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Roland Wössner, Erik Pauly und Björn Klotzbücher (von links) haben für die OB-Wahlen in Donaueschingen ihren Hut in den Ring geworfen. Für die Leser des Schwarzwälder Boten stellten sie sich bereits einer Podiumsdiskussion. Foto: Kienzler

Donaueschingen - Die Oberbürgermeisterwahlen am 12. Januar rücken näher und kommen in die heiße Phase. 17.170 Wahlberechtigte sind am kommenden Sonntag aufgerufen, Donaueschingens neuen Oberbürgermeister zu wählen. Viele Donaueschinger haben sich bereits selbst ein Bild von den Kandidaten machen können, über 400 zuletzt bei der Podiumsdiskussion des Schwarzwälder Boten in den Donauhallen.

Viele Fragen fanden so auch eine Antwort, einige wurden bislang noch nicht gestellt, andere lassen sich derzeit auch von keinem der Kandidaten realistisch betrachtet aufhellend beantworten, wie die etwa um die Zukunft des Kasernenareals oder das künftige Verhältnis zum Fürstenhaus.

Nachfolgend bietet der Schwarzwälder Boten seinen Lesern die Chance, durch weitere Antworten auf Fragen das Mosaik im Persönlichkeitsprofil der Kandidaten zu vervollständigen.

Was ist für Sie das größte Glück/Unglück?

Björn Klotzbücher: Das größte Glück: Meine Familie und meine Freunde. Das größte Unglück: Wenn Menschen einander mit Neid und Missgunst begegnen.

Erik Pauly: Das größte Glück ist gesund zu sein, größtes Unglück sind für mich Krieg und Katastrophen.

Roland Wössner: Das größte Glück ist, wenn es nahestehenden Menschen gut geht, das größte Unglück, wenn ein nahestehender Mensch stirbt.

Welchen Fehler würden Sie (sich) niemals verzeihen?

Björn Klotzbücher: Nicht mehr authentisch zu sein, um besser dazustehen.

Erik Pauly: Verzeihen ist eine zutiefst christliche Werthaltung. Andern Menschen gegenüber, aber auch sich selbst sollte man immer eine zweite Chance geben können.

Roland Wössner: Wenn ich einen anderen Menschen schwer verletzen würde.

Wer sind die Helden der Geschichtsschreibung, denen Sie persönlich Bewunderung zollen?

Björn Klotzbücher: Viele, einer von ihnen ist Carl von Thieme, Gründer von Münchner Rückversicherung und Allianz, ein Unternehmer, über den die damaligen Arbeitervereine nach seinem Tode schrieben: Wären alle Unternehmer wie er, dann wäre unsere Arbeit überflüssig.

Erik Pauly: Claus Schenk Graf von Stauffenberg und Carl Friedrich Goerdeler, Michail Gorbatschow und Nelson Mandela.

Roland Wössner: Mahatma Gandhi, die Geschwister Sophie und Hans Scholl, Martin Luther King.

Welches ist die Stadt, in der Sie leben möchten?

Björn Klotzbücher: Donaueschingen.

Erik Pauly: Eindeutig Donaueschingen, wenn mir die Bürgerinnen und Bürger das Vertrauen schenken, Oberbürgermeister dieser schönen Stadt zu werden.

Roland Wössner: Da ich beruflich schon mehrfach umgezogen bin: Grundsätzlich in einer Stadt der Region, in die es mich beruflich hinzieht, die ein schönes Stadtbild hat und von einer schönen Landschaft umgeben ist: Donaueschingen.

Wie würden Sie Ihren Hauptcharakterzug beschreiben?

Björn Klotzbücher: Empathie.

Erik Pauly: Geradlinigkeit.

Roland Wössner: Freundlichkeit und konsenssuchende Zielstrebigkeit mit Optimismus.

Welches war bislang Ihre schwerste Entscheidung?

Björn Klotzbücher: Als Studentenvertreter die Auflösung eines Studienganges mitzutragen und diese Entscheidung gegenüber den betroffenen Studenten und Professoren auch zu vertreten.

Erik Pauly: Als ein entscheidungsfreudiger Mensch kann ich hier keine einzelne Entscheidung herausstellen.

Roland Wösner: –

Was ist Ihre Lieblingsbeschäftigung in der Freizeit?

Björn Klotzbücher: Lesen.

Erik Pauly: Sport, Motorradfahren und Segeln.

Roland Wössner: In unserer schönen Landschaft unterwegs sein (Schlendern, Joggen, Wandern, Radfahren, Skilaufen) und das breite kulturelle Angebot erleben.

Welches Alleinstellungsmerkmal schätzen Sie an Donaueschingen besonders?

Björn Klotzbücher: Die Menschen in und um Donaueschingen.

Erik Pauly: Die Vielfalt - denn Donaueschingen ist mehr als Donauquelle, Reitturnier, Musiktage, Fürstenberg, das Bier, die Donauhallen, seine Museen, die Ortsteile, die Landschaft und vieles mehr.

Roland Wössner: Die Donauquelle.

Welches ist Ihr Lieblingsplatz in Donaueschingen?

Björn Klotzbücher: Es gibt zu viele Orte, die schön sind und denen ich emotional verbunden bin, um einen Lieblingsplatz zu benennen. Was mir sehr gefällt, ist das neue Brigach­ufer an der Schützenbrücke.

Erik Pauly: Im Moment die zahlreichen Haustüren, an denen ich bei meinen Hausbesuchen vorbeikomme und unheimlich viele nette Menschen treffe.

Roland Wössner: Der Max-Rieple-Platz zum Eis genießen - mit Blick zur Stadtkirche und den umliegenden Gebäuden.

Welche Eigenschaften erwarten Sie als Chef von Ihren künftigen Mitarbeitern in der Stadtverwaltung?

Björn Klotzbücher: Eigeninitiative, Verantwortung, eine eigene Meinung, Lösungsorientierung und Kritikfähigkeit.

Erik Pauly: Ein offenes Ohr für die Anliegen der Bürgerinnen und Bürger, Engagement und Eigenverantwortung.

Roland Wössner: Kreativität und Flexibilität Engagement und Fleiß, Einfühlungsvermögen und Respekt, Eigenverantwortung, Verlässlichkeit, Aufgeschlossenheit und Hilfsbereitschaft, lösungsorientiert.

Sehen Sie sich als Manager oder Verwalter und wie ändern sich Verwaltungs- und Leistungsstrukturen (Prozessbeschleunigung, Effizienz von Dienstleistungen) womöglich?

Björn Klotzbücher: Ich sehe mich als Manager. Strukturen werden immer wieder dem Bedarf oder geänderten Aufgaben angepasst. Solche Veränderungsprozesse werden von den Mitarbeitern selbst gestaltet, da sie es sind, die mit den geänderten Strukturen arbeiten müssen.

Erik Pauly: Ich sehe mich als Gestalter, als Impulsgeber und Moderator mit Management- und Verwaltungsqualitäten. All das ist als Oberbürgermeister gefragt.

Roland Wössner: Ich sehe mich als erfahrenen Verwaltungsmanager und als "Kümmerer", der sich den Sorgen und Problemen der Bürgerinnen und Bürger annimmt und Lösungen herbeiführt. Die Verwaltungs- und Leistungsstrukturen sollen aufgaben- und angebotsorientiert sein, etwa eine Informationsstelle für junge Familien oder Koordinierungsstelle "Kasernenumwandlung". Prozessbeschleunigung und Effizienz sind selbstverständliche Grundsätze.

Welches Schulkonzept für Donaueschingen würden Sie vorschlagen, lokal als Insellösung oder angelehnt in die Kreis-/Landesvorgaben?

Björn Klotzbücher: Ein Schulkonzept dient dazu, den unterschiedlichen Stärken und Schwächen der Schüler gerecht zu werden und Schülern eine für Sie passende Schule zu geben. Hierzu muss lokal die Richtung vorgegeben werden. Wir (Gemeinde, Lehrer, Eltern, Schüler) müssen lokal entscheiden, welches Konzept dazu das richtige ist und die Spielräume, die uns die "große" Politik lässt, ausnutzen.

Erik Pauly: Donaueschingen hat als Bildungsstandort eine wichtige Funktion über die Stadtgrenzen hinaus. Schon deshalb sind wir gut beraten, uns nicht als Insel zu begreifen, sondern über den Tellerrand hinaus zu denken. Entscheidend ist für mich ein qualitativ hochwertiges Angebot, das möglichst vielfältig auf die Bedürfnisse der Schüler, der Eltern und der Wirtschaft eingeht. Ziel muss es sein, dass Donaueschinger Schüler immer ein bisschen besser und zukunftsorientierter sind als alle anderen. Jedem einzelnen Schüler müssen in Donaueschingen daher die bestmöglichen Bildungschancen zur Verfügung stehen, hierfür sollte schnellstmöglich ein Schulentwicklungsplan aufgestellt werden.

Roland Wössner: Eine Stadt des Landes Baden-Württemberg kann sich nicht aus der Landespolitik abkoppeln. Die Lehrerstellen werden vom Land zur Verfügung gestellt. Eine regionale Schulentwicklungsplanung hat begonnen. Eine Werkrealschule kann etwa Bestand haben, solange Schüler in genügend großen Zahlen vorhanden sind. Kooperationen mit der Realschule und den Gewerblichen Schulen sind möglich. Letztendlich wird bei rückläufigen Schülerzahlen ein Zweisäulenmodell die einzige Lösung sein. Bei der Umsetzung der regionalen Schulentwicklung verzichtet das Land auf starke Vorgaben. Das Verfahren kommt nur in Gang, wenn a) ein Antrag auf Neueinrichtung oder Umwandlung einer Schule gestellt wird, b) eine Schule keine Eingangsklasse mehr bilden kann oder c) der Schulträger einen regionalen Schulentwicklungsprozess wünscht. In diesem Rahmen sind Insellösungen möglich. In der regionalen Betrachtung ist die Gemeinschaftsschule in Hüfingen einzubeziehen, so dass in der Region ein vielfältiges Angebot besteht.

Wie ließe sich die Parkplatzsituation in Donaueschingen lösen?

Björn Klotzbücher: Im ersten Schritt kann ein Parkleitsystem Entlastung schaffen, da wir Besucher von außen direkt zu freien Parkplätzen führen. Somit vermeiden wir auch Parksuchverkehr und die damit verbundenen Belästigungen für Einwohner und Passanten. Im zweiten Schritt sehe ich ein Parkhaus hinter dem Rathaus als möglichen Beitrag zur Entschärfung des Problems. Mittel- und langfristig sind weitere Möglichkeiten zu zentrumsnahen Parkhäusern herauszuarbeiten.

Erik Pauly: In einem kreativen Prozess aller Beteiligten, also Bürgerschaft, Einzelhandel, Polizei, Gemeinderat und Verwaltung. Aber klar muss uns auch sein, dass sich in einem solchen Prozess nicht alle individuellen Interessen zu 100-prozentig erfüllen lassen.

Roland Wössner: An den Zugängen zur Innenstadt müssen zusätzliche Parkplätze/Parkdecks eingerichtet werden. Ich denke an den Bereich Bahnhofstraße/Max-Egon-Straße oder Mühlenstraße hinter dem Rathaus.

Was wäre eine Lösung für die Füßgängersituation in der Karlstraße einschließlich Tempo-30-Zonen und ÖPNV in die Ortsteile hinein ohne lediglich ein Kompromiss zu sein?

Björn Klotzbücher: Lösungenfür die Karlstraße können meines Erachtens erst dann sinnvoll erarbeitet werden, wenn die Parkraumsituation entschärft ist. Auf dieser Frage liegt daher eine hohe Priorität. Um den ÖPNV in die Ortsteile auch außerhalb der Schulzeiten sicher zu stellen, ist der Rufbus ein erster Schritt. Ob und wie es möglich ist, auch die bislang nicht eingebundenen Teilorte in das außerschulische Liniennetz der SBG einzubinden, wird mit dieser zu besprechen sein.

Erik Pauly: Die Menschen haben unterschiedliche Bedürfnisse, darum wird es die kompromisslos günstigste Lösung nicht sein. Auf eine Vielfalt an Bedürfnissen wird nur eine Vielfalt an Lösungsmöglichkeiten die passende Antwort sein. Dazu gehört ebenso ein gut getakteter ÖPNV in die Ortsteile, ein pfiffiger City-Bus, gute Fahrradnetze sowie ein klug geführter Individualverkehr.

Roland Wössner: Diese Frage ist sehr komplex. Innerhalb der Kernstadt sowie von und zu den Ortsteilen müsste als Ergänzung zum Fahrplan-Linienverkehr ein Rufbussystem mit Kleinbussen oder Pkw in festgelegten Zeitkorridoren getestet werden.

 
 

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