Von Tina Eberhardt und Dirk Haier

Dornstetten. Einen außerplanmäßigen Wechsel gibt es an der Spitze der Dornstetter Feuerwehr. In der Sitzung des Gemeinderats wurden am Dienstagabend kommissarisch ein neuer Kommandant und Stellvertreter bestellt.

Amtsinhaber Thomas Laug, Kommandant der Feuerwehr und Abteilungskommandant der Einsatzabteilung Dornstetten, hatte zum Jahresende seinen Rücktritt eingereicht. Aus beruflichen Verpflichtungen könne er das Amt des Kommandanten nicht mehr in der für ihn vorstellbaren und erforderlichen Weise ausüben, hatte Laug erklärt. Sein Stellvertreter Daniel Laug hatte zeitgleich aus persönlichen Gründen um Entbindung von seinen Pflichten gebeten.

Stadtverwaltung und Gemeinderat standen angesichts dieses abrupten Personalwegbruchs sichtbar vor einer Herausforderung, denn die Neubesetzung gestaltete sich als schwierig und musste schließlich über Mitarbeiter aus den eigenen Reihen erfolgen. Denn für die Position des Kommandanten müssen nicht zuletzt eine Reihe an Lehrgängen und Qualifizierungsmaßnahmen mitgebracht werden.

Den vakanten Posten des Kommandanten wird künftig Hauptamtsleiter Oliver Zwecker besetzen. Er blickt selbst auf langjähriges Engagement bei der Feuerwehr zurück und bringt mit einem absolvierten Zugführerlehrgang vor allem die erforderliche Qualifikation für das Amt mit. Seine Stellvertretung als Stadt- und Abteilungskommandant wird Eduardo Goncalves, ebenfalls städtischer Angestellter, übernehmen. Er ist bislang Gruppenführer und wird die Ausbildung zum Zugführer nachholen. Die Stelle des zweiten stellvertretenden Kommandanten bleibt bis auf weiteres vakant, da kein weiterer Zugführer mehr verfügbar ist.

Besonders für Zwecker dürfte der neue Posten Herausforderungen mit sich bringen. Er ist noch nicht lange in Dornstetten tätig und stößt als Neuling zur hiesigen Wehr. "Sie haben keine leichte Aufgabe", zollte Haas seinem Hauptamtsleiter Respekt und sicherte den beiden neuen Amtsinhabern die volle Unterstützung von Stadtverwaltung und Gemeinderat zu.

Zwecker und Goncalves werden ihre Ämter zunächst kommissarisch ausüben. Eine ordentliche Bestellung setzt eine Wahl durch die Feuerwehr voraus. Doch derzeit sei nicht zu erwarten, dass eine Wahl bei einer Hauptversammlung erfolgreich wäre, hieß es von Seiten der Stadt.

Auf ihre Tätigkeit im Dienste der Stadt wird die Verpflichtung keine Auswirkungen haben, versicherte Bürgermeister Bernhard Haas auf Nachfrage von Hermann Friedrich. In der Verwaltung habe man aber in der Tat überlegt, ob für die Position des Gerätewarts eine hauptamtliche Stelle zu schaffen wäre. Hier kam aus den Reihen der Feuerwehr jedoch das Angebot, entsprechende Schulungen zu absolvieren, um die personellen Voraussetzungen künftig aus eigener Kraft zu erfüllen.

Um das Verhältnis zwischen Feuerwehr, Gemeinderat und Stadtverwaltung ist es schon länger nicht gut bestellt. "Eigentlich war es noch nie gut", sagte der scheidende Kommandant Thomas Laug gestern im Gespräch mit unserer Zeitung. Erst vor einem Monat war es zu Unstimmigkeiten angesichts hoher Heizkosten im Gerätehaus gekommen. Diese seien aber nicht Auslöser für seinen Rücktritt gewesen, so der Stadtbrandmeister – an derlei "Nettigkeiten" im Gemeinderat habe er sich längst gewöhnt. Generell sei die Stimmung innerhalb der Feuerwehr, was die Beziehung zur Stadt angehe, getrübt, berichteten Thomas und sein Bruder Daniel Laug übereinstimmend. Dass innerhalb der Feuerwehr bei einer Hauptversammlung derzeit keine Nachfolger für sie gefunden würden, sehen auch sie so. Das neue Spitzenduo aus den Reihen der Stadtverwaltung zeige ja schon, "dass niemand bereit ist, es ehrenamtlich weiterzuführen", betonte Thomas Laug.