Dornstetten - Keine frohen Botschaften hatte Bürgermeister Haas bei der Vorstellung des Haushaltsplanentwurfs für 2013. Denn das Fazit des 207-seitigen Werks ist simpel: Dornstetten muss den Gürtel enger schnallen.In seiner Rede zur Einbringung des Entwurfs blendete Bernhard Haas denn auch nicht mit schönen Worten. Für seinen ersten Haushaltsentwurf als Bürgermeister hätte er sich jedoch Anderes gewünscht, bekannte er.

Dornstetten wird 2013 nicht nur die Mindestzuführung für die Tilgung von Krediten nicht erreichen, sondern im Gegenteil hohe Zuführungen vom Vermögens- an den Verwaltungshaushalt tätigen müssen. Die Verschuldung wird im kommenden Jahr daher um voraussichtlich 6,3 Millionen Euro nach oben schnellen. Dabei hoffen Stadtverwaltung und Bürgermeister, dass sich der Hebesatz der Kreisumlage 2013 nicht weiter erhöht. Denn schon jetzt wird diese mit 3,4 Millionen Euro zu Buche schlagen. Aus Steuern, Landeszuweisungen, Stadtwald und Grundstücksverkäufen kann die Stadt auf Einnahmen von rund sieben Millionen Euro hoffen. Doch allein die neue Sporthalle mit Zufahrt und Wärmeverbund verschlingt 3,4 Millionen Euro. Hinsichtlich des geplanten Grunderwerbs in Höhe von 1,25 Millionen Euro werde der Gemeinderat daher nochmals in sich gehen müssen, kündigte Bürgermeister Haas an.

Etwas erdrückend in den Bilanzen wirkt der Verwaltungshaushalt mit einem Volumen von 17,7 Millionen Euro. Neben Personalkosten und Sporthalle machen sich hier die beschlossene Ganztagsbetreuung an zwei Schulen bemerkbar, erläuterte Haas. Auch eine Stabstelle für den Bereich Stadtmarketing ist in der Planung noch enthalten. "Hier wird zu prüfen sein: Können wir uns eine solche Stelle leisten beziehungsweise können wir uns leisten, eine solche Stelle nicht einzurichten?", kündigte Haas an. Dornstetten soll trotz aller Finanznot nicht totgespart werden, war deutliches Signal der Stadtverwaltung. Auch die demografische Entwicklung mache vor Dornstetten nicht Halt, erklärte Haas. Wichtig sei daher, Angebote zur Vereinbarkeit von Familie und Erwerbstätigkeit zu schaffen. Hinsichtlich der Betreuungsangebote an Schulen werde man nach kostengünstigen Lösungen suchen müssen. "Dies darf aber nicht zu Lasten der Qualität gehen", betonte der Bürgermeister.

Die Sicherung einer soliden Angebotsbasis von städtischer Seite wurde von Haas nicht ohne Grund vorangetrieben. Um die Folgekosten aus Ganztagsbetreuung und dergleichen tragen zu können, schlug die Verwaltung vor, den Realsteuersatz anzuheben. Hier liegt Dornstetten laut Statistiken weitgehend unter Kreisdurchschnitt. "Wir halten die Maßnahme für vertretbar und erforderlich", erklärte Haas. Für die folgenden Jahre reiche die Ertragskraft des Verwaltungshaushalts dennoch nicht aus. "Wir gehen deshalb davon aus, dass das Investitionsprogramm abgespeckt werden muss." Auch schmerzhafte Einschnitte seien unumgänglich, aber: "Sparen bedeutet nicht, nichts mehr auszugeben", betonte der Bürgermeister. Die vorhandenen Mittel sollten vielmehr sinnvoll und zielgerichtet in notwendige Vorhaben fließen.