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Von Dirk Haier
Dornstetten. Der Gemeinderatsbeschluss zu den Bahnhaltepunkten in Dornstetten vom Dienstagabend hat jetzt auch personelle Folgen. Hermann Friedrich, Ortsvorsteher von Aach und bisher Mitglied der Gemeinderatsfraktion von Freien Wählern und CDU, hat die Fraktion verlassen.Hermann Friedrich ist umgezogen. Noch in der Sitzung. Die Entscheidung zu den Bahnhaltepunkten war gerade gefallen, da hat er seine Sachen gepackt und zwei Stühle weiter Platz genommen: statt bisher am rechten Schenkel, nun am unteren Teil des Hufeisens im Dornstetter Ratssaal – im Niemandsland zwischen den Fraktionen.
Nachdem der Beschlussvorschlag der Verwaltung, die beiden Bahnhaltepunkte an den Standorten "Aach" und "Heselwiesen-neu" einzurichten, keine Mehrheit gefunden hatte, zog Friedrich, der sich im Gemeinderat gleichzeitig als Vertreter des Ortsteils Aach, der Gesamtstadt und der Schulen sieht, die Konsequenzen. Das habe er sich im Vorfeld der Sitzung vorgenommen für den Fall, dass Aach keinen Haltepunkt bekommt und dies an seiner Fraktion scheitern sollte, erklärt er im Gespräch mit unserer Zeitung. "Ich hatte mit niemandem darüber gesprochen und das mit mir ausgemacht."
In seiner ehemaligen Fraktion habe man den Schritt bedauert und versucht, ihn zu überreden, noch einmal darüber nachzudenken und keine Kurzschlusshandlung zu begehen. "Das sehe ich auch ein", sagt Friedrich, "aber ich bleibe jetzt bei meiner Meinung."
Wie es für ihn im Gemeinderat nun weitergeht, kann Friedrich, der keiner politischen Partei angehört, noch nicht sagen – erst einmal sei er fraktionslos. Von Seiten der Verwaltung erwarte er keine Konsequenzen, und bei seiner Arbeit im Gemeinderat werde die Sache im Vordergrund stehen: "Für taktische Spielchen tauge ich halt nicht mehr."
Was den Haltepunkt in Aach angeht, will Friedrich den Kopf noch nicht in den Sand stecken: "Ich sehe noch keine komplette Schwärze, sondern noch ein kleines Lichtlein."
Zum einen könne laut Gemeindeordnung ein Thema nach einem halben Jahr im Gemeinderat noch einmal aufgerufen werden, zum anderen dürfe es wieder auf die Tagesordnung gesetzt werden, wenn ein neuer bedeutender Gesichtspunkt hinzugekommen sei. Und: "Es könnte auch durchaus sein, dass sich andere noch mal umbesinnen", hofft Friedrich, und äußert noch einen weiteren Wunsch: "Ich würde mich freuen, wenn sich die Sache mal beruhigen würde – auch zum Wohle meiner eigenen Gesundheit."