
Von Marzell Steinmetz
Dornhan. Die Reden des Neujahrsempfangs der IHG am kommenden Samstag werden garniert mit Kunst: Skulpturen von Boris Dzepar, Bilder von Ingrid Schatz und Keramik von Heike Nagel werden im Rahmen der Veranstaltung ausgestellt.
Die Motorsäge ist das Markenzeichen von Boris Dzepar, der aus Baumstämmen Skulpturen formt. Der Phönix gegenüber der Dornhaner Stadthalle ist eines seiner Werke, mit dem er für sein Heimatland Mazedonien und seiner zweiten Heimat Deutschland in Dornhan ein Zeichen gesetzt hat. Dzepar versteht es, mit der Motorsäge annähernd so zu arbeiten wie der Schnitzer mit seinem viel feineren Werkzeug.
Der Dornhaner Künstler benutzt als Werkstoff aber nicht nur Holz. Mit Steinen kennt er sich genau so gut aus. Auch diese bearbeitet er, gibt ihnen Form und Glanz oder verwandelt eine unansehnliche Betonplatte in einen Sandstein. Die Natur ist gewissermaßen sein Lehrmeister, ihr ahmt er nach, und täuscht mit seiner Kunstfertigkeit und seinem handwerklichem Können das menschliche Auge. Was wie ein besonders strukturierter Stein aussieht, besteht in Wirklichkeit aus Styropor, Putz und Gips. "Ich möchte die Wunder der Natur mit eigenen Händen nachmachen", erklärt Boris Dzepar.
Kostproben davon wird es beim Neujahrsempfang zu sehen geben. Dort zeigt er unter anderem auch Holzskulpturen – zwei kämpfende Adler, bronzene Fasanen, einen Stier und eine dominante Frau, an die sich von hinten ein Mann klammert.
Die Natur spielt auch für Ingrid Schatz aus Marschalkenzimmern ein große Rolle, denn daraus bezieht sie ihre Inspiration. Neben Fotografieren und Schreiben ist das Malen seit der Kindheit eine Leidenschaft von ihr. Im Ruhestand will sie die Malerei noch weiter forcieren. Malen bedeutet für Ingrid Schatz eigentlich zeichnen. Aus manchmal etwas quälenden Anfängen entsteht dann in einem Prozess nach und nach das Bild. Am liebsten setzt sie dabei Farben, Formen und Fragmente der Natur um.
Ingrid Schatz ist seit vielen Jahren Mitglied der Oberndorfer VHS-Gruppe "Die Rotunde-Maler" mit Lehrmeisterin Sigrid Vogt-Ladner. Die Gruppe stellte schon mehrmals gemeinsam aus, so beispielsweise im Oberndorfer Rathaus. Anregungen holen sich die Mitglieder bei Malaufenthalten am Bodensee, im Schwarzwald oder bei Ausstellungsbesuchen im In- und Ausland. Ingrid Schatz stellt beim Neujahrsempfang Acryl-Bilder aus, darunter Fasnetsmasken.
Heike Nagel, ebenfalls aus Marschalkenzimmern, betreibt Töpferei aus Leidenschaft. 1995 hat sie, wie sie sagt, ihre Liebe zu dieser Kunst entdeckt, und seither besucht sie in Oberndorf Töpfer-Seminare der Volkshochschule. Für sie ist die Töpferei reines Hobby geblieben, doch inzwischen hat sie sich eine große handwerkliche Kunstfertigkeit angeeignet. Als Exponate für den Neujahrsempfang wählt sie aus ihrem inzwischen sehr umfangreichen Gesamtwerk zwei fast mannshohe Krieger-Skulpturen, diverse Lichtobjekte, afrikanische Masken und Gartensäulen aus. Die von Hand geformten Objekte gestaltet sie hauptsächlich in Naturfarben. In den vergangenen 17 Jahren, schätzt Heike Nagel, habe sie gut eine Tonne Ton verarbeitet.
u Der Neujahrsempfang der IHG Dornhan findet am Samstag, 4. Februar, in der Mühlwieshalle Marschalkenzimmern statt. Saalöffnung ist um 19 Uhr. Hauptreferent Erwin Staudt spricht über Profisport.