
Dornstetten - In den Bürgermeister-Wahlkampf in Dornstetten kommt Bewegung. Rolf Straub, Leiter der Kriminalpolizei Freudenstadt, kandidiert – möglicherweise. Erst einmal hat er die Bürger mit einer Postkarte überrascht.
"Dornstetten kann mehr", steht auf der Karte, die Rolf Straub am Wochenende mit seiner Familie flächendeckend in allen Haushalten in Dornstetten und den Stadtteilen verteilt hat. Der Slogan bezieht sich auf die leer stehenden Geschäfte in der Altstadt, und auf dem Bild blickt Straub in das Schaufenster eines solchen. "Die Leerstände bewegen die Bürger stark", sagt der 51-Jährige im Gespräch mit unserer Zeitung. Viele seien auch unzufrieden mit der Gesamt-Situation. Es gehe um die Art, wie Themen vorangetrieben würden, und den Umgang mit den Bürgern: "Da fühlen sich viele nicht richtig verstanden." Und die Schlagzeilen, die Dornstetten sogar landesweit gemacht habe, empfinde mancher als wenig hilfreich. Dabei sei die Stadt, in deren Zentrum Straub lebt, mit ihrer Tradition, ihrem Ambiente und ihrer Infrastruktur "sehr attraktiv".
Die Idee, für das Amt des Dornstetter – und nur dieses – Bürgermeisters zu kandidieren, sei schon länger in seinem Kopf herumgespukt, sagt Straub, der parteilos ist. Die Möglichkeit zu gestalten und der Kontakt zum Bürger reizten ihn. In den vergangenen Wochen sei er häufig angesprochen worden, ob er sich eine Kandidatur vorstellen könne – "das hat sich gedeckt mit meinen Überlegungen".
Ganz so weit ist es aber noch nicht. "Ich bin momentan Interessent, noch kein Kandidat", betont er und wendet sich im Postkartentext zunächst an die Bürger: "Wünschen Sie einen Wechsel an der Spitze dieser Stadt? Trauen Sie mir dieses Amt zu? Was wäre Ihnen für unsere Stadt besonders wichtig?"
Er selbst traut sich das Amt durchaus zu: "Meine Ausbildung zum Diplom-Verwaltungswirt (Polizei) befähigt mich zum Führen öffentlicher Verwaltungen", heißt es auf der Postkarte. Die Schnittmenge der Aufgaben in verschiedenen Behörden mit denen einer Stadtverwaltung sei groß, ergänzt Straub, der ein Jahr nach seiner Ernennung zum Polizeioberrat 2008 zum Leiter der Kriminalpolizei bei der Polizeidirektion Freudenstadt ernannt wurde.
Der Vielleicht-Kandidat sondiert. Erst einmal wolle er herausfinden, welche Probleme den Bürgern wichtig seien, diese zusammenführen und sehen, inwieweit sie sich mit seinen eigenen Vorstellungen decken. Programmatische Aussagen möchte Straub noch nicht treffen. Inhaltlich wolle er "auf die Probleme noch nicht eingehen, und mich erst dann äußern, wenn meine Kandidatur feststeht".
"Querbeet aus allen Ortsteilen" hätten ihn bereits am Wochenende viele Rückmeldungen von Bekannten und Unbekannten erreicht, die ihn bestärkten, "dass ich es machen soll". "Der Zuspruch ist sehr hoch, und die Aufforderungen sind sehr direkt", berichtet er. Über eine tatsächliche Bewerbung will er mit seiner Frau Beate, die in Dornstetten und den umliegenden Gemeinden als Hebamme tätig ist, gemeinsam entscheiden. "Sie ist meine persönliche Beraterin", sagt Straub. Das Paar hat fünf Kinder im Alter von 16 bis 27 Jahren.