Dornhan Überzeugungsarbeit mit Kanister Most
Schwarzwälder-Bote, 19.04.2012 19:00 Uhr
Peter Keller vom Landratsamt Rottweil und Klaus Schmieder von der Universität Hohenheim erläuterten Situation und Handlungsbedarf für die heimischen Streuobstwiesen. Foto: EberhardtFoto: Schwarzwälder-Bote
Von Tina Eberhardt Dornhan. "Es ist fünf vor zwölf", sagte Klaus Schmieder, Professor am Institut für Landschafts- und Pflanzenökologie der Universität Hohenheim, über die Situation der Streuobstbaumbestände in Baden-Württemberg.Im Rahmen des Informationsabends "Erhaltung von Streuobstwiesen in Dornhan" war Schmieder zu Gast im Bürgersaal. Im Rahmen des Flurneuordnungsverfahrens hatte die Stadt beschlossen, sich um die Streuobstwiesen zu kümmern. Noch seien Dornhan und seine Teilorte reich gesegnet mit Streuobstbeständen.
"Doch das ist kein Selbstläufer", betonte Bürgermeister Markus Huber. Angesichts zunehmend schlechterer Marktpreise und dem daraus resultierenden Verfall der bestehenden Obstbaumbestände müsse man sich Gedanken machen, wie es weitergeht.
Mit dem Informationsabend wollte die Stadt das Interesse der Bevölkerung am Thema ermitteln. Angesichts des gut gefüllten Bürgersaals scheint dieses vorhanden zu sein. Neben Schmieder begrüßte Huber Christina Romer, Naturschutzbeauftragte, und Peter Keller, Fachberater für Gartenbau, vom Landratsamt.
In einem faktenreichen Vortrag gab Klaus Schmieder einen detaillierten Einblick in die Situation der heimischen Streuobstbestände und deren Bedeutung für Mensch und Natur.
Um den Obstbaumbestand in Dornhan zu erhalten, stellte Bürgermeister Huber die Option einer Streuobstinitiative als Wirtschaftskooperation vor. Neben der Motivation zur Pflege und zum Erhalt der Bestände soll damit das Bewusstsein für das Produkt geschaffen werden. Beispiele für solche Zusammenschlüsse hatte Huber im Gepäck.
Voraussetzung für eine Initiative sei das Interesse der Bürger und entsprechendes Fachwissen. Letzteres kann durch eine Ausbildung zum Fachwart erreicht werden, so Schmieder. In Wochenendkursen werden neben Baumbeschnitt alle Aspekte des qualitativ erfolgreichen Obstanbaus gelehrt.
Noch habe das Landratsamt Rottweil nicht die personelle Kapazität, eine solche Ausbildung anzubieten, bedauerte Peter Keller. Das Angebot könne jedoch in Nachbarregionen wahrgenommen werden.
Zwei Zuhörer zeigten Interesse, eine solche Ausbildung zu absolvieren. Huber ermunterte auch die übrigen Gäste, sich die Sache durch den Kopf gehen zu lassen. Lobbyarbeit für das heimische Obst leisten zwei Dornhaner, die gleich einen Kanister mit selbstgemachtem Most mitgebracht hatten und diesen ausschenkten.




na klar... Streuobstwiesen
...und was macht das Straßenbauamt Schramberg????? ... die fällen ohne Sinn und Verstand die Obstbäume zwischen Fürnsal und Bettenhausen.... wegen der Unfallgefahr.... ...