Warum sehe ich diesen Hinweis?

Sie sehen diesen Hinweis, weil Sie einen Adblocker eingeschaltet haben oder im privaten Modus surfen. Deaktivieren Sie diesen bitte für schwarzwaelder-bote.de, um unsere Artikel ohne diesen Hinweis lesen zu können.

Mehr zum Thema Adblocker / Privater Modus und wie Sie diesen deaktivieren, finden Sie, indem Sie auf deaktivieren klicken.

Deaktivieren

Dotternhausen Berg spaltet: Showdown in Dotsch-City

Von
Foto: Schwarzwälder-Bote

schwarzwaelder-bote.de schickt Sie auf Reisen Zum Gewinnspiel

Durch die Gemeinde Dotternhausen, während der Fasnet auch als "Dotsch-City" bekannt, zieht sich ein tiefer Riss, der die Bevölkerung spaltet: Bürgermeisterin Monique Adrian sieht sich gezwungen, öffentlich darzulegen, dass sie gemäß ihres vor vier Jahren (wieder) abgelegten Amtseids handle, Gemeinderäte sehen sich in Erklärungsnot und verteidigen unter lautstarken Zwischenrufen ihre Beschlüsse. Diese seien unter Abwägung aller Gesichtspunkte sorgfältig gefasst und durchaus mit dem Gewissen vereinbar.

Einer von ihnen, Karl Haller, seit 1987 Bürgervertreter und langgedienter Bürgermeister-Stellvertreter mit vielen Verdiensten um die Gemeinde, hat nun die Reißleine gezogen und kurzerhand seinen Rücktritt erklärt. Seine Gesundheit, sagt er, sei ihm wichtiger als das Amt, das ihm nichts einbringe außer Vorwürfen und Kritik. Er spricht von Selbstschutz und davon, das alles nicht mehr zu verkraften.

Was ist da los? Dotternhausen, eine proppere und aufstrebende Gemeinde am Rand der Schwäbischen Alb, über die B 27 bestens ans überregionale Straßennetz angebunden und auch für Gewerbe und Industrie interessant, was sich an zahlreichen Neuansiedlungen ablesen lässt, hat derzeit ein Problem: Holcim, früher Rohrbach.

Die Kritik am Zementwerk, das an die 250 Arbeitsplätze bietet und für die Region von nicht unerheblicher Bedeutung ist, wächst. Im Fokus stehen die Immissionen, vor allem hinsichtlich des verstärkten Einsatzes von Ersatzbrennstoffen wie Autoreifen, Dachpappe oder Kunststoffen, sowie der Kalksteinabbau auf dem Dotternhausener Hausberg, dem Plettenberg. Dort existiert seit mehr als 70 Jahren ein Steinbruch, dessen von Holcim gewünschte Erweiterung nun für Aufregung sorgt: Der Berg ruft nicht, er spaltet.

Weshalb gerade jetzt? Begonnen hat alles mit der Gründung der Bürgerinitiative Pro Plettenberg, die wegen ihres teilweise rabiaten Vorgehens Schlagzeilen machte. Um sie ist es zwar etwas ruhiger geworden, dafür machen nun alteingesessene Dotternhausener mächtig Dampf, die man durchaus als Honoratioren bezeichnen darf: allen voran der ehemalige Bürgermeister Norbert Majer, der ehemalige Hauptamtsleiter im örtlichen Rathaus, Otto Scherer, und der ehemalige Vorsitzende des Albvereins, Günter Schäfer. Sie und ihre Mitstreiter, die erst vor wenigen Wochen erfolgreich ein Bürgerbegehren erstritten haben, sind mit ihrer Kritik am Gemeinderat und an der Bürgermeisterin auch nicht zimperlich. Diese handelten, so der Vorwurf, nicht zum Wohle der Gemeinde, sondern zum Wohle der Firma Holcim. Starker Tobak! Dabei geht es allerdings nicht nur um den Erhalt des Plettenbergs, sondern vor allem auch um persönliche Befindlichkeiten. Da ist es nicht verwunderlich, dass auch die Gegenseite starke Geschütze auffährt und Adrian ihren Widersachern ob der teils provokativen Aufritte im Rathaus schon mal androht, den Sitzungssaal räumen zu lassen. In dieser aufgeheizten Atmosphäre ist es schwierig, ausgleichend wirken zu können – Karl Haller lässt grüßen.

Nun hat der Gemeinderat für den 19. Februar einen Bürgerentscheid über die maximalen Abbaugrenzen auf dem Plettenberg beschlossen. Ob das hilft, die Spaltung zu überwinden, ist fraglich. Vielleicht aber kommt es kurz vor der Fasnet in "Dotsch-City" ja zum finalen "Showdown".

 
 

Flirts & Singles

 
 
0

Kommentare

Artikel kommentieren

Kommentarregeln

Um Artikel kommentieren zu können, ist eine Registrierung erforderlich. Sie müssen dabei Ihren Namen sowie eine gültige E-Mail-Adresse (wird nicht veröffentlicht) angeben. Bei Abgabe Ihrer Kommentare wird Ihr Name angezeigt. Alternativ können Sie sich mit Ihrem Facebook-Account anmelden.

  1. Passwort vergessen?
Sie haben noch keinen Benutzer-Zugang? Jetzt registrieren!
  1. null

loading