Donaueschingen OB sieht Donaustadt als Wohlfühlort
Rainer Bombardi, 27.07.2012 08:02 Uhr
Oberbürgermeister Thorsten Frei (Dritter von rechts) machte den Abend der GUB/CDU/FDP-Fraktion zu einem kurzweiligen Happening. Einen Punkt, den der OB kritisch betrachtete, war das Vereinsleben in den Donauhallen.. Foto: Bombardi
Donaueschingen - Nach zweieinhalb Stunden "Heute Abend Frei!" dürfte das Fazit selbst für die größten Skeptiker – sofern es überhaupt welche gibt – in den Donauhallen eindeutig gewesen sein: Thorsten Frei ist der alte und neue Oberbürgermeister der Stadt Donaueschingen.
Insofern stimmt auch der Untertitel der Veranstaltung, welchen die Fraktionen von CDU, GUB und FDP im Schulterschluss kreiert hatten: "2004 bis 2020 – Donaueschingen im Wandel". Es müsste wohl sprichwörtlich mit dem Teufel zugehen, wenn Frei in seinem Amt nicht bestätigt werden sollte.
Der Oberbürgermeister hat mit seiner Familie in Donaueschingen längst seine Heimat gefunden, und es bestehen keinerlei Zweifel, wenn er sagt, die Gesamtstadt habe es verdient, wenn man sich um sie kümmert. Zu sechst waren die Versammlungsleiter angetreten, um dem Stadtoberhaupt vor 80 Zuhörern in sechs Themenblöcken auf den Zahn zu fühlen.
Claudia Jarsumbek, Alexandra Riedmaier (GUB), Reinhard Müller, Konrad Hall (CDU), Markus Kuttruff und Michael Klotzbücher (FDP) nahmen den Oberbürgermeister ins Kreuzverhör. Frei agierte wie gewohnt souverän, mit deutlichen Worten und einer zuversichtlichen Zukunftsperspektive.
Ein Grundsatz für jede Stadt müsse lauten, ihren Bürgern das Leben so angenehm wie möglich zu machen. Das gelte für die Bereiche Bildung, Stadtgestaltung und Planung und Nachhaltigkeit der Arbeiten in allen Bereichen. Die Politik habe sich aus der Gestaltung von Lebensentwürfen der Menschen herauszuhalten.
Frei führt als Beispiel die Bildungspolitik an und ging auf die maximale Investitionshöhe von 9,4 Millionen Euro für den Umbau des Fürstenberggymnasiums ein. Seit Jahren werde in die Bildung investiert, schon für die Jüngsten. Das werde auch in Bezug auf die Einführung von Gemeinschaftsschulen so sein, sollte sich ein Bedarf hierfür herausstellen und der Gesetzgeber entsprechende Vorschriften herausgeben.
Wertschätzung der Vereinsarbeit
Die Wertschätzung der Vereinsarbeit könne nicht hoch genug sein, sprach sich Frei für eine totale Transparenz der Förderrichtlinien als Zeichen der Gerechtigkeit aus. Auch unbequeme Maßnahmen müssen für den Einzelnen nachvollziehbar bleiben. Plausibel erklärte er die Notwendigkeit eines Caterings als einzige Lösung für den Betrieb der Donauhallen.
Auch die stadtgestalterische Entwicklung sieht er als Dialog zwischen Gemeinderat und Bürgern. In den kommenden acht Jahren ist das für ihn vor allem die Gestaltung des Ensembles zwischen Stadtkirche und Schützenbrücke, weitere fünf Millionen Euro für die Umgestaltung im Bahnhofbereich und erstmals im Stadtkern mindestens eine Zugänglichkeit zur Brigach. Frei stufte die intakt Zusammenarbeit mit dem Fürstenhaus und der Pfarrgemeinde als weitere Indizien für die außergewöhnliche Stellung einer Stadt dieser Größe ein. Eine Grundlage hierfür liefert das seit Jahrzehnten nachhaltige Wirtschaften.
Die Chance nutzen, etwas zu ändern, so lange sie besteht, lautet ein weiterer seiner Grundsätze. So werden Schwimmbad, die Dorfmittelpunkte in Aasen und Pfohren, der Bereich um die Mehrzweckhalle Neudingen und die Mehrzweckhalle auf der Grundlage von Fördermitteln aus dem Entwicklungsprogramm ländlicher Raum finanziert – stets unter Einbezug der Wünsche der Bürger.
Frei sicherte zu, sich mit allen ernsthaft vorgebrachten Sorgen, Anregungen und Wünsche der Bürger auseinander zu setzen. Zum Schluss plauderte er aus seinem Privatleben. "In der Familie hat Katharina das Sagen, obwohl ich auch dort gerne Chef wäre", lachte Frei, der sich gerne daran erinnern lässt, daheim nicht im Rathaus zu sein.


