Donaueschingen - "Na, Prost." Etwas dumpf klingen die Biergläser, wenn sie aufeinandertreffen, nicht unbedingt so glockenhell wie beim Weinrömer. In den Ohren der heimischen Gastronomie ist es trotzdem ein Wohlklang. Bier fließt seit Jahrunderten durch durstige Baaremer Kehlen.

Gab es im 19. Jahrhundert auf der Baar noch etliche Brauereien, blieben in Donaueschingen und Bräunlingen bis zum heutigen Tag noch zwei übrig: Der Donaueschinger "Riese" Fürstenberg Brauerei und die Löwenbrauerei Bräunlingen, ein Familienbetrieb, dessen Wurzeln bis ins 18. Jahrhundert zurückreichen.

Hektoliter-Angaben über den Bierausstoß der Fürstenberg Brauerei, die seit 2005 zur Brau Holding International AG gehört, sind tabu. BHI wird gehalten von Heineken und Schörghuber (Brauereigruppen Paulaner, Kulmbacher und Karlsberg).

Bilanziert werden bei Fürstenberg traditionell seitdem nur Prozent-Zuwächse oder auch mal Abschwünge in schwierigen Jahren. Ilona Zimmermann von der Presseabteilung gibt sich bei betriebswirtschaftlichen Kennziffern zugeknöpft. So werden die letztmalig greifbaren Zahlen der Fürstenberg Brauerei KG aus dem Jahr 2003 von Branchenkennern mit einem Absatz von 700 000 Hektolitern Bier angegeben. Rund 290 Mitarbeiter erzielten damals einen Jahresumsatz von 57 Millionen Euro. Schweigen herrscht auch zum Pro-Kopf-Konsum der Biermarke Fürstenberg. Immerhin – Biergenuss unter fürstlichem Siegel "Wir im Süden" kommt offensichtlich an. "Wir wachsen wieder", freute sich denn auch im Januar Geschäftsführer Georg Schwende über die positive Absatzentwicklung der Marke. 2012 rund drei Prozent alles in allem, also auch Biermischgetränke und alkoholfreies Bier gerechnet.

Das Zugpferd, das Premium Pilsener, habe bereits ein Jahr zuvor im Handel 2,2 Prozent zugelegt, so die Bilanz. Mit Blick auf den in Deutschland rückläufigen Bierkonsum im allgemeinen – 2011 wurden nur noch 101,4 Liter pro Kopf getrunken – scheint dies, bezogen auf Anteile am offensichtlich kleiner werdenden Biermarkt an sich, ein beachtliches Ergebnis zu sein.