Dornhan Klimawandel überlebt die Fichte nicht

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Der Stadtwald umfasst 700 Hektar und ist eine wichtige Einnahmequelle. Bürgermeister Markus Huber (links) und die Stadträte besichtigten zusammen mit den Förstern Norbert Utzler (zweiter von rechts) und Simon Köninger (links daneben) den Wald. Foto: Sikeler Foto: Schwarzwälder-Bote

Von Jens Sikeler

Dornhan. Bei einem Waldspaziergang im Jahr 2050 wird man rund um Dornhan andere Bäume sehen als heute. Das war eine Erkenntnis bei der Waldbegehung des Dornhaner Gemeinderats. Der Grund: Der Klimawandel wird vor allem der Fichte den Garaus machen.

Um rund zwei Grad werden die Temperaturen in den nächsten 40 Jahren steigen, prognostizierte der stellvertretende Forstamtsleiter Norbert Utzler. Die Konsequenzen seien einschneidend: "Ein Großteil des Gemeindewalds wird dann kein geeigneter Standort mehr für die Fichte sein". Die Wurzeln der Pflanze sind zu flach, um mit geringeren Niederschlägen auszukommen. Außerdem werden sie anfälliger für Schädlinge. Utzler betonte: "Wir müssen darauf schnell reagieren." Die Tannen als Pfahlwurzler werde wichtiger sein. An bestimmten Standorten werde auch die Douglasie zum Einsatz kommen. Außerdem setzt der Förster auf Laubbäume: Buche, Eiche, Bergahorn, Kastanie und Spitzkirsche.

Der Dornhaner Stadtwald umfasse eine Fläche von 700 Hektar, so Bürgermeister Markus Huber, und habe einen Wert von 15 000 bis 20 000 Euro je Hektar. Dieser Wert, betonte Huber, dürfe nicht nur genutzt werden, sondern müsse auch erhalten und gepflegt werden.

Damit das so bleibt, müssen neue Bäume nachwachsen. Das Mittel der Wahl ist dabei die sogenannte Naturverjüngung. Die kleinen Bäumchen tun sich jedoch im Bereich Zimmerwang schwer. "Das ist eine richtige Problemfläche", erläuterte Revierförster Simon Köninger. Wieso das so ist, merkten die Stadträte, als sie durch das Unterholz stapften. Der komplette Boden ist überwuchert mit Brombeeren. Deshalb hat Köninger den Bereich als Versuchsfläche ausgewiesen. Es gibt Flächen, auf denen die Brombeerpflanzen komplett gemulcht wurden, auf anderen wurde das nur teilweise gemacht.

Auch am Spaltberghang tun sich die jungen Pflänzchen schwer. Diese wurden allerdings von Köninger und seinen Männern gepflanzt, da dort vor einigen Jahren ein Kahlhieb vorgenommen wurde. Zu sehen sind in diesem Bereich auf den ersten Blick aber nur wuchernde Haselnusssträucher. Der Aufwand, den Köninger treiben muss, um die Fläche in einen Wald zu verwandeln, ist enorm. Er schätzte die Kosten auf 14 000 bis 15 000 Euro pro Hektar.

Zwei Wochen lang wird die Straße zwischen Dornhan und Bettenhausen ab dem 11. Oktober gesperrt sein. Verantwortlich dafür sind die Baumfällarbeiten in der Braunhalde oberhalb der Straße. Darüber freuen dürfte sich vor allem der Dornhaner Kämmerer Kurt Hanus. Auf über 100 Euro werde der Festpreis für das Leitsortimente Fichte 2b je Festmeter im vierten Quartal noch steigen, schätzte Utzler.

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