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Dotternhausen "Kein HBCD-haltiges Styropor für Holcim"

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Die Firma Korn-Recycling in Ebingen. Sie will mit den Aktivisten in Dotternhausen einen offenen Dialog führen. Foto: Archiv Foto: Schwarzwälder-Bote

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Dotternhausen/Albstadt (bv). "Wir bedauern, dass sich die Bürgerinitiative in Dotternhausen in dieser Frage nicht an uns gewandt hat. Gerne hätten wir die aufgeworfenen Punkte beantwortet und Unklarheiten geklärt." Wolfgang Kowalczyk, Mitglied der Geschäftsleitung der Albstädter Recycling-Firma Korn, nimmt nun Stellung zum Fragenkatalog der Gegner der Ersatzbrennstoffgenehmigung im Zementwerk Dotternhausen. Sie haben beim Regierungspräsidium Tübingen hinsichtlich des Einsatzes von HBCD-haltigem Styropor im Zementwerk angefragt.

Abfälle werden zu Sekundärrohstoffe

Kowalczyk nimmt Bezug auf den Bericht im Schwarzwälder Boten "Viele Fragen zur Müllverbrennung" vom 12. Januar. Mit Verwunderung, schreibt er, habe man den Bericht gelesen. Die Firma wolle einige Punkte richtigstellen, die von den Einsprechern aufgeführt worden seien.

Die Firma Korn-Recycling betreibe in Albstadt eine der technisch modernsten Gewerbesortier- und Ersatzbrennstoffaufbereitungsanlagen in ganz Deutschland. Es würden zum einen Abfallgemische aus Industrie, Handel und Gewerbe sowie kommunalem Sperrmüll sortiert und verarbeitet und zum anderen aus produktionsspezifischen Abfällen sehr hochwertige Ersatzbrennstoffe produziert.

Die separierten Abfälle (Wertstoffe) würden als Sekundärrohstoffe wieder den verschiedenen Wertstoffkreisläufen zugeführt und recycelt. Die nicht stofflich verwertbaren, jedoch heizwertreichen Fraktionen würden zu Ersatzbrennstoff aufbereitet. Dieser werde in Zementwerken beziehungsweise Industriekraftwerken als Ersatz für fossile Brennstoffe wie Kohle, Öl oder Gas eingesetzt. Die Sortierreste, die weder stofflich, noch als Ersatzbrennstoff aufbereitet werden können, würden in Müllheizkraftwerken ebenfalls thermisch verwertet.

Mit einer weiteren Aufbereitungslinie stelle Korn für Holcim Dotternhausen, aber auch für andere Zementwerke, Ersatzbrennstoffe aus sortenreinen, produktionsspezifischen Abfällen her. Diese Abfälle, die für das stoffliche Recycling nicht geeignet sind, besitzen laut Kowalczyk einen hohen Heizwert und können somit hervorragend energetisch, wiederum als Ersatz für fossile Energieträger, verwendet werden: " In diesen Ersatzbrennstoffen befindet sich kein HBCD-haltiges Styropor."

Weiter heißt es in dem Schreiben, alle bei Korn produzierten Ersatzbrennstoffe unterlägen einer ständigen Qualitätsüberwachung.

In den nicht für Holcim produzierten Ersatzbrennstoffen seien unter Einhaltung aller gesetzlichen Vorgaben (Erlasse des Umweltministeriums Baden-Württemberg vom 12. Oktober 2016 und 25. November 2016) auch HBCD-haltige Dämmplatten aufbereitet und verwertet worden (Radiointerview).

Immer bereit für offenen Dialog

Diese Vorgaben seien jedoch per Erlass vom Bundesrat zum 1. Januar 2017 wieder aufgehoben worden. Eine Untersuchung des CO2-Fußabdrucks der Hochschule Bingen habe ergeben, dass mit jeder Tonne Abfall, die bei Korn Recycling sortiert und aufbereitet wird, ein CO2-Äquivalent von 690 Kilogramm eingespart werde. Korn und die von der Firma belieferten Zement- und Kraftwerke würden somit die Umwelt um 69 000 Tonnen CO2 pro Jahr entlasten.

Wolfgang Kowalczyk abschließend an die Adresse der Dotternhausener Aktivisten: "Für einen offenen Dialog steht die Firma Korn jederzeit zur Verfügung."

 
 

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