Dornstetten Stadt setzt auf Schulsozialarbeit

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Die Schulsozialarbeit in Donaueschingen wird weiter ausgebaut: Nachdem es bereits an der Realschule, der Eichendorffschule und der Erich-Kästner-Schule je eine 50-Prozent-Stelle gibt, sollen auch das Fürstenberg-Gymnasium und die Heinrich-Feur­stein-Schule zusätzliche Unterstützung erhalten.

Donaueschingen (jak). Dies haben die Mitglieder des Hauptausschusses in der jüngsten Sitzung entschieden. Abzüglich eines Zuschusses vom Land bleiben für die Stadt Kosten in Höhe von 42 975 Euro.

Die Frage, ob es an einem Gymnasium wirklich Schulsozialarbeit braucht, beantwortet dessen Leiter Mario Mosbacher mit einem klaren Ja. Das Fürstenberg-Gymnasium betrete damit auch keine neuen Wege, an den Gymnasien in Villingen, Neustadt, Singen und Radolfzell gebe es dies schon. Auch wenn schon viel getan werde, beispielsweise mit Streitschlichtern und Beratungslehrern, "mussten wir in den vergangenen Jahren lernen, dass wir an unsere Grenzen geraten". Es gebe auch am FG Schüler, die den Rückhalt im Elternhaus nicht hätten. "Wir können so die Chancengleichheit derer verbessern, die keinen Rückhalt haben." Hinzu würden jene Schüler kommen, die schon ab der fünften Klasse unter enormen Erfolgsdruck stünden. "Da braucht es jemand zum Reden, der nicht der Lehrer ist."

Auch Thomas Sauter, Leiter der Heinrich-Feurstein-Schule, hatte den Antrag auf eine 50-Prozent-Stelle eingereicht. "Wir haben zwar kleinere Klassen, aber die Voraussetzungen haben sich geändert, und die Problemfelder ziehen sich immer weiter in die Familien hinein." Allein mit Sonderpädagogik sei dies nicht mehr zu leisten. Bereits vor acht Jahren habe seine Schule reagiert und eine Bildungsbegleiterin eingestellt. Diese unterstütze aber die Acht- und Neuntklässler und sei komplett ausgelastet. "Für einen nachhaltigen Erfolg braucht es zeitintensive und dauerhafte Beziehungsarbeit." Auf Seiten der Verwaltung herrschte jedoch die Meinung, dass eine 25-Prozent-Stelle aufgrund der kleinen Klassen an der Schule ausreichen würde.

"Die Kinder und Jugendlichen werden heutzutage wirklich mit allem überhäuft. Sie sind stärker beansprucht, als wir es waren", sagte der CDU-Fraktionssprecher Konrad Hall. Bei der aktuellen Haushaltslage müssten sich die Stadträte allerdings auch die Frage stellen, für was das Geld ausgeben wird. Mehr Schulsozialarbeit würde eben im Zweifelsfall bedeuten, dass die Straßen in Donaueschingen in einem schlechteren Zustand bleiben. "Aber hier können wir sagen, dass wir das Geld sinnvoll ausgegeben haben." Deshalb sei eine 50-Prozent-Stelle am Fürstenberg-Gymnasium und eine 25-Stelle an Förderschule richtig.

"Die Heinrich-Feurstein-Schule mag zwar kleinere Klassen haben, nach deren Größe sich sicher andere Lehrer die Finger schlecken würden, aber nach den Problemen sicher nicht", betonte der Grünen-Fraktionssprecher Michael Blaurock. Seiner Meinung nach sei der Bedarf für Schulsozialarbeit an der Heinrich-Feurstein-Schule größer als am FG.

"Der Bedarf ist nun mal vorhanden und dem müssen wir uns stellen", stellte die GUB-Fraktionssprecherin Claudia Jarsumbek fest. So sollte an beiden Schulen eine 50-Prozent-Stelle geschaffen werden. "Mit der Schulsozialarbeit weiß man genau, welchen Schülern geholfen wird, und das ist eine gute Investition in die Zukunft."

"Als wir Schulsozialarbeit in der Eichendorffschule eingeführt haben, hatte diese einen Namen: Brennpunktschule", sagte der SPD-Stadtrat Peter Rögele. Mittlerweile sei diese aber in allen Schulen notwendig, auch wenn die Probleme der einzelnen Schulen nicht miteinander verglichen werden könnten. "Dass nicht der Kreis die Stelle finanziert, können wir zwar bedauern, aber ändern wird es nichts."

Auch wenn die Schülerzahlen – 900 am Fürstenberg-Gymnasium und 100 an der Heinrich-Feurstein-Schule – nicht verglichen werden könnten, so müsse auch das Schülerniveau berücksichtigt werden, gab Bertolt Wagner zu bedenken. Allerdings, so die Meinung des FDP-Stadtrates, sollte erst einmal mit einer 25-Prozent-Stelle gestartet werden, mit einer Option auf Erhöhung bei Bedarf.

Die 50-Prozent-Stelle für das FG wurde einstimmig bewilligt. Für eine 50-Prozent-Stelle an der Heinrich-Feurstein-Schule stimmten sechs Stadträte, allerdings gab es acht Stimmen dagegen. Die 25-Prozent-Stelle wurde daraufhin bei einer Enthaltung bewilligt.

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