
Dornstetten. "Dornstetten braucht Verlässlichkeit und Bürgernähe für eine strukturierte Kommunalpolitik" – so begründet Bernd Giering seine Ambition auf das Amt des Dornstetter Bürgermeisters. Seine Bewerbung hat er gestern im Rathaus abgegeben.Er ist in Dornstetten geboren und aufgewachsen und sei mit dem "Städtchen" noch immer sehr verbunden: "Ihm zu dienen und meine ganze Kraft und vielfältige Berufserfahrung zu seinem Wohl einzusetzen, wäre meine Lebensaufgabe." Ehrenamtlich aktiv ist Giering seit Jahren, unter anderem im Schwarzwaldverein Dornstetten, den er seit 2010 als Vorsitzender leitet.
Die Entscheidung, sich zur Wahl zu stellen, habe er nach gründlicher Überlegung gemeinsam mit seiner Frau Gitta getroffen; der Rückhalt in der Familie sei für ihn unverzichtbar, um als Bürgermeister ganze Arbeit leisten zu können. Finanzfachmann in leitender Position und Betriebsrat, Kfz-Meister und Refa-Techniker und zwei Jahre Selbstständigkeit sieht Bernd Giering als eine "ganz solide Basis für die Führung eines Rathauses". Seine fast 20-jährige Tätigkeit bei der Allianz beinhalte sowohl komplexe organisatorische Aufgaben als auch Personalverantwortung: "Ich steuere den Einsatz von etwa 40 selbstständigen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, bin für die Einstellung von internem Personal zuständig – vom Auszubildenden bis zum Akademiker – organisiere Vertriebs- und Büroabläufe und trage so die Verantwortung für eine jährliche Bilanzsumme von über 32 Millionen Euro." Sich in immer neue Geschäftsfelder einzuarbeiten, sei der rote Faden seiner beruflichen Laufbahn. Es mache ihm einfach Spaß, sich neuen Herausforderungen zu stellen – "und zwar mit Erfolg".
Mit nun 50 Jahren sei er im richtigen Alter, um als Bürgermeister die Verantwortung für seine Heimatstadt zu übernehmen. Denn vieles von dem, was einen erfolgreichen Bürgermeister ausmache, gehöre zu seiner eigenen Berufswelt: "Teamgeist, ein offenes, unverkrampftes Miteinander sind Grundvoraussetzungen für Motivation und Leistung. Und nur wer den Menschen zuhört und sie ernst nimmt, kann sinnvolle Arbeit leisten, das gilt sowohl für Kunden als auch für den Umgang mit dem Bürger."
Seit 2005 lebt er mit seiner Frau in Waldachtal, ihre Tochter hat zwischenzeitlich selbst eine Familie gegründet. Dass der Kontakt zu Dornstetten nie abgebrochen ist, er aber dennoch von außen kommt und auch parteilos ist, sieht er als Vorteil: "Zum einen weiß ich, was machbar ist und zu den Menschen hier passt, zum anderen bin ich völlig unabhängig."
Wie er sich die Arbeit als Bürgermeister vorstellt, beschreibt er in seinem Infoblatt, das er in diesen Tagen an die Dornstetter verteilt: "zuverlässig und bürgerfreundlich verwalten, gemeinsam gestalten, tatkräftig anpacken und für jeden ein offenes Ohr haben". Damit anfangen wolle er sofort – um das "Trauerspiel Haltepunkte" letztlich doch zu einer Erfolgsgeschichte zu machen. Möglich sei dies noch immer, ist er überzeugt, es brauche eben ein paar Voraussetzungen: Sowohl ein Entwicklungskonzept für die Stadt und die Stadtteile als auch eine klare Strategie gegenüber der AVG. Vor allem aber, und das sei das Entscheidende: "die konstruktive und aufrichtige Zusammenarbeit des Bürgermeisters mit dem Gemeinderat und die Einbeziehung der ganzen Bevölkerung".
Was er sich sonst noch für Dornstettens Zukunft vorstellt, darüber wird Bernd Giering mit den Dornstettern in den kommenden Wochen ausführlich reden, bei Hausbesuchen und seinen Bürgergesprächen. Diese Zeit sei für ihn mehr als Wahlkampf, nämlich "der Beginn eines offenen, ehrlichen Miteinanders, wie ich es als Bürgermeister pflegen werde".