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Dotternhausen "Heuchelei um Schadstoffe"

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Renate Ritter und Norbert Majer blätten im neuen Schriftsatz zu den beiden Klagen der Dotternhausener Initiative. Foto: Visel Foto: Schwarzwälder-Bote

Knapp ein Kilogramm wiegt der neue, umfangreiche Schriftsatz der "Bürger für einen verträglichen Kalksteinabbau", der für die beiden Klagen vor dem Verwaltungsgericht Sigmaringen zusammengestellt worden ist.

Dotternhausen. Wie berichtet, gehen die Aktivisten um Norbert Majer und Renate Ritter gegen die Genehmigung des Regierungspräsidiums Tübingen zur Erhöhung der Ersatzbrennstoffe im Zementwerk von 60 auf 100 Prozent sowie gegen die Anordnung des Sofortvollzugs durch die Behörde vor, durch die Holcim weiter voll auf die Ersatzbrennstoffe setzen kann.

Wichtig ist den Aktivisten hervorzuheben, dass nun auch die Behörden eingeräumt hätten, dass die "katalysatorische Rauchgasbehandlung" mit SCR-Anlagen Stand der Technik sei. Solche Anlagen fehlten aber immer noch im Zementwerk, weshalb es Ausnahmegenehmigungen gebe mit "unglaublichen Ausnahmegrenzwerten für Schadstoffe". Wenn Holcim behaupte, die Grenzwerte ab dem 1. Januar 2019 einhalten zu können, weshalb wird dann das nicht jetzt schon gemacht?, fragen die Aktivisten. Gefordert wird auch nach wie vor eine Umweltverträglichkeitsprüfung, die es in Dotternhausen noch nie gegeben habe. Zweifel seien zudem an den Messungen des Regierungspräsidiums angebracht, das den Ausstoß von Schwermetallen und Dioxinen etwa nur an drei Tagen im Jahr und dann nur an wenigen Stunden messe.

"Dass Holcim die Schadstoffgrenzwerte nicht einhält, betrifft die ganze Region", betont Renate Ritter. Sie wundert sich, dass das Thema Diesel in aller Munde sei, während sich niemand für die Emissionen von Holcim interessiere. Da sei viel Heuchelei dabei. Enttäuscht ist sie von der Stadt Balingen, die in dieser Hinsicht noch nichts unternommen habe. Majer verdeutlicht: "Beim Schwefelausstoß liegen wir hier an vierter Stelle aller Land- und Stadtkreise in Deutschland." Während bei der Zementherstellung Schwefeldioxide mit rund zehn Tonnen pro Jahr kaum eine Rolle spielten, falle die Ölschieferverbrennung mit einem Ausstoß von 800 Tonnen pro Jahr sehr stark ins Gewicht. "Da haben wir aber keine Handhabe", sagt Majer. Zuständig sei das Regierungspräsidium Freiburg.

Sein Fazit: "Wir fordern weiter den Einbau moderner Filteranlagen, damit wir sicher sein können, dass die Schadstoffe so gut wie möglich zurückgehalten werden." Der Einbau solcher Anlagen sei für Holcim angesichts der Gewinne "verhältnismäßig". Der Initiative gehe es nicht darum, der Firma zu schaden: "Wenn Holcim aber sagen kann, wir haben hier in Dotternhausen das sauberste Zementwerk in Deutschland oder gar in ganz Europa, dann sind wir zufrieden."

Davon ist man laut Majer jedoch noch weit entfernt, wie eine Tabelle der Landesanstalt für Umwelt zu Emissionen der Zementwerke für das Jahr 2016 deutlich mache.

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