Von Katja Flad

Dormettingen. Wie kam es zum "Unternehmen Wüste", und wer war im Zweiten Weltkrieg daran beteiligt? Das sollen Bürger künftig auf Informationsstelen im geplanten "Schiefer-Erlebnis" Dormettingen in Erfahrung bringen."Die dunkle Seiten des Ölschieferabbaus in Dormettingen muss künftig noch anschaulicher präsentiert werden", sagte Bürgermeister Anton Müller in der jüngsten Gemeinderatssitzung. Die Mitglieder des Gremiums beschlossen, Konzeption und Inhalte der Infotafeln rund um die einstige Ölgewinnung aus Ölschiefer einzuleiten.

Immo Opfermann, der sich bereits intensiv mit der NS-Geschichte der Gemeinde befasst hat, stellte zusammen mit Stefan Wekenmann vom Landschaftsarchitektur-Büro Siegmund unter anderem Entwürfe zum "Schiefer-Erlebnis Wüste 8" vor.

Um dies insbesondere jüngeren Generationen zu veranschaulichen, ist geplant, im Laufe der kommenden Monate Gedenkstelen mit umfangreichen Informationen über den Schieferabbau während des Zweiten Weltkrieges aufzustellen. Insgesamt elf Tafeln an acht Stationen schicken die Besucher auf Entdeckungsreise. Von Stele zu Stele soll sich jeder Interessierte dieses Kapitel der Geschichte der Region erarbeiten können.

Die verschiedenen Tafeln sollen einerseits Aufschluss über die Entwicklungen der "Wüstenwerke", andererseits aufzeigen, welche Unternehmen am Ölschieferabau beteiligt waren. Am eindrucksvollsten soll die sechste Station "Meilerverfahren nach Sennewald" werden.

Außerdem beschloss der Gemeinderat, das geplante "Outdoormuseum" am Werk 7 umzusetzen. In dem ehemaligen Turbinengebäude sollen in Kürze Ausstellungsinhalte auf Eisenplatten zu sehen sein. In dessen großem Raum werden Luftbilder und Lagepläne des Konzentrationslagers Dormettingen gezeigt. Im kleinen Raum soll alles im Zeichen des "Schwarzen KZ Dormettingen" stehen. Täter und Opfer der NS-Zeit werden detailliert beschrieben.

Die Gemeinderäte waren sich einig: Mit dem ungewöhnlichen Informationsprojekt besteht für die Gemeinde Dormettingen die Chance, einen wichtigen Teil der regionalen Geschichte aufzuarbeiten. "Damit erhält die Bevölkerung die Möglichkeit, spontan auf dem Naturweg auf diese Problematik zu stoßen", ist Anton Müller sicher.