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Dotternhausen "Anfeindungen zehren an den Nerven"

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Einzelkämpfer: Siegfried Rall hebt als Einziger am Dotternhausener Ratstisch die Hand und stimmt für die von ihm vorgeschlagenen maximalen Abbaugrenzen auf dem Plettenberg. Nun gibt er aus gesundheitlichen Gründen den "kräftezehrenden und erfolglosen Kampf" im Gremium auf. Foto: Visel Foto: Schwarzwälder-Bote

"Die nervenaufreibenden und teilweise persönlich diffamierenden Grabenkämpfe gehen an die Gesundheit und kosten sehr viel Kraft", sagt der Dotternhausener Gemeinderat Siegfried Rall, der von seinem Amt zurücktreten will.

Dotternhausen. Gesundheitliche Gründe sind es, die den 63-Jährigen zum Rückzug aus der Dotternhausener Kommunalpolitik bewegen. Dabei stünden die Auseinandersetzungen um Holcim im Mittelpunkt, aber auch das Beackern der Themenbereiche Nahwärme, Breitbandausbau, Schulhausumbau und Lärmschutz an der B 27 würden an den Nerven zehren, sagt der FDP-Kreisvorsitzende, der seit zwei Jahren dem Gemeinderat angehört und Bürgermeisterin Monqiue Adrian nun mitgeteilt hat, dass er von seinem Amt zurücktreten will.

Die Bürgermeisterin und der Gemeinderat setzten sich eher für die Belange von Holcim als für diejenigen der Gemeinde ein, habe er das Gefühl. Mehr noch: "Mein Eindruck ist, dass sie von Holcim unter Druck gesetzt werden."

Rall stört sich an der "Gutachter-Gläubigkeit" seiner Ratskollegen und daran, dass die Gemeinde den Plettenberg an den Konzern aus der Schweiz "verschenke". So werde seit Jahren ein viel zu geringer Entnahmepreis für den Kalkstein auf dem Plettenberg gezahlt: "Das ist ein Nasenwasser. Damit kann man nicht zufrieden sein." Die von Holcim geplante Kunststoffverbrennung lehnt Rall ohne geeignete Filter kategorisch ab. Alles andere wäre ein Umweltskandal, sagt er.

Auch dass im Gremium viel nichtöffentlich entschieden werde, stört den Kommunalpolitiker, der die fehlende Kommunikation mit dem Bürger bemängelt und Offenheit und Transparenz einfordert. "Das sind grundlegende Werte, denen ich mich als Liberaler verpflichtet fühle." Zu schaffen macht Rall auch, dass er im Gemeinderat mit seinen Vorschlägen und Anträgen weitgehend allein steht. So habe er als einziger dafür gestimmt, dass der Plettenberg im Landschaftsschutzgebiet bleiben müsse. Und auch seinen Antrag zur Festlegung für die maximalen Abbaugrenzen hat außer ihm niemand befürwortet. "Das alles kostet Kraft und fordert einen vehement."

Er ist der Meinung, dass bei schwierigen Themen auch kritisch nachgefragt werden müsse. Dies stoße bei der Bürgermeisterin und im Gemeinderat aber nicht unbedingt auf Wohlwollen; auch Anfeindungen seien die Folge gewesen. "Ich mache das ja aber nur zum Wohl der Bürger. Das ist doch die Aufgabe eines Gemeinderats." Wenn man jedoch mit seiner Arbeit keinen Erfolg habe, zehre das zusätzlich an der Gesundheit. Rall: "Ich habe nicht mehr die Kraft für diese ständigen Auseinandersetzungen, zumal ich keine Mitstreiter habe." Daher müsse er aus Selbstschutz zurücktreten.

Siegfried Rall gibt sich trotz seines Rückzugs kämpferisch: "Ich wäre kein aufrechter Demokrat, wenn ich mich nicht auf anderem Wege für meine Ansichten einsetzen würde."

 
 
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