
Dornstetten (dh). Um Bürgermeister Dieter Flik wurde es einsam, als es in der jüngsten Sitzung des Dornstetter Gemeinderats galt, über Mehrkosten in Höhe von 75 800 Euro für den Neubau der Sporthalle abzustimmen. Als Einziger votierte er dafür. Bei einer Enthaltung stimmten 15 Räte dagegen.
Es ging um die Frage, ob die Halle von vornherein so gebaut werden soll, dass man sie, falls ein künftiger Gemeinderat dies einmal wünschen sollte, zu einer Versammlungshalle umbauen oder um einen vierten Hallenteil erweitern kann. Obwohl Planer Hans Bühler vom Büro Sport Concept dazu geraten hatte, gibt es diese Option nach dem Ratsbeschluss nun nicht mehr. Die dafür nötigen Vorleistungen werden beim Bau nicht berücksichtigt.
Walter Reisbeck hatte den Reigen der Redner, die sich gegen weitere Mehrkosten aussprachen, eröffnet. Der Standort sei "total verkehrt", es sei nicht klar, wie die Folgekosten aufgebracht werden sollen, und die ganze Sache sei zu groß dimensioniert. Zudem habe sich der Gemeinderat für eine dreifeldrige Halle ausgesprochen, obwohl laut einer Bedarfsanalyse eine zweifeldrige ausreichend sei.
Der Bürgermeister widersprach: "Man sollte nicht den Eindruck erwecken, dass eine zweifeldrige Halle ausreichend wäre." Wenn die Halle nicht dreifeldrig angelegt sei, werde der Sportunterricht schwierig, befand Hermann Friedrich. Im Rahmen der Ganztagsschule würden Sportangebote am Nachmittag gemacht, ergänzte Joachim Kumm: "Die Halle wird ausgelastet sein."
Fritz Fahr bezweifelte, dass mit wenig Aufwand aus einer Sport- eine Versammlungshalle werden könne und verwies etwa auf ein Foyer, eine Bühne, eine Küche und die Bestuhlung, die ergänzt werden müssten. Fahr sprach sich dafür aus, in einigen Jahren aus der Stadthalle eine Kulturhalle zu machen.
Die Arbeiten am Hallenbau werden nach einem Gemeinderatsbeschluss – notgedrungen – nach Einzelgewerken ausgeschrieben: Die Stadt muss die Leistungsverträge bis zum 23. Mai geschlossen haben, um die bewilligten Fördermittel von 730 000 Euro auch tatsächlich zu erhalten. Allein für eine Ausschreibung über einen Generalunternehmer würde das Planungsbüro Sport-Concept fünfeinhalb Monate brauchen.
Die Stadtverwaltung sei auch überrascht gewesen, dass die Vergabe bereits im Mai anstehe, erklärte Bürgermeister Flik, der mit Einzelausschreibungen kein Problem hat: Mehr als 90 Prozent der Gemeinden im Umfeld schrieben bei Projekten dieser Art so aus – er habe bei Kollegen nachgefragt.
"Wir haben eine Planungszeit von dreizehneinhalb Monaten", empörte sich Werner Wennagel, "in der Zeit bauen andere eine ganze Halle." "Wir sind nach wie vor mit Leistungsphase vier beauftragt", erklärte Planer Hans Bühler hierzu. Einen Freibrief für die drei weiteren Phasen – die Ausführungsplanung, die Erstellung der Leistungsverzeichnisse und die Vergabe – habe sein Büro vom Gemeinderat bisher nicht bekommen. Auch diese Entscheidung stand in der jüngsten Sitzung an: Bei zwei Gegenstimmen und zwei Enthaltungen gab das Gremium dem Planer grünes Licht für die weiteren Leistungsphasen.
Darüber hinaus wurde bei zwei Enthaltungen und einer Gegenstimme entschieden, die bereits beschlossene Ausführung des Regieraums in der neuen Sporthalle zu ändern und so dem neuen Vorschlag der Schulen und Vereine zu folgen. Der Raum fällt nun doppelt so groß aus wie zunächst geplant und erlaubt einen besseren Überblick über das Spielfeld. Kleiner wird dafür der Platz für Geräteräume, der sich jetzt an der Feuerbacher-Halle orientiert.