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Dotternhausen "Ein Stück unserer Heimat geht verloren"

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Auf großes Interesse ist die Informationsveranstaltung in Dotternhausen gestoßen. An die 500 Bürger aus den Gemeinden im Oberen Schlichemtal sind in die Festhalle gekommen. Dort müssen Bürgermeisterin Monique Adrian, Vertreter von Behörden sowie Holcim-Werksleiter Dieter Schillo zahlreiche Fragen beantworten. Fotos: Visel Foto: Schwarzwälder-Bote

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Von Bernd Visel

Dotternhausen. Allzu viel Neues haben die rund 500 Besucher gestern bei der Infoveranstaltung in der Dotternhausener Festhalle zum Kalksteinabbau auf dem Plettenberg nicht erfahren. Behördenvertreter und Holcim-Mitarbeiter wurden jedoch mit kritischen Fragen gelöchert und mit Vorwürfen konfrontiert.

Die Gemeinde Dotternhausen biete die Veranstaltung außerhalb des Genehmigungsverfahrens an, betonte Bürgermeisterin Monique Adrian. Ziel sei, die Bürger sachlich mit Informationen aus erster Hand zu versorgen. Holcim-Werksleiter Dieter Schillo sagte, man nehme die Sorgen und Anlieger der Bürger sehr ernst. Er machte aber auch deutlich: "Heimat bedeutet leben und arbeiten." So sei das Zementwerk auf die Süderweiterung des Plettenberg-Abbaus angewiesen, um die Produktion für weitere 40 Jahre zu sichern.

Auf dem Podium beantworteten neben Adrian und Schillo auch Matthias Frankenberg, Erster Landesbeamter, Ralph Watzel vom Landesamt für Geologie und Bergbau, Dorothee Müllges, Leiterin des Bauamts beim Landratsamt, sowie Landschaftsplaner Ulrich Tränkle die vielen Fragen der Bürger. Und diese hatten es teilweise in sich. Alt-Bürgermeister Norbert Majer, der ehemalige Hauptamtsleiter von Dotternhausen, Otto Scherer, Ex-Albvereinsvorsitzender Günter Schäfer, die Pächterin der Plettenberghütte, Katrin Schäfer, sowie die Verteter der Initiative Pro Plettenberg, Bernd und Dietmar Walter, machten unter anderem deutlich, dass mit dem Abbau auf dem Plettenberg "ein Stück Heimat kaputt gemacht wird". Mit der Rekultivierung entstehe eine ganz neue Landschaft. "Wo sollen unsere Kinder und Enkel mal wandern?", wurde gefragt. Aber auch um die Wasserquellen, die durch den Kalksteinabbau in Mitleidenschaft gezogen werden könnten, sorgen sich die Dotternhausener. Die Leiterin des Gesundheitsamts, Gabriele Wagner, gab Entwarnung. In den nun untersuchten Wasserproben seien keine gefährlichen Stoffe, wie etwa Reste der beim Abbau verwendeten Sprengmittel, nachzuweisen.

Bemängelt wurde weiter, dass Holcim in den Anliegergemeinden kaum Steuern und der Gemeinde Dotternhausen nur eine Pachtgebühr von rund 250 000 Euro im Jahr bezahle, was bei einer Abbaumenge von rund 1000 Tonnen lediglich knapp mehr als 20 Cent pro Tonne ausmache. "Das alles ist rechtlich vielleicht in Ordnung, aber moralisch und seriös ist das nicht", hieß es. Da halfen auch die Hinweise von Schillo nichts, dass die Entschädigungssätze erst kürzlich "bis an die Obergrenze" erhöht worden seien, dass Holcim sehr wohl Steuern bezahle, in den vergangenen Jahren viele Millionen Euro ins Werk investiert habe und auch zahlreiche Vereine und Einrichtungen in den Gemeinden unterstütze.

Kritik wurde immer wieder am geplanten Umfang der Süderweiterung laut. "Was unternimmt die Gemeinde dagegen?", wurde die Bürgermeisterin gefragt. Adrian: "Die gesamte Hochfläche des Plettenbergs steht Holcim per Pachtvertrag zur Verfügung. Wir werden im Rahmen des Verfahrens aber unsere Anregungen und Einwendungen einbringen. Ich und die Gemeinderäte setzen uns mit aller Macht für eine gute Rekultivierung ein, die uns sehr am Herzen liegt." Hinsichtlich der Hangrutschungen, die durch den weiteren Abbau verstärkt befürchtet werden, führte Ralph Watzel aus: "Solche Rutschungen sind natürliche Ereignisse und haben mit dem Abbau nichts zu tun." Im Gegenteil: "Der Abbau kann sogar positive Aspekte haben, weil der Druck auf die Hangkante verringert wird."

"Wir können zum jetzigen Zeitpunkt keine Prognose wagen, wir stehen ganz am Anfang des Verfahrens", sagte Matthias Frankenberg auf die Frage, wie er die Chancen für die Genehmigung des Holcim-Antrags zur Süderweiterung einschätze. "Was passiert mit dem Zementwerk, wenn das Kalksteinvorkommen auf dem Plettenberg erschöpft ist?", wollte jemand wissen. Dieter Schillo: "Holcim ist mit der Gemeinde Deilingen im Gespräch. Von dort könnte in 40 Jahren das nötige Material geholt werden."

 
 

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