Von Marcella Danner

Dornhan. Wer in Abu Dhabi in ein Brötchen beißt, hält womöglich ein Backwerk in der Hand, das in einer Maschine aus Dornhan hergestellt wurde. Die Firma "Backservie Gaux" hat die größte Bäckerei der Vereinigten Arabischen Emirate ausgestattet.

Höchst interessiert ließ sich der Dornhaner Gemeinderat von Firmenchef Thomas Gaux und dessen Projektleiter Nenad Vidovic durch die Hallen der ehemaligen Vollmer-Gebäude führen.

Vor gut einem Jahr ist das Unternehmen von Sulz nach Dornhan übergesiedelt und fühlt sich hier auch sehr wohl, wie Thomas Gaux bestätigte. Der Schwerpunkt der Firma liegt im Bäckerei-Gebrauchtmaschinen-Markt. Vom Holzofen für den heimischen Garten bis hin zu komplexen Fertigungsstraßen ist alles im Angebot. Und so fühlten sich die Stadträte denn auch ein wenig an einen Alteisen-Handel erinnert, als sie durch die Lager schritten. Dabei stehen hier Maschinen, die nach einer Generalüberholung noch voll funktionsfähig und daher durchaus wertvoll sind. Bis zu 60 Prozent unter dem Neupreis liegen die aufgearbeiteten Geräte für die Käufer. Diese findet Thomas Gaux mittlerweile in aller Welt – von Südosteuropa, über die USA bis hin nach Bangladesch. Natürlich gibt es auch innerhalb Deutschlands einen Kundenstamm.

Beim reinen Reparieren und Vertreiben bleibt es allerdings schon lange nicht mehr. "Wir projektieren auch für unsere Kundschaft", erklärte Vidovic den Kommunalpolitikern. Das bedeutet, es wird ein Bedarf festgestellt, die benötigten Geräte werden auf dem Markt gefunden, demontiert, überholt, auf Wunsch transportiert, vor Ort aufgebaut, programmiert und eine Einweisung durch Techniker und Bäckermeister gibt es auch noch.

Dabei müsse stets auf die speziellen Kundenwünsche eingegangen werden. So wurde in den USA eine Fertigungslinie aufgebaut, die 24 000 Brötchen pro Stunde ausgibt. Wenn Fast-Food-Ketten die Endabnehmer seien, müsse so ein Produkt natürlich ganz genau den firmeneigenen Richtlinien entsprechen.

Nicht immer, erläuterte Vidovic, stammen die aufgekauften Maschinen aus Insolvenzen. Es würden auch einfach mal unrentable Filialen geschlossen.

15 Mitarbeiter hat das mittelständische Unternehmen, Thomas Gaux und seine Frau Anja mitgezählt. Die großen Montageaufträge werden an Subunternehmer vergeben.

Der Firmeninhaber selbst schätzt durchaus die gute alte Handwerksarbeit, schließlich ist er ein gelernter Bäckermeister, der seinerzeit wegen einer Mehlstauballergie umsatteln musste Die Stadträte jedenfalls konnten sich davon selbst überzeugen, denn als kleines Geschenk gab es für jeden ein frisch gebackenes Brot nach altem Rezept.