiert die Bürgerinitiative. Foto: Archiv: Maier

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Dotternhausen - Mit einem offenen Brief wendet sich die Bürgerinitiative Pro Plettenberg an Bürgermeister und Gemeinderäte in der Region in Sachen Luftreinhaltung.

Darin legt deren Sprecher Martin Stussak dar, dass sich im Dotternhausener Zementwerk der Schadstoff-Ausstoß um bis zu 130 Prozent erhöht habe, seit das Werk Holcim gehöre. Im Jahr seien dies rund 4000 Tonnen. Die Daten zum Schadstoffausstoß, so Stussak, seien für jedermann bei der Landesanstalt für Umwelt, Messungen und Naturschutz Baden-Württemberg (LUBW) zugänglich.

Die Schadstoffe würden in Richtung Norden getrieben, somit auch in Richtung Balingen. Dies mache alle Bestreben der Eyachstadt zunichte, die Luft besser zu machen etwa durch die Einrichtung einer Umweltzone.

Wenn Holcim die Genehmigung erhalte, 100 Prozent Ersatzbrennstoffe im Werk zu verbrennen, werde der Schadstoffmix noch bedenklicher. Dann würden mehrere hunderttausend Tonnen Müll im Drehofen verbrannt. Stussak: "Luftfilter, wie sie in Müllverbrennungsanlagen Standard sind: Fehlanzeige." So müsse das Produkt (Kalkmehl) zur Schadstoffsenkung herhalten. Den Anwender von Zement lasse man allerdings im Ungewissen, was dieser enthalte. Nahezu alle Umweltschutzorganisationen lehnten daher die Müllverbrennung in Zementwerken ab und würden sich für konventionelle Brennstoffe aussprechen.

Die Reduzierung des Stickstoffdioxid- Grenzwerts von 500 auf 200 Milligramm je Kubikmeter scheine auf den ersten Blick schon ein Schritt in die richtige Richtung, wäre da nicht die Schieferverbrennung mit den alten Grenzwerten nach TA Luft. Bei vier Wirbelschichtöfen kämen große Mengen zusammen.

Die Anlage zur Reduzierung des Stickstoffdioxids sei veraltet, betont Stussak einmal mehr. Somit schaffe es Holcim auf Platz eins im Zollernalbkreis mit zirka 95 Prozent der industriellen Luftschadstoffe. Selbst wenn man den gesamten Verkehr aus dem Zollernalbkreis verbannen und die Kleinfeuerungsanlagen abschalten würde, würde sich nicht viel verbessern, denn Holcim stoße zirka 60 Prozent mehr als der Verkehr und zirka 50 Prozent mehr als die Kleinfeuerungsanlagen im Zollernalbkreis aus, fasst der BI-Sprecher zusammen.

Sollte das Zementwerk die Genehmigung für 100 Prozent Müllverbrennung erhalten, werde es schwierig sein, den Bürgern zu erklären, dass die Einen den Schadstoffausstoß steigern dürfen, von Politik und Verwaltung gelobt, und der Rest geknüppelt werde. Stussak: "Es ist einfach, die Schadstoffwerte zu manipulieren, denn gemessen werden die giftigsten Schwermetalle, Dioxine und Furane nur an drei Tagen im Jahr, und hier meldet sich der Messdienst vom Verband der Deutschen Zementindustrie sicher zeitig an." Dann komme vermutlich nur das Unbedenkliche in den Ofen. Das lasse sich jedenfalls vermuten, wenn man die Holcim-Umweltberichte von 2013 und 2014 vergleiche. Im Jahr 2013 sei aber wohl etwas schiefgelaufen, denn es sei eine Überschreitung des Dioxin-Grenzwerts um 40 Prozent festgestellt worden. Laut Umweltbericht habe die Ursache "mit Hilfe externer Experten und der Behörden ermittelt werden".

Dass zukünftig mehrere hunderttausend Tonnen Müll verbrannt werden sollen und nicht einmal die nötigen Experten beschäftigt werden sollen, ist laut Stussak ein Skandal.

 
 

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