Von Marzell Steinmetz

Dornhan. Die Narrenfahnen flattern, der Narrenbaum ist gestellt und der Stadtschultes entmachtet: Seit gestern regieren die Narren in Dornhan. Zunftmeister Jochen Schoch hat sich den Rathausschlüssel geholt.

Zuvor gab es ein Ständchen für Bürgermeister Markus Huber: Er ist gestern 50 geworden. Zunftmeister Jochen Schoch schenkte ihm zwei Dornhaner Narrenmäskchen.

Die Anklage blieb dem Schultes aber nicht erspart. Den Blutspendern soll er nach der Ehrung Bier mit Ablaufdatum 2010 vorgesetzt haben, das neue Feuerwehrfahrzeug fehle immer noch, und die Miete für die Stadthalle sei für die Vereine viel zu hoch. Wenn der Schultes vor der Halle Parkuhren aufstellen würde, könnte die Hallenmiete wieder gesenkt werden, schlug Zunftmeister Jochen Schoch vor. Er bedauerte aber auch die Bauhofleute, denen sämtliche Radios aus den Fahrzeugen ausgebaut worden seien. Hat die Stadt etwa kein Geld mehr, um die Gebühren zu zahlen?

Schultes Huber verteidigte sich klug. Nur für das schlechte Bier fand er keine Ausrede. Das sei in der Tat peinlich gewesen. Er versicherte, dass es im nächsten Jahr niemand mehr schlecht werde. Der Feuerwehr versprach er, dass sie in zwei Jahren mit dem neuen Löschauto am Narrenstüble üben könne.

Wegen der hohen Kosten für die Halle habe er graue Haare bekommen. Die Miete nachlassen wollte er deshalb nicht. Den Narren riet er aber, tolle Feste in der Stadthalle zu feiern. Und die Bauhofmitarbeiter sollten, statt Radio zu hören, doch lieber selber singen.

Während der Schultes-Entmachtung hat es heftig zu schneien begonnen. Die Narren waren nichtsdestoweniger gut drauf. Die Kapelle des Musik- und Trachtenvereins sowie Guggenmusiker spielten. Die Feuerwehr hatte wieder routiniert den Narrenbaum beim Denkmal aufgestellt.