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Dotternhausen BUND: "Belastung für Mensch und Umwelt"

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Das Zementwerk in Dotternhausen Foto: Visel Foto: Schwarzwälder-Bote

Dotternhausen/Wössingen (bv). Beim Regierungspräsidium Tübingen läuft derzeit das Genehmigungsverfahren zur Erhöhung der Ersatzbrennstoffe im Holcim-Zementwerk von 60 auf 100 Prozent. Kürzlich fand die Erörterungsversammlung in Dotternhausen statt (wir berichteten).

In anderen Zementwerken ist man schon weiter. Beispiel Werk Wössingen bei Karlsruhe: Dort ist die Verbrennung von 100 Prozent Abfall für die Feuerung im Zementwerk bereits genehmigt worden. Das Werk ging im Sommer 2015 von Lafarge in die Firma Opterra Wössingen GmbH über.

Der BUND, Regionalverband Mittlerer Oberrhein, hatte wegen der "erhöhten Schadstoffbelastung für Mensch, Natur und Umwelt" durch die Verbrennung weiteren Abfalls erhebliche Bedenken angemeldet und die Umstellung des Zementwerks auf Gasbefeuerung gefordert. Dies lehnte der Betreiber aus Kostengründen jedoch ab.

Der BUND kritisiert allgemein, dass Zementwerke vermehrt als Müllverbrennungsanlagen "missbraucht" werden. "Mehr Schadstoffe in der Luft, im Wasser und im Boden, aber mehr Profit": so hatte dies BUND-Vorstandsmitglied Harry Block hinsichtlich des Wössinger Werks zusammengefasst. Die Umweltschutzorganisation bemängelte, dass das Zementwerk in Wössingen nicht über hochwirksame Filtersysteme wie eine Müllverbrennungsanlage verfüge. Verständnis brachte der BUND für die Genehmigungsbehörde, das Regierungspräsidium Karlsruhe, auf: "Die Genehmigung geht an die Grenze dessen, was gesetzlich zum Schutz der Menschen und Umwelt möglich ist. Die Einwendungen im Rahmen des Genehmigungsverfahrens hätten "so zumindest zu einer deutlichen Verriunger des Schadstoffausstoßes gegenüber dem Antrag geführt".

In Wössingen soll vor allem der so genannte "Fluff" (Mischung aus Gewerbeabfall) verbrannt werden. Trotz der Zertifizierung hegt der BUND Zweifel an der Zusammensetzung und Kontrolle dieses Stoffs und forderte die ständige Eindüsung von Aktivkohle zur Senkung der Quecksilberwerte. Die Genehmigungsbehörde lehnte dies ab.

Wie der BUND weiter darlegt, hat die Verbrennung von Abfall in Zementwerken "System". So würde für sieben Zementwerke in Baden-Württemberg nach Angaben der Landesanstalt für Umwelt, Messungen und Naturschutz (LUBW) die Genehmigung zur Mitverbrennung von insgesamt 1,2 Millionen Tonnen Abfall pro Jahr vorliegen.

Wie Holcim-Werksleiter Dieter Schillo beim Erörterungstermin dargelegt hatte, sei jedes Zementwerk indes anders zu beurteilen, weil sie über unterschiedliche Systeme und Produktionsanlagen verfügten. So würden in Dotternhausen verschiedene Fraktionen an Ersatzbrennstoffen verwendet, etwa Reifen, Dachpappe, Papierfaserfangstoffe, Trockenklärschlamm, Bearbeitungsöle, Kunststoffe und Papierasche.

Mit diesen Stoffen würden im Zementwerk fossile Brennstoffe eingespart und der CO2-Ausstoß verringert, was mit der früheren Einhaltung strengerer Grenzwerte und der Halbierung der Direktbetriebszeiten insgesamt zu einer geringeren Umweltbelastung führen werde. Auch würden moderne Filter eingesetzt

Bürger, die sich um ihre Gesundheit sorgen, sehen dies anders. So werden die vom Gesetzgeber angesetzten Grenzwerte bei den Emissionen "als viel zu hoch" bewertet. Beispiel Quecksilber: Pro Jahr wird im Zementwerk ein Kilogramm emittiert, der Grenzwert liegt bei 42 Kilogramm: "Das muss man sich einmal vorstellen: 42 Kilogramm Quecksilber", empörte sich einer der Anwesenden beim Erörterungstermin.

 
 
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