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Dornstetten-Aach - Das angekündigte Märchen-Programm wurde von Trauerstimmung überschattet: Die Bahnhaltepunkte waren selbstverständlich ein zentrales Thema bei der Aacher fasnet. Der Bürgermeisterwahlkampf hat auch schon begonnen.Und so begrüßte Conferencier Jürgen Mast unter den närrischen Märchengestalten in der voll besetzten Festhalle auch die Bürgermeisterkandidaten Bernhard Haas und Bernd Giering.
"Lila Kuh" Christine Petermann läutete den Samstagabend mit ihrer scharfzüngigen Büttenrede ein und landete nach eher harmlosen "Silberberggeschichten" schnell bei der Praktikabilität von Bürgermeisternamen. Hatte sie doch am Morgen, als ihr in der Zeitung Bernhard Haas als vierter Bürgermeisterkandidat entgegen strahlte, noch mal ihre Büttenrede umschreiben müssen.
Zum Thema "Bahnhaltepunkte" wetterte die "Lila Kuh" so richtig los. Die Rattenfänger-Sage sei zwar kein Märchen, aber wie da einige Gemeinderäte nach der Pfeife von Stadträtin Peukert getanzt und ins Verderben gelockt worden seien, sei "nemme schee".
Und schon lockte Petermann eine trauernde Schar von Räten und Kandidaten mit Friedhofslichtern und Trauerbanner auf die Bühne, und die ganze Narrenschar in der Halle weinte und jammerte lautstark dem verlorenen Aacher Haltepunkt zum "Lied vom Tod" nach. "Haltepunkt – tschüs, ade, vorbei – schee wärs gsai", klagte die Kuh. Zu gratulieren sei nur noch Ortsvorsteher Hermann Friedrich zu seinem Austritt aus "so einer Fraktion".
Zwischendurch begeisterten Tanzeinlagen des TSV Freudenstadt und ein fetziger Cowboy-Show-Tanz der Jazzdance-Gruppe aus Musbach.
Dann der Beweis: Aach ist auch für eine Oscar-Verleihung geeignet. Denn wie sich herausstellte, bietet das kleine Örtchen genügend Substanz für pokalträchtige Größen. Christine Petermann alias Daniela Muschenthaler und ihre Assistentin Silva Kroll kürten eine mutige Wespenbändigerin (Karin Albrecht), einen treuen Trinker (Jürgen Mast im Bach-Café) und eine couragierte Bäckereiverkäuferin (Birgit Faist beim Überfall auf die Filiale) mit Hilfe ihrer Spezialistinnen Sibylle Kroll und Beate Schneider.
Einer Liebestherapie unterzog Beate Schneider bei ihrem Auftritt vor allem die Männerwelt im Saal.
Die "Roten Funken" aus Waldachtal, mischten mit einem konditionsstarken Seemädchen-, Hai- und Goldfischtanz die Menge auf. Nach dem Brauchtumstanz der Stockerbach-Gerber aus Musbach beschlossen die Grenzweg-Sinfoniker vom Kniebis mit einer aufbrausenden Menge auf Tischen und Stühlen das Programm. Es folgten Party und Tanz mit der Gruppe Enjoy bis tief in die Nacht.
Bereits am Freitag war in der Halle Party pur angesagt – mit Show-Tanz der Blauen Garde Baiersbronn, der Freudenstädter "NGZ-No-Kids" und der "Adults" der Tanzschule Hermann sowie Gugga-Musik der "Flegga Zoddler" aus Dettingen. Zwischendurch heizte DJ Hagi die Stimmung noch weiter an.
Ein Höhepunkt an beiden Abenden waren die Bomberdancers der Sportfreunde Aach als Aliens.