Dornhan Landwirt verbarrikadiert sich: SEK-Einsatz

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Spezialkräfte der Polizei treffen Vorbereitungen für ihren Einsatz. Foto: Steinmetz

Dornhan - Ein Landwirt aus Dornhan hat sich am Mittwoch in seinem Stallgebäude verbarrikadiert. Er wollte nicht akzeptieren, dass ihm das Veterinäramt seine Tiere wegnimmt. Spezialkräfte der Polizei lösten die Situation.

Der Veterinärzug Freiburg hatte vormittags damit begonnen, Kühe auf der Weide abzuholen. Polizeibeamte des Oberndorfer Reviers begleiteten die Aktion. Als Nächstes sollten die Schafe weggebracht werden. Da kam es zur Eskalation: Der Landwirt schloss sich ein. Er drohte unseren Informationen zufolge, das Gebäude anzuzünden.

Gegen 11 Uhr ist die Dornhaner Feuerwehr hinzugezogen worden. Später rückten Spezialkräfte der Polizei in schwarzen Kampfanzügen an. Beamte versuchten auch auf dem Verhandlungsweg, den Landwirt zum Aufgeben zu bewegen.

Stundenlang tat sich nicht viel. SEK-Leute liefen um das Haus herum, bereiteten ihren Einsatz vor. Polizeibeamte kümmerten sich um einige Kühe auf der Weide. Immer wieder hörte man deren Muhen.

Gegen 16 Uhr war der Einsatz schlagartig beendet. Das Sondereinsatzkommando hatte den Landwirt aus dem Gebäude geholt. Man hörte lautstarke Schreie: Der Landwirt war offenbar nicht freiwillig herausgekommen. Im Polizeiauto wurde er weggebracht.

Über das taktische Vorgehen und weitere Details des Einsatzes wollte Ulrich Effenberger, Leiter des Polizeireviers Oberndorf, nicht viel verraten. Irgendwann habe sich die Tür geöffnet, sagte er. Effenberger zeigte sich erleichtert darüber, dass die Aktion letzten Endes glimpflich abging und kein Schaden entstand.

Der Dornhaner Landwirt hatte 40 Rinder und 230 Schafe auf seinem Hof. Über Jahre hinweg seien die Tiere schlecht gehalten worden, teilte Jörg Hauser, Leiter des Kreisveterinäramts Rottweil, mit. Zu einer solchen Maßnahme sei es "nicht über Nacht" gekommen. Weil es sich noch um ein schwebendes Verfahren handelt, wollte er gestern keine weitere Stellungnahme abgeben.

Für Rechtsanwalt Wolfgang Klitzke aus Fluorn, der den Dornhaner Landwirt vertritt, kam die Vollzugsmaßnahme allerdings überraschend. Er hatte Rechtsmittel gegen die Anordnung des Veterinäramts eingelegt, die Tiere abzuholen. Sein Antrag sei zwar abgelehnt worden. Rechtskraft bestehe aber noch nicht. Er räumte ein, dass die Haltungsbedingungen der Rinder im Winter draußen problematisch war. Einen Grund zur Aktion des Veterinäramts sah er aber auch im Hinblick auf die Schafhaltung nicht. Sein Klient sei kein »Tierschinder aus Freude«. Klitzke kündigte an, Beschwerde einzulegen.

  
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