Von Saskia Scherer Dormettingen. Eine alte Pfingsttradion wird von der Dormettinger Narrenzunft gepflegt: Und so zog am Pfingstsonntag bei strahlendem Sonnenschein der "Alle-Bär" wieder durch den Ort.Die in Flieder gehüllte Figur tanzte nach Aufforderung vor den Häusern, dabei immer begleitet von seinem sogenannten "Bärentreibern". Mit dazu gehört auch die "Alle-Bär-Hockete", die die Zunft vor dem ehemaligen Feuerwehrhaus veranstaltete.

Arno Diller vom vier Köpfe zählenden Vorstandsteam der Zunft erzählt: "Der Alle-Bär lässt sich mit dem Strohbären vergleichen, den es in anderen Gegenden gibt." Allerdings sei der Alle-Bär über und über mit Flieder geschmückt. "Es werden drei Röcke angefertigt, die an seinem ganzen Körper befestigt werden – zwei nach unten und einer nach oben", erklärt er.

Dies sei sehr aufwendig, und der junge Mann, der sich unter dem Kostüm befinde, sehe fast nichts mehr. "Deshalb hat er ja seine Lotsen dabei", meint Diller. Der 84-jährige Hans Scherer denkt an diesem Tag an seine Kindheit zurück: "Früher, als wir noch Schüler waren, da ist der Alle-Bär auch schon durch Dormettingen gezogen, hat gesungen und sich gefreut, wenn die Leute ihm ein ZehnpfennigStück aus dem Fenster zugeworfen haben." Und schon stimmt der Senior, der sich bei der Hockete eingefunden hat, gemeinsam mit seiner Frau und einigen Bekannten das Alle-Bär-Lied an: "Alle-Bär, rommada, jetzt ist der Sommer da, jetzt ist die schöne Zeit, wo man die Bären treibt, Alle-Bär, tanz!"

Und dann warten sie gemeinsam auf das Eintreffen des Bären, der eigentlich eher wie ein wandelnder Fliederbusch aussieht, und freuen sich über die Austreibung des Frühlings und die Verkündung des Sommers.